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Chemikalienverordnung verbessern!

Industrie am Rhein

Trinkwasser wird in Deutschland zu 70 Prozent aus Grund- und Quellwasser sowie zu 30 Prozent aus Talsperren, Flüssen und Uferfiltration gewonnen. Noch kann man zwar sagen, daß die Trinkwasserqualität in Deutschland weitgehend gut ist, doch soll dies auch künftig so bleiben. Dies darf aber nicht als gänzlich gesichert angenommen werden. Hierzu fordert das Umweltbundesamt (UBA) einen wichtigen Paradigmenwechsel in der Chemikalienbewertung. Bislang werden Industriechemikalien nach der EU-Chemikalienverordnung „REACH“ von den Unternehmen vor allem nach den PBT-Kriterien beurteilt, sprich ob sie persistent, bioakkumulierend und toxisch sind. Einzig derartige Stoffe werden von den Behörden als besonders besorgniserregend beurteilt und können in Europa verboten werden. Das UBA mahnt bezüglich des PBT-Kriterium jedoch dessen konzeptionelle Grenzen an, da Chemikalien, die sich mobil im Wasserkreislauf befinden und die daher unter Umständen in unser Trinkwasser gelangen könnten, nicht erfasst werden. Folglich müsse der ggf. verbotsrelevante Kriterienkatalog um solche mobile Industriechemikalien erweitert werden.

Derart als „mobil“ bezeichnete Chemikalien kennzeichnet, daß sie sich nicht an feste Stoffe wie Sand oder Aktivkohle binden, weshalb sie natürliche Barrieren wie die Uferzonen von Flüssen und Seen durchbrechen und sich auch nicht einfach durch künstliche Filter in Wasserwerken entfernen lassen. Deren Abbau mittels filtern durch Aktivkohle oder Membranfiltration oder beispielsweise durch UV-Bestrahlung oder Ozonierung erfordert einen hohen energieintensiven technischen und finanziellen Aufwand. Eine noch zu erarbeitende Liste von „mobilen“ Stoffen sollte zudem Wasserversorgern bei der Überwachung helfen. Vor allem dort, wo Trinkwasser aus Oberflächenwasser oder Uferfiltrat gewonnen wird, stellen persistente und mobile Stoffe die Trinkwasseraufbereitung vor erhebliche Herausforderungen. „Am besten ist, vorsorglich zu handeln und eine Kontamination des Wasserkreislaufes bereits bei der Entwicklung und Verwendung von Industriechemikalien zu vermeiden“, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. – „Umwelt & Aktiv“ kann ich nur zustimmen, doch der Ball liegt jetzt in der Hälfte der Politik…

Gerhard Keil

Bildquelle: 685188_web_R_K_B_by_Didi01_pixelio.de

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Datum
11.05.2017

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