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Biobasierte und abbaubare Kunststoffmaterialien

400 Jahre halbwertzeit

Unter Biopolymeren versteht man zumeist Werkstoffe, die entweder biologisch abbaubar sind oder auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, wobei man zwischen abbaubaren petrobasierten Biopolymeren, abbaubaren biobasierten Biopolymeren und nicht abbaubaren biobasierten Biopolymeren unterscheiden kann. Aus Sicht von „Umwelt & Aktiv“ sind für die Werkstoffentwicklung im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaft sowohl biologisch abbaubare, als auch biobasierte Polymere von vorrangigem Interesse. Ein Großteil unserer Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände sowie Verpackungsmaterialien bestehen aus Plastik, da dieses langlebig, leicht und flexibel ist. Zudem leitet es kaum Wärme. Ist es allerdings erst einmal als Abfall in die Umwelt gelangt, bleibt es aufgrund seiner Eigenschaften bis zum St. Nimmerleinstag als Müll erhalten. Insbesondere die Plastikinseln auf den Weltmeeren wurden zu einem der bekanntesten Umweltprobleme. Plastikteile so wie deren Zersetzungsprodukte wie Mikroplastik sammeln sich v.a. in Meereswirbeln an und verdichten sich zu riesigen Plastikmüllstrudeln. Die fünf größten Müllstrudel befinden sich im Nordatlantik, Südatlantik, Nordpazifik, Südpazifik und im Indischen Ozean. Der größte Müllstrudel ist der „Great Pacific Garbage Patch“ im Nordpazifik, der die Größe Frankreichs deutlich übersteigt.

Umso bedeutsamer ist es, daĂź die Herstellung von zu 100-Prozent biobasierten und bioabbaubaren Kunststoffmaterialien bereits möglich ist. Beispielsweise gibt es inzwischen sogar eine Pflanztopffolie aus 100 Prozent Polyhydroxybuttersäure, welche im normalen Gartenboden komplett abbaubar ist. Bislang handelt es sich bei derartigen Produkten allerdings zumeist noch um Nischenprodukte und inwiefern die Wirtschaft sich zu weiteren kostspieligen FuE-Anstrengungen durchringen wird, dĂĽrfte nicht unwesentlich vom Verbraucherverhalten abhängen. FĂĽr Letzteren stellt jedoch auch die Frage, wie er die richtigen ökologischen Produkte erkennt. Hierzu klärt unter anderem das Netzwerk Bioplastik auf. Zurzeit gibt es zwei Zertifizierungssysteme – DinCertco und Vinçotte – die jeweils den Grad der Bioabbaubarkeit und den Anteil biobasierten Kohlenstoffs in dem Produkt ausweisen. DinCertco vergibt ein sogenanntes „Qualitätszeichen biobasierter Produkte“ in den Abstufungen 20-50%, 50-85% und >85%, wobei sich die Prozentzahl auf den Anteil an biobasiertem Kohlenstoff im Biokunststoff bezieht. Vincotte vergibt das Logo „OK biobased“, wobei hier der Bioanteil zwischen 20-40%, 40-60%, 60-80% und >80% codiert ĂĽber die Anzahl an Sternchen im Logo zertifiziert wird. Sowohl DinCertco als auch Vinçotte vergeben Zertifikate fĂĽr Materialien, wenn diese kompostierbar nach der EU-Norm EN 13432, industriell kompostierbar oder im Garten zu Hause kompostierbar sind. – Nichtsdestotrotz empfiehlt „Umwelt & Aktiv“ sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht das Recyceln dem Kompostieren und die grundsätzliche Plastikvermeidung dem Recyceln vorzuziehen!

Ihr

Gerhard Keil

 

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Datum
24.06.2018

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