Umwelt & Aktiv

Das Magazin für gesamtheitliches Denken

Das Magazin für ganzheitliches Denken

Umweltschutz, Tierschutz, Heimatschutz

Die Bevölkerungsexplosion – eine unterschätze Gefahr!

dudo-erny

Die Grünschwätzer und das Verschwinden der Europäer – ein Vortrag von Dudo Erny vom 09. April 2016

Besten Dank für die Einladung. Dies ist eine der seltenen Gelegenheiten wo man zum Thema Demografie und Überbevölkerung sprechen kann. Die Demografie befasst sich mit der Anzahl und dem Alter der Menschen und deren Migration. Oft wird die Demografie mit der Demoskopie verwechselt, die sich mit der Meinung der Menschen befasst.

Ich bin 1953 in Jugoslawien geboren und bin 1965 mit meinen Eltern in Schweiz ausgewandert. Hier habe ich die Schulen besucht und an der UNI Zürich Geografie studiert.

In der Zeit des Atomkraftwerkebaus sind die grünen Parteien entstanden. Leider sind viele Lösungsvorschläge der Umweltschützer nur Scheinlösungen: Man muss auf den Konsum verzichten, den Müll trennen, eine Stromsparlampe einschrauben – dann wird alles gut. Die Umweltschützer verschweigen, dass die Überbevölkerung die Hauptursache vieler ökologischer Probleme ist, darum habe ich das Buch „Die Grünschwätzer“ geschrieben. Leider ist das Buch kein Bestseller geworden – Der grüne Ablasshandel funktioniert weiter wie geschmiert.

Das Thema Überbevölkerung wird von den Medien verschwiegen und darum wissen die Meisten gar nicht wie viele Menschen auf der Welt leben – es sind momentan 7,4 Milliarden. Auf die Frage: „Um wie viele Menschen nimmt die Erdbevölkerung pro Tag zu?“ weiss praktisch niemand eine korrekte Antwort. Wenn man die richtige Zahl „220‘000 Menschen pro Tag“ nennt, bekommt man oft zu hören: „Aber es sterben auch Menschen“, dabei sind die Gestorbenen in dieser Zahl schon eingerechnet.

Hier einige Zahlen zur Entwicklung der Weltbevölkerung. Am Ende der Eiszeit vor etwa 10‘000 Jahren haben etwa 5 bis 10 Millionen Menschen auf der Welt gelebt, vor 2000 Jahren waren es 250 bis 300 Millionen. Bis zum Jahr 1800 ist die Weltbevölkerung auf etwa 1 Milliarde Menschen angewachsen. Diese Zunahme verlief nicht gleichmäßig. Kriege, Hungersnöte und Pestepidemien haben immer wieder zu einem Bevölkerungsrückgang geführt. Für die Bevölkerungsentwicklung der Neuzeit liefert die UNO (World Population Prospects) viel Zahlenmaterial. Im Jahr 1950 betrug die Weltbevölkerung 2,5 Milliarden Menschen. Als ich im Jahr 2009 das Buch „Die Grünschwätzer“ geschrieben habe, lebten auf der Welt 6,8 Milliarden Menschen. Schon damals haben mir viele gesagt, dass die Überbevölkerung kein Problem sei, denn überall auf der Welt wären die Geburtenraten gesunken. Leider stimmt diese Aussage nicht, denn noch heute bringen in etlichen Entwicklungsländern die Frauen mehr als 5 Kinder auf die Welt. Für das Jahr 2050 gibt die UNO eine Weltbevölkerung von 9,7 Milliarden Menschen an. Im Jahr 2100 werden nach Angaben dieser Organisation 11,2 Milliarden Menschen die Welt bevölkern. Man muss hier noch anmerken, dass in den letzten Jahren diese Prognosen immer wieder nach oben korrigiert wurden.

Viele Menschen meinen, dass die Demografie nur reine Wahrsagerei ist. Auch wenn man nicht wissen kann, wie hoch die Geburtenrate in 40 Jahren sein wird, kann man doch gewisse Annahmen bezüglich der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung treffen: Wer heute geboren wird, hat große Chancen in 70 bis 80 Jahren noch am Leben zu sein und wer nicht geboren wurde, kann keine Nachkommen zeugen.

Für die meisten Medien ist das Wort „Überbevölkerung“ ein Tabu. Man hört es nicht in der Tagesschau und liest es nicht in einer Mainstream-Zeitung. Man sagt, dass die Medien die Vierte Gewalt und ein Kontrollorgan im Staatswesen sind. An dieser Stelle kann man zwei philosophische Fragen stellen: Wer kontrolliert den Kontrolleur? Wer manipuliert die Manipulatoren?

Es gibt Organisationen, denen das gut ins Konzept passt, dass die Menschen keine Ahnung von Demografie haben und an erster Stelle muss man hier den Vatikan und religiöse Fundamentalisten in den USA erwähnen, die Familienplanung strikt ablehnen. Die Konzerne des Agrobusiness und die Pharmaindustrie haben nichts dagegen, dass die Weltbevölkerung jeden Tag um 220‘000 Menschen wächst. Eine hohe Geburtenrate ist der beste Garant für Armut, wovon die Entwicklungshilfeorganisationen profitieren. Die Ideologien der Umweltschützer würden wie ein Kartenhaus zusammenstürzen, wenn die Menschen wüssten, dass die hohe Bevölkerungszahl der Hauptgrund für die meisten ökologischen Probleme ist.

