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Bleibt der Erde treu!

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Erde von oben

Der Mensch ist vermutlich dasjenige Kind von Mutter Erde, das ihr am meisten zu schaffen macht. Die Entwicklung einer herausragenden Intelligenz scheint dem wenig bis nicht abhelfen zu können. Denn seiner Erkenntnisfähigkeit zum Trotz ist es bedauerlicherweise kennzeichnend für die Gattung Mensch, sich einer maßgeblichen Naturzerstörung schuldig zu machen, die sogar seine eigenen Lebensgrundlagen in existenziellem Ausmaß gefährdet. Und dies, obwohl gewisse philosophische Ansichten davon ausgingen, die Natur wäre unbewußter Geist und der Geist sei sich bewußt gewordene Natur. Eine zeitgenössische Wissenschaftsgröße, die weniger metaphysischer als klassisch physikalischer Denkart zuzurechnen ist, sprach nun eine deutliche Warnung aus. Die Rede ist von Stephen Hawking, der bereits zu Beginn diesen Jahres – so wörtlich – ein „Desaster auf der Erde“ prophezeite. Aufgrund der Zerstörung von Lebensraum, Antibiotika-Resistenzen, zunehmenden Waffen-Einsatzes und den Folgen der Überbevölkerung seien die Tage auf der Erde gezählt, erklärte der Wissenschaftler in einem Vortrag an der University of Cambridge.

Wir würden nach so vielen Tier- und Pflanzenarten nun letztendlich uns selbst ausrotten, lautet der Befund des Starphysikers. Dies wird zwar nicht unmittelbar morgen geschehen, doch geht Hawkings nicht davon aus, daß wir Menschen es noch weitere 1000 Jahre auf „diesem zerbrechlichen Planeten“ schaffen würden. Nun es ließen sich sicherlich ausreichend Gründe und zahlreiche ebenfalls hochintelligente Zeitgenossen finden, die dieses Zeitfenster sogar noch als sehr optimistische Prognose beurteilen würden. Eigentlich interessant wird es aber erst bei Hawkings Lösungsvorschlag, der zwar unbestritten wissenschaftlich reizvoll sein mag, allerdings nicht weniger auch als Ausdruck einer gewissen Wegwerfmentalität heutigen Verbraucherverhaltens gewertet werden kann. Der offenbar einzig denkbare Ausweg für den Physiker liegt in der technischen Entwicklung, sich neue Welten in den weiten des Alls zu erschließen. Seine Botschaft an die Studenten „Denkt daran, in die Sterne zu schauen, anstatt hinunter zu euren Füßen“ klingt nicht nur wenig geerdet, sondern auch dahingehend überraschend, weshalb es leichter sein solle, die hierfür nötigen technischen Quantensprünge leichter zu bewerkstelligen, als eine Umkehr im irdischen Verhalten. Seiner Feststellung „Es geht darum, nicht aufzugeben“, ist dem gegen seine schwere Krankheit ankämpfenden Wissenschaftler hingegen Glaubwürdigkeit und Zustimmung zu erteilen. – Nur sollten wir physisch wie metaphysisch nicht allzu sehr zum „Hans-Guck-in-die-Luft“ werden und es vielleicht mehr mit Friedrich Nietzsche versuchen, der in seinem Zarathustra sagt: „Bleibt der Erde treu!“

Gerhard Keil

Bildquelle: 401770_web_R_B_by_Dieter Schütz_pixelio.de.jpg

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Datum
21.11.2016

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