Umwelt & Aktiv

Das Magazin fĂĽr gesamtheitliches Denken

Das Magazin fĂĽr ganzheitliches Denken

Umweltschutz, Tierschutz, Heimatschutz

Bienensauna statt chemischer Keule!

Bienchen mit vollen Taschen

Bienchen mit vollen Taschen

Die Bedeutung der Bienen hat „Umwelt & Aktiv“ bereits mehrfach herausgestellt, siehe hierzu beispielsweise den Bericht zum „BienenLandProjekt“ (zu finden unter: http://www.umweltundaktiv.de/umweltschutz/crowdfunding-fuer-bienen-das-bienenlandprojekt/) oder auch den Artikel über die Bestäubungsleistung der Wildbienen (siehe: http://www.umweltundaktiv.de/tierschutz/nichts-uebertrifft-die-wildbienen-bei-der-bestaeuberleitung/). Doch nicht nur sogenannte Neonicotinoide stellen eine Gefahr für Bienen dar, sondern auch ihr natürlicher Feind, die Varroa-Milbe. Es wäre wohl ein vergeblicher Versuch, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben, hier wiederum ausschließlich auf den Einsatz von Chemie zu setzen. Die Milbe, die zudem noch Überträger von Viruserkrankungen ist, entwickelt und vermehrt sich in der verdeckelten Brut im Bienenstock. Die Bekämpfung der Milben mit Akariziden, vor allem Phosphorsäureester und Pyrethroiden, gehört jedoch vielfach zu den ersten Bekämpfungsstrategien, wenngleich zwischenzeitlich zahlreiche Varroa-Populationen gegen eine Vielzahl dieser Präparate resistent wurden. Weitere Nachteile der Akarizidbehandlung sind Rückstände in Wachs und Honig und Bienenschädigungen durch Exposition gemeinsam mit anderen in der Umwelt verbreiteten Chemikalien.

Es geht aber auch anders: Mit dem Einsatz von sogenannten Drohnenrahmen nutzen ökologiebewußte Imker die Erfahrung, daß die Drohnenbrut bis zu zehnmal häufiger befallen wird als die Arbeiterbienenbrut, wohl weil sie sich aufgrund einer längeren Brutzeit zahlreicher vermehren können. Während der Wachstumsphase des Bienenvolkes werden daher in die unterste Brutzarge einer Magazinbeute leere Rähmchen eingehängt, die von den Bienen vorzugsweise mit größeren Zellen ausgebaut werden, in denen sich nach der Eiablage durch die Königin Drohnenlarven entwickeln. Die bereits verdeckelte Drohnenbrut wird dann kurz vor dem Schlüpfen mitsamt den darin befindlichen Milben entfernt. Eine weitere gift- und säurefreie Methode ist das etwas arbeitsaufwändige Fangwabenverfahren. Siehe hierzu nachfolgenden Weltnetzverweis:

https://www.llh.hessen.de/downloads/bieneninstitut/arbeitsblaetter/03_krankheiten_seuchenrecht/328%20-%20Fangwabenverfahren%20gegen%20Varroatose%20100921.pdf

Schlagzeilen machte jedoch aktuell die „Bienensauna“, mit der Imker kĂĽnftig die Varroa-Milbe bekämpfen können sollen. Statt auf Giftstoffe setzt der Erfinder, Richard Rossa, bei dem neuen Verfahren auf Wärme. Dieser wĂĽrde fĂĽr seine Entwicklung mit dem Innovationspreis der Aktion „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. Indem der Umstand genutzt wird, daĂź Milben anders als Bienen eine Ăśberhitzung nicht durch Verdunstung von KörperflĂĽssigkeit kompensieren können, scheint Hyperthermie die Lösung zu sein. Ab 37 Grad beginnt die Schädigung der Varroa-Milbe. FĂĽr nähere Informationen lohnt ein Blick auf den nachfolgenden Netzauftritt:

http://www.bienensauna.de/

„Umwelt & Aktiv“ hofft auf viele ökologische Imker, die vielleicht in Kombination älterer Methoden mit der neuen Erfindung für weniger Einsatz von Chemie zum Schutz der Bienen Sorge tragen!

Gerhard Keil

Bildquelle: 600291_web_R_K_B_by_Ulla Thomas_pixelio.de.jpg

Verwandte Artikel:


1 Kommentare zum Artikel “Bienensauna statt chemischer Keule!”


  1. Tolga meint:
    09.10.2016 um 12:20


    Ein sehr interessanter Beitrag. Der Titel hat mich gereizt diesen tollen Artikel zu lesen. Danke!