Die Medien greifen in die Trickkiste um das Wort „Überbevölkerung“ zu vermeiden. So berichten Zeitungen, dass der „Lebensraum der Löwen schwindet.“ Der Leser fragt sich dann: Wo ist denn der Lebensraum hin? Ist er ins Meer gerutscht oder verdunstet? Die Wahrheit ist, dass die Anzahl der Menschen in dieser Region stark zugenommen hat und den Löwen den Lebensraum durch Bau von Siedlungen und Strassen wegnimmt. Der Leser liest in der Zeitung: „Die Nachfrage nach Palmöl steigt“ und fragt sich, ob die Menschen immer mehr Margarine essen, weil ihm die Zeitung verschweigt, dass die Weltbevölkerung jeden Tag um 220‘000 Menschen wächst.

Die Medien betreiben eine Manipulation der Leser durch Verschweigen von demografischen Tatsachen. Der Begriff „Lügenpresse“ müsste durch den Begriff „Verschweigepresse“ erweitert werden. Viele Menschen lesen jeden Tag die Zeitung und meinen, dass sie gut informiert sind. Sie wissen zwar, was in der Zeitung steht, aber sie wissen nicht, was in der Zeitung NICHT steht.

Die Hauptursache, warum die meisten Menschen viele ökologische und demografische Zusammenhänge nicht verstehen, liegt darin, dass sie die Zahl Milliarde unterschätzen. Die Milliarde ist eine 1 mit 9 Nullen. Die meiste Zeit seit seiner Entstehung hat der Mensch in kleinen Gruppen gelebt und eine Milliarde hat in seinem Alltag keine Rolle gespielt.

Wenn man 1 Milliarde Bleistifte – jeder 7 mm dick – nebeneinander legt, ergibt das eine Strecke von 7.000km, was ziemlich genau der Distanz von Frankfurt nach Chicago entspricht. Wenn ein Lehrer jedem seiner 20 Schüler einen Bleistift gibt und dafür 20 Sekunden braucht, wird er mit einer Milliarde Schüler und Bleistifte überfordert sein, denn für die Verteilung so vieler Bleistiften benötigt er mehr als 200 Arbeitsjahre.

Die Menschen spenden viel und glauben, wenn bei einer Sammelaktion 10 Millionen Euro zusammenkommen, dass die Armut besiegt ist. Wenn man 10 Millionen Euro auf 1 Milliarde Menschen verteilt; bekommt der Einzelne nur einen einzigen Cent.

Man überschätzt auch die Nahrungsmittelspenden. Wenn man 1‘000 t Nahrungsmittel auf 1 Milliarde Menschen verteilt, bekommt der Einzelne nur 1 g Nahrung und der Hunger ist noch lange nicht besiegt.

Oft hört man die Behauptung: „Es gibt genug Nahrung auf der Welt – es ist nur ein Verteilungsproblem.“ Da die meisten Menschen lieber glauben als rechnen, merken sie nicht, dass diese Aussage nur ein schönes Märchen ist. Wenn man jedem der 1 Milliarde hungrigen und mangelernährten Menschen einen Apfel (200 g schwer) schicken möchte, muss man 20‘000 Lastwagen mit Äpfeln beladen und auf die Reise nach Afrika und Asien schicken. Wer bezahlt die Äpfel, die Lastwagen, den Treibstoff und die Löhne der Fahrer?

Wenn man die demografischen Vorgänge verstehen will, sollte man etwas von der Exponentialfunktion gehört haben. Sicher kennen Sie die Aufgabe mit dem Schachbrett und den Reiskörnern. Auf das erste Feld legt man ein Reiskorn und verdoppelt die Anzahl der Reiskörner auf dem jeweils nächsten Feld. Die Zahlenreihe würde lauten: 1, 2, 4, 8, 16, 32, 64, 128 etc. Auf dem 64. Feld müsste man 21 Milliarden Lastwagen beladen mit Reis hinstellen.

Das Bevölkerungswachstum in vielen Entwicklungsländern verhält sich ähnlich wie die Zunahme der Reiskörner auf dem Schachbrett. Man muss aber auf dem zweiten Feld beginnen und statt der zwei Reiskörner stehen hier der Vater und die Mutter. Auf dem nächsten Feld stehen 4 Kinder, dann 8 Enkel und ein Feld später 16 Urenkel. Die 20. Generation umfasst mehr als 1 Million Nachkommen.

ausgabe2-2014

Eine Schildkröte legt etwa 100 Eier. Wenn man als Anfangswert eine einzige Schildkröte nimmt und mit der jährlichen Verdoppelung rechnet, dann wäre nach etwas mehr als 50 Jahren der ganze Planet mit einer Schicht Schildkröten bedeckt. Wenn man nun diese Schichten zu verdoppeln beginnt, dann würden nach weiteren 50 Jahren diese Schildkrötenschichten mit Lichtgeschwindigkeit in Weltall hinauswachsen. Die Natur verhindert dieses exponentielle Wachstum, indem sie die überschüssigen Nachkommen vernichtet.

