Umwelt & Aktiv

Das Magazin für gesamtheitliches Denken

Das Magazin für ganzheitliches Denken

Umweltschutz, Tierschutz, Heimatschutz

Bio-Erzeugnisse auf dem Vormarsch

526750_original_R_K_by_Angelina-S........_pixelio.de

Man ist, was man ißt, lautet eine gängige Spruchweisheit und zumeist ist dies den heutigen Zeitgenossen auch anzusehen. Ob man die medialen Niederschlag findenden Lebensmittelskandale heranzieht oder gar die Ansicht vertritt, daß allgemein die käuflich zu erwerbenden Nahrungsmittel aufgrund ihrer Herstellung nebst Verpackung und Zusatzstoffen einen einzigen Lebensmittelskandal darstellen, die Beweggründe für die Erzeugung dessen, was auf den Teller kommt, treten verstärkt ins Blickfeld. Nicht zuletzt abzulesen anhand der Zunahme von Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten. Immerhin stirbt bekanntlich die Hoffnung zuletzt, so daß selbige vielleicht auf eine allmähliche Veränderung des Verbraucherverhaltens sinnen läßt. Zumindest vermittelte dies die größte Weltleitmesse für ökologische Konsumgüter „Biofach“ in Nürnberg. „Immer mehr Menschen entscheiden sich an der Ladenkasse für Bio-Lebensmittel und unterstützen den Umbau der Landwirtschaft“, kommentierte Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), anlässlich deren Eröffnung das respektable zweistellige Umsatzwachstum des deutschen Bio-Marktes. Im vergangenen Jahr ist mit Biolebensmitteln und -getränken ein Umsatzplus von 11,1 % und ein Marktvolumen von insgesamt 8,62 Mrd. € erzielt worden. Insgesamt entfielen 55 % des Bio-Umsatzes auf den Lebensmitteleinzelhandel, der mit 13,2 % am stärksten zulegen konnte. Die Zahl der Bio-Betriebe wuchs im selben Zeitraum um 4,0 % und die deutsche Öko-Fläche verzeichnete ein Plus von 2,9 %. Dennoch konnte die Entwicklung nicht zum starken Marktwachstum aufschließen, so daß nach wie vor eine Schere zwischen Bio-Umsatz und dem -Flächenwachstum besteht, weshalb Bio-Produkte importiert werden anstatt vollständig von heimischen Äckern zu kommen. Wenn es der Politik ernst damit ist, den Ökolandbau auf 20 % der Fläche auszudehnen, müßte sie auch konsequent für eine stärkere Umschichtung von EU-Mitteln in die Agrarumweltprogramme eintreten. Der BÖLW fordert, den nationalen Spielraum in der EU-Agrarpolitik zu nutzen und 15 % der Mittel für die allgemeine Flächenzahlung zugunsten der Agrarumweltprogramme umzuwidmen. Dies trifft bislang lediglich für 4,5 % der Mittel zu, womit aktuell sogar 9 % weniger Geld für zukunftsfähige Landwirtschaft zur Verfügung stehen als noch vor der letzten Agrarreform. So sehr Umwelt & Aktiv dem zustimmt, empfehlen wir jedoch umso mehr, daß möglichst viele Verbraucher ökologische Entwicklungen nicht nur durch ihr Konsumverhalten zu unterstützen trachten, sondern vor allem ihre Möglichkeiten ausloten und nutzen, als Heimgärtner selbst gesunde Nahrung zu ziehen – das Frühjahr steht vor der Tür. Wir werden inzwischen genau beobachten, zu welchen Ergebnissen in Brüssel der Trilog zwischen EU-Parlament und -Agrarrat mit der EU-Kommission hinsichtlich einer neuen EU-Öko-Verordnung gelangt.

Gerhard Keil

Bildquelle: 526750_original_R_K_by_Angelina-S…….._ / pixelio.de

Verwandte Artikel:


Artikel-Metadaten

Datum
14.02.2016

Kategorie



Kommentare sind nicht mehr zugelassen.