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Aktuelle Waldstudie belegt wirtschaftlichen Nutzen der Artenvielfalt!

Waldweg

Waldweg

Wirtschaftlicher Erfolg gegen die Natur ist auf Dauer nicht zu erzielen! Und ohne Berücksichtigung dieser Erkenntnis wird man nicht allein Gefahr laufen, die Umwelt, der man nicht entrinnen kann, zu zerstören, sondern darüber hinaus, wirtschaftlich unter den Möglichkeiten zu bleiben. Es muß endlich nicht nur verinnerlicht werden, daß Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sind, sondern vielmehr der Weg beschritten werden, über die Ökologie optimalen wirtschaftlichen Erfolg eigentlich erst zu erzielen. „Optimal“ im eigentlichen Sinne des Wortes, nämlich den „bestmöglichen“ wirtschaftlichen Erfolg. Die bisher größte Big-Data-Analyse zur globalen Biodiversität in Wäldern wird hoffentlich einen entscheidenden Beitrag zum vorgenannten Verständnis beitragen, indem sie belegen konnte, wie eng Artenvielfalt und Produktivität miteinander zusammenhängen. Wälder sind die weltweit wichtigsten Räume für Biodiversität, jedoch Abholzung, Waldsterben, Klimawandel und weitere Faktoren bedrohen inzwischen nahezu die Hälfte aller Baumarten. Das sogenannte Biodiversität-Produktivitäts-Verhältnis (BPR) ermöglicht eine Auswertung mit Blick auf Biodiversität und erfolgreicher Verbindung von biologischer Bewahrung und sozioökonomischer Entwicklung.

Eine umfassende internationale Studie, des erst in diesem Jahr gegründeten Netzwerkes Global Forest Biodiversity Initiative (GFBI) unter Beteiligung von Forschern der Technischen Universität München (TUM) zeigte auf, daß Biodiversität die Produktivität der Wälder weltweit positiv beeinflußt. Die im Fachjournal „Science“ erschienene, Studie basiert auf einer Untersuchung von etwa 30 Millionen Bäume, darunter 8.700 Baumarten von Mangroven über Bäume in tropischen Feuchtwäldern, Mitteleuropa, Tundren und Trockensavannen bis hin zu Hölzern in mediterranen Wäldern, wobei über 770.000 Probeflächen aus 44 Ländern wurden ausgewertet wurden. Diese die wichtigsten Waldökosysteme der Erde umfassende GFBI-Studie kam zu dem unzweifelhaften Ergebnis, daß ein Artenrückgang zu massiven Einschnitten bei der Produktivität der Wälder führt. Versuchsflächendaten von mehr als 150 Jahren zeigen sowohl einen Rückgang von Holzzuwächsen parallel zur Artenanzahl, als auch, daß selbige im Falle einer Rückumwandlung von Waldmonokulturen hin zu Mischbeständen wieder ansteigen können.

Vor allem in den 1950iger und 1960iger Jahren wurde auch in Deutschland der Fehler begangen, viele Mischwälder in Monokulturen umzuwandeln. Inzwischen ist man zwar im Begriffe wieder umzusteuern, allerdings ließe sich trefflich darüber streiten, ob es ausreichend ist, in den diversen Waldbaurichtlinien festzuschreiben, daß sich Bestände möglichst (!) immer aus zwei oder drei Arten aufzubauen hätten. Die Studie zeigt überdies auf, daß die Verluste die weltweiten jährlichen Aufwendungen zum Erhalt der Biodiversität um das Doppelte überragen. – Abschließend möchte „Umwelt & Aktiv“ jedoch noch erwähnen: gerade für uns Deutsche ist die Waldromantik traditionell für unsere seelische Ausgeglichenheit in seiner Erholungsfunktion von besonderer Bedeutung!

Gerhard Keil

Bildquelle: 759958_web_R_K_B_by_Juergen Jotzo_pixelio.de

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