Ein einfaches Beispiel einer Exponentialfunktion kann man mit einem Blatt Papier machen. Falten Sie dieses in der Mitte und wiederholen Sie den Vorgang. Nach etwa 7 bis 8 Faltungen, werden Sie wahrscheinlich aufgeben müssen, denn mit jeder Faltung verdoppelt sich die Dicke des Papierstapels.

Als Faustregel kann man sich merken: 1 % Wachstum pro Jahr entspricht einer Verdoppelung des Ausgangwertes in 70 Jahren.

Die Landwirtschaft hat die Aufgabe 7,4 Milliarden Menschen zu ernähren. Alle fünf Tage steigt die Weltbevölkerung um eine weitere Million Menschen, die alle Recht auf Nahrung haben. Trotz des Einsatzes von Dünger, Herbiziden und gentechnisch veränderter Pflanzen leiden etwa 1 Milliarde Menschen an Hunger oder Mangelernährung. Alle Ertragssteigerungen sind nur temporäre Scheinlösungen. Nur die Familienplanung und damit das Stoppen des Bevölkerungswachstums wären zielführend.

Ein Fernsehmoderator in Frankfurt hat mir gesagt: „Wir können locker 14 Milliarden Menschen ernähren, wenn alle vegetarisch leben.“ Das kann man so nicht stehen lassen und darum führe ich einige Überlegungen an. Wir können heute nicht alle der 7,4 Milliarden Menschen ernähren, aber wenn 14 Milliarden Menschen auf der Welt leben, dann soll das ganz locker gehen. Heute sterben jeden Tag mehr als 20‘000 Menschen an Unterernährung und der Fleischkonsum sinkt nicht, aber wenn 14 Milliarden Menschen die Welt bevölkern, werden plötzlich alle Vegetarier.

Wenn man annimmt, dass sich 10 Milliarden Menschen selber ernähren können und 4 Milliarden auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind, dann müsste man jeden Tag 400‘000 Lastwagen mit Nahrungsmittelhilfe auf den Weg schicken. Die vegetarische Ernährung ist nur eine der vielen Scheinlösungen. Um eine Brotscheibe zu bestreichen braucht man 5 g Margarine; für 14 Milliarden Brotscheiben benötigt man 70‘000 t Margarine. In der Margarine hat es Palmöl und um dieses zu gewinnen, muss man den Urwald roden und Plantagen errichten. Auch wenn man 14 Milliarden Menschen mit Nahrung versorgen könnte, wer versorgt so viele Menschen mit Energie und schafft so viele Arbeitsplätze? Wie hält man die Bevölkerungszahl bei 14 Milliarden stabil, heute mit 7,4 Milliarden Menschen ist es ja auch nicht möglich? Wenn sich die Weltbevölkerung nochmals verdoppelt und auf 28 Milliarden Menschen ansteigt, auf welche Nahrungsmittel soll man dann verzichten?

Wie die Menschen von den Umweltschützern an der Nase herumgeführt werden, zeigt sich an der Überfischung. Auf der Webseite des WWF konnte man im Januar 2016 folgendes lesen: „Hauptursachen der Überfischung sind die starke Fischereilobby, zu große Fangflotten und Nichteinhaltung von Kontingenten.“ Das die Überfischung in Wirklichkeit durch die Überbevölkerung verursacht wird, möchte ich Ihnen mit einem kleinen Rechenbeispiel aufzeigen. Da nicht alle Menschen Fisch essen, können wir 5 Milliarden Konsumente annehmen. Jeder möchte eine Mahlzeit mit 200 g Fisch zubereiten. Wir benötigen dazu 1 Milliarde kg Fisch, was 100‘000 Lastwagen Fisch entspricht.

Die meisten Menschen verstehen die globalen Auswirkungen der Überbevölkerung nicht. Sie haben den Urlaub in Schweden verbracht und sagen dann: „Da hat es noch viel Platz.“ Am Beispiel der Überfischung sieht man, dass der viele Platz in Schweden den Fischen in den Ozeanen nichts nützt. Oft bekomme ich zu hören: „Wir können doch mehr Fischfarmen bauen.“ Fragt sich nur, womit wir die Fische in den Fischfarmen füttern sollen.

