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Der Freiheit eine Gasse statt giftiger EU-Glyphosatpolitik!

Gift

Am Mittwoch wurde in Brüssel über eine Resolution zur Wiederzulassung von Glyphosat in Europa abgestimmt. Die Resolution führt leider zu keiner Beendigung der Marktzulassung für Glyphosat, da diese, wenngleich zwar nicht mehr wie vorgesehen für 15 Jahre, jedoch immerhin für sieben weitere Jahre erteilt werden soll. Ungeachtet dessen, daß sich der Umweltausschuss noch am 22. März für ein vollständiges Verbot des Unkrautvernichters ausgesprochen hatte. Erstmals bekannt geworden war der Wirkstoff als Roundup, das der US-Konzern Monsanto 1974 auf den Markt brachte. Inzwischen wurden diverse Varianten zahlreicher Unternehmen zum Einsatz gebracht, deren exakte Zusammensetzung stets Geschäftsgeheimnis von Monsanto und Konsorten blieb. In Deutschland sind fast hundert glyphosathaltige Mittel zugelassen, 51 davon auch für den Haus- und Kleingarten. In vielen Landwirtschaftsbetrieben wird der Acker kurz vor der Aussaat mit Glyphosat unkrautfrei gespritzt. Ehe gentechnisch veränderte Pflanzen mit Herbizidtoleranz entwickelt wurden, war der Glyphosateinsatz nur möglich, solange auf den Flächen noch keine Kulturpflanzen wuchsen. Dies änderte sich als Monsanto die ersten genmanipulierten glyphosatresistenten GVO-Pflanzen entwickelte. Monsanto ist nicht nur der führende Hersteller von Glyphosat, sondern ebenso von Gen-Saatgut.

Seit 1996 wird glyphosatresistenter Gensoja in Europa als Futtermittel eingesetzt. Ein Großteil der nach Deutschland importierten Eiweißfuttermittel ist Gen-Soja, wodurch die Glyphosat-Mischungen zusätzlich der noch erheblich giftigeren und gesundheitsschädlicheren Zusatzstoffe, wie beispielsweise POEA und das Abbauprodukt AMPA auf unseren Tellern landen. Neben hormonellen Wirkungen und Krebs verursachen diese Wirkstoffe auch Fruchtbarkeitsstörungen und Erbgutschädigungen. Weltweit werden geschätzt jährlich 2,5 Millionen Tonnen Pflanzengifte gespritzt, wovon allerdings nur 0,3 % mit den Zielorganismen in Kontakt gelangen, was bedeutet, daß 99,7 % ungefiltert in die Umwelt, den Boden und die Gewässer dringen, wodurch nicht zuletzt Fische, Amphibien, aber auch Regenwürmer, Insekten, Spinnen und sogar Vögel zum Teil schwer geschädigt werden. Zu allem Überfluß verschuldet Glyphosat eine starke Zunahme resistenter Unkräuter. Ende Juni läuft die Zulassung aus, weshalb viele Umweltverbände die Bundesregierung auffordern, am 18./19. Mai bei der Abstimmung innerhalb des zuständigen Fachausschusses gegen die Wiederzulassung von Glyphosat zu stimmen. Das Problem ist jedoch nicht nur, daß eine Vielzahl der zugrundeliegenden Studien in der Vergangenheit Monsanto und Konsorten selbst zur Verfügung stellten, um die Unbedenklichkeit ihrer eigenen Produkte darzustellen, sondern im Wesentlichen, daß im Gegensatz zu anderen EU-Entscheidungsabläufen das EU-Parlament in diesem Fall über gar kein Mitbestimmungsrecht verfügt, sondern fremdbestimmt der EU-Kommission lediglich eine Empfehlung aussprechen kann.

„Umwelt & Aktiv“ empfiehlt seinen Lesern dringend, sich – über Bioläden sogar noch hinausgehend – durch Selbstversorgertätigkeit und private Gemeinschaftsprojekte eine weitestgehende Nahrungsmittelunabhängigkeit zu schaffen. Derartiges Handeln ist der Freiheit eine Gasse!

Gerhard Keil

Bildquelle: 171669_web_R_K_B_by_C. Nöhren_pixelio.de

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