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Abschwächung der EU-Tierschutztransportverordnung

Auf den Straßen der EU sind jährlich rund 360 Millionen Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen, dazu über eine Milliarde Geflügel im Zuge von fast 400.000 Tiertransporten unterwegs. In der EU gibt es zwar seit 2005 einheitliche Richtlinien für den Transport von Tieren, die u.a. auch Kontrollen vorsehen, deren Umsetzung allerdings an den Mitgliedstaaten liegt. So werden beispielsweise in Deutschland weniger als 1 Prozent der Transporte kontrolliert – in anderen Ländern dürfte es wohl nicht besser aussehen.

Am 14.2.2019 stimmte das EU-Parlament dem Umsetzungsbericht des Agrar-Ausschusses zu Tiertransporten inner- und außerhalb der EU zu. Leider fanden dabei wichtige und richtige Forderungen und Verbesserungsvorschläge von Tierschützern und entsprechenden Organisationen keine Mehrheit.

Kritik wurde vor allem daran geübt, daß seit dem Inkrafttreten der EU-Transportverordnung 2007 die angekündigte Überarbeitung immer noch auf sich warten läßt – der Grund: Die  Mitgliedstaaten konnten sich damals bezüglich tierschutzrechtlicher Regelungen zu Ladedichte, Transportzeiten und Temperatur nicht einigen. Somit wurden die alten Bestimmungen übernommen und zur Nachbesserung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, der immer noch auf sich warten läßt. Dieses Hinausschieben von wichtigen Entscheidungen müssen Tiere tagtäglich auf Transporten erleiden, denn die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen sind nicht nur ungenügend, sondern werden zudem noch systematisch mißachtet.

Abgesehen von den brutalen Schlachtungen, die Tiere in vielen Drittländern erleiden müssen, sind die Transporte, ob per LKW oder per Schiff, schon grausam genug: Überladen, extreme Hitze, unangemessene Versorgung, grobe Mißhandlungen. Seit langem bringen Tierschutzorganisationen und Augenzeugen diese unhaltbaren Mißstände vor und fordern bessere Bedingungen, strengere Kontrollen und Strafen bei Verstößen. Keine Mehrheit fanden auch Forderungen, Langstreckentransporte in Ländern außerhalb der EU zu verbieten sowie statt lebender Tiere Fleisch zu transportieren und wurden somit nicht in den Bericht aufgenommen.

Es ist ein Skandal, daß die untragbaren Zustände bei Lebendtiertransporten somit weiter anhalten und das unsägliche Leid unserer Mitlebewesen durch Untätigkeit, Unbarmherzigkeit oder auch Desinteresse der zuständigen Behörden und deren Vertreter nicht endlich per Gesetz ein Ende findet.   

Bildquelle: Von Esa – http://picasaweb.google.com/eklesa1/DropBox#5393370014450446850, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12351196

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Datum
16.02.2019

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