Seit Jahren ist die globale Erwärmung ein grosses Thema in allen Medien. Man sollte nicht verschweigen, dass es einen natürlichen Klimawandel gibt. Während der Eiszeit lag der grösste Teil der Schweiz unter einem dicken Eispanzer und von diesem sind heute nur noch kümmerliche Reste im Hochgebirge zu sehen. Wenn es um den menschengemachten Klimawandel geht, dann sollte man die Überbevölkerung nicht verschweigen und das tun die Umweltschützer. Ich bin kein Klimaleugner, aber die Grünen sind Überbevölkerungsleugner. Die Umweltschützer verschweigen folgende biologischen Tatsachen: Ein Mensch produziert mit seiner Atmung pro Tag 800 g CO2. Zusätzlich produziert er mit der Atmung und dem Schwitzen Wasserdampf, welches ebenfalls zur Klimaerwärmung beiträgt. Der Mensch wandelt einen Teil der Nahrung in Körperwärme um und erzeugt eine Abstrahlungswärme von 100 W. Die Abstrahlungswärme aller Menschen dieser Welt beträgt 740 Milliarden Watt.

Die Energie ist ein zentrales Thema der Grünen. Um den CO2-Ausstoß zu vermeiden, werden in Deutschland Unsummen in den Ausbau der Sonnen- und Windenergie ausgegeben. Da die Weltbevölkerung jeden Tag um weitere 220‘000 Menschen zunimmt, die mit Energie versorgt werden müssen, wäre die Familienplanung in den Entwicklungsländern eine bessere Lösung um den CO2-Ausstoß zu verringern.

dudo-erny

Im Buch „Die Grünschwätzer“ habe ich in einem Kapitel beschrieben, welche paradiesischen Zustände auf der Welt herrschen würden, wenn die Weltbevölkerung in den letzten 2000 Jahren konstant bei 300 Millionen Menschen geblieben wäre. Wir könnten landwirtschaftliche Überschüsse ohne Einsatz von Giften und Genpflanzen erzielen, die Ozeane wären nicht überfischt und die Urwälder müssten nicht gerodet werden.

Im Buch „Die Grünschwätzer“ habe ich die Migration nur in einem Kapitel erwähnt und dort den Satz geschrieben: „Am Horizont braut sich ein Migrationsgewitter zusammen.“ Ich war selber überrascht, wie schnell dieses Unwetter gekommen ist. Als ich in einer Schweizer Zeitung gelesen habe „Mieter raus, Asylanten rein“, da habe ich beschlossen wieder etwas zu schreiben und so ist das Buch „Das Verschwinden der Europäer“ entstanden.

Während in Entwicklungsländern die Bevölkerungszahl immer noch stark wächst, schrumpft sie in den meisten europäischen Ländern. Es gibt viele Gründe warum Frauen in Europa auf Kinder verzichten, aber am häufigsten wird die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie genannt. Die Frauen in den Entwicklungsländern haben viele Kinder, weil diese als Arbeitskräfte eingesetzt werden können und als eine zukünftige Pflegeversicherung dienen. Neu kommt hinzu das Geschäftsmodell Migration. Wenn es einer afrikanischen Familie gelingt eines der fünf Nachkommen nach Europa zu schleusen und dieser Migrant Geld nach Afrika zurückschickt, dann hat es sich gelohnt viele Kinder auf die Welt zu stellen.

Ich habe im Buch die geschichtlichen, ökologischen und demografischen Probleme einiger Serie von Ländern beschrieben, damit man Vergleiche mit den heutigen Zuständen machen kann.

In Irland haben im Jahr 1660 eine halbe Million Menschen gelebt. Die Geburtenrate war hoch wie in heutigen Entwicklungsländern und so hatte dieses Land 1840 etwa 8 Millionen Einwohner. Im Jahr 1845 begann wegen der Kartoffelfäule die große Hungersnot, die vier Jahre lang anhielt. In dieser Zeit sind 1 Millionen Iren verhungert und 1,5 Millionen ausgewandert. Auch ohne die Kartoffelfäule wäre es in den folgenden Jahrzehnten zu einer Katastrophe gekommen, denn irgendwann kann die Landwirtschaft mit dem exponentiellen Bevölkerungswachstum nicht mehr Schritt halten.

China hat im Laufe seiner Geschichte viele Hungersnöte erlebt. Die chinesische Führung hat erkannt, dass die hohe Geburtenrate ins ökologische und wirtschaftliche Verderben führt und hat deshalb 1979 die Ein-Kind-Politik eingeführt. Leider haben rabiate Maßnahmen wie die Zwangsabtreibungen die Familienplanung in Verruf gebracht. Mit der Besteuerung der Kinder hätte man das Ziel der niedrigen Geburtenrate auch erreicht. Der chinesischen Familienplanung wird unterstellt, dass sie zu Abtreibungen der weiblichen Föten geführt hat, dabei war die wahre Ursache die Tradition, wo der männliche Nachkomme einen höheren Stellenwert besitzt. Es wird etwa 50 Jahre dauern bis das Bevölkerungswachstum gestoppt wird. Man erwarten, dass China im Jahr 2030 das Bevölkerungsmaximum mit mehr als 1,4 Milliarden Menschen erreichen wird. Die Kontrolle der Bevölkerungszahl war einer der Gründe, dass China wirtschaftlich erfolgreich war.

