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Alarmierender UBA-Ressourcenbericht

Abgewrackt

Abgewrackt

Laut dem am „Nationalen Ressourcen-Forum“ vergangene Woche vorgestellten Ressourcenbericht des Umweltbundesamtes (UBA) geht hervor, daß jährlich pro Kopf in Deutschland mehr als 16 Tonnen Metall, Beton, Holz und andere Rohstoffe, sprich etwa 44 Kilo täglich, verbraucht werden. Damit weist Deutschland auch im internationalen Vergleich ein hohes, als negativ zu bewertendes Niveau auf. Dieser Sachverhalt ist natürlich nicht allein mit Blick auf unsere Art des Wirtschaftens zu sehen, sondern nicht minder hinsichtlich unseres Konsumverhaltens. Die Erfüllung privater Konsumbedürfnisse macht nahezu die Hälfte der gesamten Endnachfrage nach Rohstoffen aus. Wir verbrauchen 272 Millionen Tonnen Biomasse, 403 Millionen Tonnen fossile Energieträger, 602 Millionen Tonnen Mineralien und 25 Millionen Tonnen Metallerze. Jede Sekunde werden in Deutschland 34 Tonnen an erneuerbaren und nichterneuerbaren Rohstoffen abgebaut oder geerntet. Es dürfte außer Frage stehen, daß man um sowohl einen schonenderen Umgang, als auch eine Steigerung der Rohstoffproduktivität unter zukunfts- und verantwortungsorientierten Gesichtspunkten nicht herumkommen wird!

Und obwohl zur Verfügbarkeit von Nutztieren wie Rinder, Schweine oder Schafe eine erhebliche Entnahme von biogenen Rohstoffen in Form von Futtermitteln, insbesondere eiweißreicher Importfuttermittel wie Soja, aber auch Grassilage, Heu und dergleichen mehr vonnöten ist, findet besagte Entnahme nicht Eingang in die Statistik, da hier die Sichtweise von Produkten unseres Wirtschaftssystems vorherrscht. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wird schon lange für eine bewußtere Ernährung argumentiert, die nicht nur positiv auf die Gesundheit wirken würde, sondern auch den Ressourcenbedarf der Ernährung deutlich senken könnte. Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA regte in diesem Zusammenhang insbesondere eine Reform der Mehrwertsteuer an und äußerte unter anderem den Vorschlag: „Was Rohstoffe spart, sollte für die Verbraucher billiger sein. Denkbar wäre, dass für einen ressourceneffizienten Fernseher nur sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer anfallen. Das würde solche Produkte attraktiver machen.“

Das UBA fordert zur Absicherung der Ressourcenschonung als umweltpolitisches Schutzgut unter anderem ein eigenständiges Ressourcenschutzgesetz für Deutschland. „Umwelt & Aktiv“ unterstützt dieses Anliegen und möchte an dieser Stelle noch einmal auf einen älteren Artikel zum Thema „Cradle to Cradle“ verweisen – siehe nachfolgender Weltnetzverweis:

http://www.umweltundaktiv.de/umweltschutz/cradle-to-cradle-wirtschaften-ohne-muell/

Gerhard Keil

Bildquelle: 415099_web_R_B_by_klaas hartz_pixelio.de.jpg

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