Im Jahr 1950 haben in Indien 376 Millionen Menschen gelebt, heute sind es 1,3 Milliarden. Momentan beträgt die jährliche Bevölkerungszunahme mehr als 15 Millionen Menschen und vermutlich wird im Jahr 2070 das Bevölkerungsmaximum mit 1,7 Milliarden Menschen erreicht. Die staatlich gelenkte Familienplanung ist im Gegensatz zu China gescheitert. Das starke Bevölkerungswachstum ist die Ursache vieler ökologischer und sozialer Probleme. So verfügen heute 600 Millionen Inder über keine eigene Toilette. Menschen, die sagen, dass man problemlos 14 Milliarden Menschen ernähren kann, sollten auch erwähnen, dass wir nicht in der Lage sind, allen eine Toilette zu bauen. In den 1960er Jahren wurde in Indien die Grüne Revolution gefeiert und ihr Gründer Norman Borlaug hat dafür den Nobelpreis erhalten.

Mit dem Einsatz von Hochertragssorten und Bewässerung hat man zwar die landwirtschaftlichen Erträge steigern können, aber dieser Erfolg wurde vom starken Bevölkerungswachstum zunichte gemacht. Die Grüne Revolution hat sich als eine der vielen Scheinlösungen im Kampf gegen das Bevölkerungswachstum erwiesen. Norman Borlaug hat das erkannt und darum die Regierungen aufgefordert, die Geburtenraten zu regulieren um das „Monster des Bevölkerungswachstums“ zu beherrschen. Viele Umweltschützer sehen die Amerikaner und Europäer als die alleinigen CO2-Verursacher und die Entwicklungsländer als Opfer. Jeder Mensch erzeugt mit seiner Atmung 800 g CO2 pro Tag und wegen dieser biologischen Tatsache erzeugen die Einwohner Indiens pro Tag mit ihrer Atmung 1 Million Tonnen CO2. Ein Vegetarier muss etwa 15 Jahre lang auf Fleisch verzichten um einen einzigen Atemzug aller Inder zu kompensieren.

ueberbevoelkerung

Japan ist ein dicht bevölkertes Land, aber die Bevölkerungszahl wird in der Zukunft wegen der niedrigen Geburtenrate und einer unbedeutenden Einwanderung stark sinken. Im Grossraum Tokio ist mit 1,13 Kindern pro Frau die Geburtenrate besonders niedrig. Während die Städte boomen, werden die Randregionen immer unbedeutender und in vielen Dörfern leben vorwiegend alte Leute. In der Schweiz bekomme ich oft zu hören: “Ohne Ausländer müssten wir viele Spitäler und Restaurants schließen.“ Wie das Beispiel Japan zeigt, ist es möglich, dass ein Staat auch ohne eine hohe Zuwanderung funktioniert.

Weil die Geburtenrate in Thailand hoch war, hat die Regierung 1968 eine Behörde für Familienplanung geschaffen. Auch ohne Zwangsabtreibungen ist es gelungen die Geburtenrate zu senken. Um das Bevölkerungswachstum zu stoppen, braucht es einen politischen Willen und einen funktionierenden Staat und beides fehlt in den meisten afrikanischen Ländern. Am 26. 12. 2004 hat sich in Thailand plötzlich das Meer zurückgezogen. Ahnungslose Touristen sind am Strand gestanden und haben die herannahende Welle gefilmt. Erst nach der Katastrophe wussten alle, was „Tsunami“ bedeutet. Genauso ahnungslos stehen viele Europäer vor dem Menschentsunami. Einige Provinzen im Süden Thailands haben eine islamische Bevölkerungsmehrheit und es kommt immer wieder zu Unruhen und Bombenanschlägen. Auch in diesem Land wird man vergeblich nach einem multikulturellen Paradies suchen.

In den 1960er Jahren war die Geburtenrate in Singapur hoch, weshalb 1970 eine Kampagne „Stop at 2“ gestartet wurde, damit die Frauen nicht mehr als 2 Kinder bekommen. Die Geburtenrate ist in den folgenden Jahren so stark gesunken, dass die Regierung 1986 eine Kampagne zur Geburtenförderung gestartet hat: „Have 3 or more if you can afford it.“ Wer es sich finanziell leisten konnte, sollte 3 und mehr Kinder bekommen. Eine Anhebung der Geburtenrate ist aber nicht gelungen. Eine Frau in Singapur bringt im Durchschnitt nur 1,2 Kinder auf die Welt.

Die Kolonialmächte haben die Philippinen schon längst verlassen, aber die Religionen, die sie mitgebracht haben, wirken heute noch. Die Katholiken stellen mit mehr als 80 Prozent die Bevölkerungsmehrheit. 5 Prozent der Bevölkerung bekennt sich zum Islam und diese würde am liebsten einen eigenen islamischen Staat gründen. Die katholische Kirche kämpft offen gegen Familienplanung, obwohl die Bevölkerungsdichte des Landes schon heute zu hoch ist und die meisten zusätzlichen Menschen in Armut leben werden.

Die Staaten verschwinden und entstehen neu wie z. B. Israel im Jahr 1948. In keiner anderen Region der Welt wird so heftig um Territorium gekämpft. Die Einwohnerzahl Israels hat stark zugenommen und in den palästinensischen Gebieten ist die Geburtenrate hoch. Die Medien sprechen lieber von Wasserknappheit als das Tabuwort Überbevölkerung zu erwähnen. Der nächste Konflikt im Nahen Osten könnte ein Krieg um Wasser sein.

Die USA sind ein klassisches Einwanderungsland. Die Indianer haben den ersten Siedlern geholfen den Winter zu überleben, da sie nicht geahnt haben, was ihnen die Invasoren in Zukunft antun werden. In verschiedenen Regionen der USA wurden grosse Goldfunde gemacht und dies hat die Einwanderung noch beschleunigt. Diese Beispiel zeigt: Die Menschen gehen dorthin, wo es etwas zu holen gibt. Die Plantagenbesitzer im Süden der USA brauchten Arbeitskräfte und so wurden Sklaven aus Afrika importiert. Die Sklavenfrage war eine der wichtigsten Ursachen für den amerikanischen Bürgerkrieg – Die Plantagenbesitzer hatten den Profit, der Staat hatte den Bürgerkrieg. Man hat schon vor dem Bürgerkrieg versucht die afrikanischen Sklaven zurück nach Afrika zu bringen und hat zu diesem Zweck in der Region des heutigen Staates Liberia Land gekauft. Nur eine kleine Anzahl Sklaven konnte zurückgeschafft werden. Das Beispiel USA zeigt: importierte Arbeitskräfte wird man nicht so leicht wieder los. Die Rassenprobleme sind noch heute vorhanden. In vielen Städten gibt es Gettos mit vorwiegend schwarzer Bevölkerung. Wenn man die Familienfotos der reichen Familien wie Rockefeller, Kennedy oder Bush anschaut, dann sieht man nur weisse Hautfarbe.

Texas hat früher zu Mexiko gehört. Um diese fast menschenleere Region zu besiedeln, hat Mexiko den Einwohnern der USA die Einwanderung erlaubt, mit dem Ziel, dass diese mexikanische Bürger und Katholiken werden. Die Pläne der Regierenden gehen oft schief: Die Einwanderer aus den USA wollten nicht den katholischen Glauben annehmen und Texas hat sich 1836 für unabhängig erklärt und 1845 wurde es ein Bundesstaat der USA. Heute stellt die illegale Einwanderung aus Mexiko ein grosses Problem dar. Viele europäische Touristen sind zwischen Las Vegas und Los Angeles gereist und sagen mir dann: „Da hat es noch viel Platz.“ Sie hätten das Mündungsgebiet des Colorado besuchen sollen. Diesem Fluss wird vorwiegend durch die Landwirtschaft so viel Wasser entnommen, dass er nicht mehr den Ozean erreicht. Ohne Wasser nützt der viele Platz nicht viel. Die Landwirtschaft der USA ist eigentlich ein Zweig der chemischen Industrie. Sie braucht Erdöl für die Landmaschinen, Kunstdünger und Pestizide für den Ackerbau; es werden gentechnisch veränderte Pflanzen verwendet um die Erträge zu steigern; in der Viehzucht werden Hormone und Antibiotika eingesetzt. Neben dem Profit ist auch eine steigende Einwohnerzahl der Grund für diese Missstände – die Bevölkerung der USA wächst momentan um 2,3 Millionen Menschen pro Jahr.

Kanada ist von Frankreich und England kolonialisiert worden und ist darum heute noch ein zweisprachiges Land. Die französischsprachige Region Quebec wollte sich von Kanada abspalten, aber die Sezession wurde von den Stimmbürgern abgelehnt. Alle multikulturellen Staaten zeigen eine Tendenz zum Auseinanderfliegen.

Die einheimische Bevölkerung Haitis ist durch Krankheiten und Zwangsarbeit praktisch ausgerottet worden. Es wurden Sklaven aus Afrika importiert für die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen. Die Nachkommen dieser afrikanischen Arbeiter stellen heute die Bevölkerungsmehrheit.

In Brasilien ist die Überbevölkerung in den Slums gelandet. Den Demografen ist nicht ganz klar, warum sich das Bevölkerungswachstum von alleine verlangsamt hat. In Brasilien wird weiter Urwald gerodet für eine wachsende Weltbevölkerung.

In Australien liegen alle Grossstädte am Meer und zwar dort wo es genug Wasser gibt. Alice Springs liegt im trockenen Zentrum des Landes und hat nur 30‘000 Einwohner. Auch in Australien hat es viel Platz, aber im Landesinneren sind die Niederschläge gering, so dass Ackerbau nicht möglich ist. Die Aborigines haben 40‘000 Jahre lang ohne Wirtschaftswachstum gelebt und dann kamen die weißen Invasoren. Diese wollten die Sprache der einheimischen Bevölkerung nicht lernen und auch deren Lebensweise nicht annehmen. Die Einwanderer haben die Einheimischen aus ihrem Lebensraum verjagt oder umgebracht. Die Integration der Aborigines in die Welt der Weissen ist nicht gelungen. Jäger und Sammler wissen zwar wie man in der Wildnis überlebt, finden sich aber in der Wolkenkratzerwelt der Einwanderer nicht zurecht. Die Einwanderung nach Australien durchlief verschiedene Phasen. Zeitweise wurden nur weisse Siedler aufgenommen. Heute hat sich das Land gegen den Zustrom von Asylanten abgeschottet. Die legale Einwanderung erfolgt über ein Punktesystem, das die beruflichen Fähigkeiten, das Alter und die Sprachkenntnisse berücksichtigt.

Die afrikanischen Länder südlich der Sahara weisen die höchsten Geburtenraten auf. Dies ist der Hauptgrund, dass bis heute die Armut nicht besiegt werden konnte. Die Kolonialzeit ging in den 1960er Jahren zu Ende, aber noch heute wird bei vielen ungelösten Problemen des Kontinents behauptet, dass dies die Spätfolgen der Kolonialzeit seien. Seit Jahrzehnten werden in den Medien die Afrikaner als Opfer dargestellt.

umweltundaktiv

Zur Zeit des Römischen Reiches war Ägypten eine Kornkammer – heute ist das Land ein Weizenimporteur und auch hier ist die Überbevölkerung der Hauptgrund. Damals haben nur einige Million Menschen in der Region gelebt, heute sind es 93 Millionen. Husni Mubarak war von 1981 bis 2011 an der Macht und in diesen 30 Jahren gab es in Ägypten eine Bevölkerungszunahme um 40 Millionen Menschen. Welche Regierung ist in der Lage in einer so kurzen Zeit Wohnraum und Arbeitsplätze für so viele Menschen zu schaffen?

Viele Nahostexperten berichten zwar ausführlich über die sozialen Probleme Ägyptens, aber die hohe Geburtenrate erwähnen sie mit keinem Wort. Für das Jahr 2100 erwartet die UNO eine Einwohnerzahl von 200 Millionen Menschen. Der Staudamm bei Assuan sollte Schutz vor Dürreperioden und Hochwasser bieten und daneben noch Strom erzeugen. Die Ideologie der Technokraten lautet: wir bauen einen Staudamm, dann wird alles gut. Die Ideologie der Grünen ist keinen Deut besser: wir bauen Windräder, dann wird alles gut. Die Familienplanung wäre die beste Lösung gewesen.

In Tansania haben 1950 nur 7,6 Millionen Menschen gelebt. Heute sind es 55 Millionen und für das Jahr 2100 gibt die UNO 299 Millionen an. Tansania ist eines der Länder Afrikas wo sich die Bevölkerung in 150 Jahren etwa um den Faktor 40 vermehren wird. Zum Vergleich: Österreich hatte 1950 6,9 Millionen Einwohner. Würde die Bevölkerung wie in einem Entwicklungsland zunehmen, hätte das Land in Jahr 2100 270 Millionen Einwohner.

In Nigeria haben 1950 nur 38 Millionen Menschen gelebt, heute sind es 187 Millionen. Jeden Monat erhöht sich die Einwohnerzahl Nigerias um weitere 400‘000 Menschen. Man macht den Kolonialmächten den Vorwurf, dass sie die Staatsgrenzen willkürlich gezogen haben. Wenn man weiss, dass in Nigeria 430 verschiedene Ethnien leben, dann erkennt man, dass es nicht immer einfach war die Grenzen zu ziehen. 50 % der Bevölkerung Nigerias sind Muslime, die vorwiegend im Norden des Landes Leben. Ein Zerfall des Landes in zwei Staaten wäre ein mögliches Zukunftsszenario.

Karl-Heinz Böhm hat 1981 in Äthiopien das Hilfswerk „Menschen für Menschen“ gegründet. Damals hatte das Land 36 Millionen Einwohner. Karl-Heinz Böhm ist 2014 gestorben und da haben in Äthiopien bereits 96 Millionen Menschen gelebt und die meisten waren trotz seiner Bemühungen immer noch arm. Dies ist nur eines der vielen Beispiele, wie die Entwicklungshilfe an der hohen Bevölkerungszunahme gescheitert ist. Die Familienplanung ist die beste Entwicklungshilfe.

Niger ist eines der Länder südlich der Sahara mit einer sehr hohen Geburtenrate. Eine Frau hat im Durchschnitt 6,7 Kinder. 1950 hatte das Land 2,6 Millionen Einwohner, heute sind es 20,7 Millionen. Wenn man ein einfaches Rechenbeispiel mit einem Ehepaar und 6 Kindern macht, erkennt man die starke Bevölkerungszunahme, denn die nächsten Vermehrungsschritte lauten: 18 Enkel, 54 Urenkel, 162 Ururenkel etc.

Das Land Ruanda kennen die Meisten wegen des Bürgerkrieges im Jahr 1994, wo etwa 800‘000 Tutsi von der Bevölkerungsgruppe der Hutu umgebracht wurden. So muss man sich einen Überbevölkerungskrieg vorstellen: Mit Macheten werden Nachbarn umgebracht. Bei der Suche nach den Ursachen des Massenmordes haben die Medien unter anderem von Landknappheit berichtet, um das Tabu-Wort Überbevölkerung nicht benützen zu müssen.

Die Bevölkerungszahl Afrikas wird weiter in einem unglaublichen Tempo zunehmen. Hier einige Zahlen der UNO: 1950: 228 Millionen, 2016: 1,2 Milliarden, 2050: 2,5 Milliarden und 2100: 4,38 Milliarden Menschen. Viele afrikanische Länder können schon heute nur mit grösster Mühe die eigene Bevölkerung ernähren. Wer meint, dass es kein Problem sein wird 2 Milliarden Menschen über eine grössere Distanz zu ernähren, sollte an die Blockade West-Berlins denken. Vom Juni 1948 bis Mai 1949 mussten 2,2 Millionen Westberliner über eine Luftbrücke versorgt werden. Wenn man 2 Milliarden Afrikaner mit einer Luftbrücke versorgen will, braucht man dazu 20‘000 grosse Frachtflugzeuge, die jeden Morgen mit Nahrung vollbeladen werden und 5‘000 km weit in die Region südlich der Sahara fliegen. Da diese Lösung unrealistisch ist, könnte es in der 2. Hälfte dieses Jahrhunderts zu einem anderen Szenario kommen: 1 Milliarde Menschen werden verhungern und 1 Milliarde Menschen werden nach Europa auswandern.

Europa ist der Kontinent mit der niedrigsten Geburtenrate. In einem europäischen Land mit einer geringen Kindersterblichkeit müsste eine Frau im Durchschnitt 2,1 Kinder auf die Welt bringen um die Einwohnerzahl konstant zu halten. In einigen Ländern bekommen die Frauen aber nur etwa 1,4 Kinder, was zu einem Bevölkerungsschwund führt.

In Finnland hat sich die Bevölkerungszahl in den letzten 60 Jahren nur moderat erhöht. Dieses Land zeigt, dass ein Wirtschaftswachstum und Wohlstand auch ohne Bevölkerungswachstum möglich sind. 1995 wurde die Partei „Wahre Finnen“ gegründet, die gegen die unkontrollierte Einwanderung ist.

Im Jahr 711 sind die Araber und Berber im Süden Spaniens nach Europa gelangt und haben das westgotische Heer geschlagen. Die Islamisierung der Iberischen Halbinsel war nach wenigen Jahrzehnten vollzogen. Die Rückeroberung (Reconquista) hat bis 1492 gedauert und anschliessend wurden die Juden und die Moslems aus Spanien vertrieben. Im Norden Spaniens lebt die Minderheit der Basken, die mit Bombenanschlägen mehr Autonomie erreichen wollte. In Katalonien haben bei einer Volksbefragung die meisten Wähler für eine Abspaltung von Spanien gestimmt. Es zeigt sich immer wieder in der Geschichte: Vielvölkerstaaten sind unstabil. In Spanien schwankt die Geburtenrate je nach Wirtschaftslage auf einem tiefen Niveau von etwa 1,2 bis 1,47 Kindern pro Frau. Politiker investieren lieber in gigantische Prestigeprojekte statt in Kindergärten und Schulen.

 

Das Land Jugoslawien gibt es nicht mehr. Es ist in mehrere Staaten zerfallen, da die verschiedenen Völker und Religionen nicht in der Lage waren in Frieden miteinander zu leben. Die Spaltung der Region hat schon im Jahr 395 mit der Teilung des Römischen Reiches begonnen. Im Jahr 1054 kam es zur Kirchenspaltung und heute noch sind die Kroaten katholisch und die Serben orthodox.1389 fand die Schlacht auf dem Amselfeld statt, wo das osmanische Heer die serbische Armee besiegt hat. In den folgenden Jahrzehnten wurde unter anderem Bosnien islamisiert. Ab 1578 wurden auf kroatischem Gebiet Wehrdörfer errichtet und Serben angesiedelt. Die Integration ist in 4 Jahrhunderten nicht gelungen und der Hauptgrund war die unterschiedliche Religion der Serben und Kroaten. Im Zweiter Weltkrieg haben Kroaten viele Serben umgebracht und die Jahrhunderte alten Feindschaften haben im Bürgerkrieg der 1990er Jahre zum Zerfall des Landes geführt. Die Ideologie des Serbenführers Milošević war: „Wo ein Serbe lebt, da ist Serbien.“ Die westlichen Medien haben den Ausdruck „Ethnische Säuberungen“ geprägt. Da Kroaten und Serben beide der ethnischen Gruppe der Südslawen angehören, können es nicht ethnische Säuberungen gewesen sein. Die Medien wollten den Ausdruck „Religionskrieg“ vermeiden. Als Tito 1980 gestorben war, hat sich die staatlich verordnete Brüderlichkeit in Luft aufgelöst. Der Vielvölkerstaat konnte nur durch eine Diktatur zusammengehalten werden.

 

Als ich 1965 in die Schweiz eingewandert bin, musste ich an der Grenze den Pass zeigen. Die Fremdenpolizei hat gewusst wie wir heissen, wo wir wohnen und was wir tun. Ich habe 1977 das Schweizer Bürgerrecht angenommen und die Behörden haben sich zuvor im Bekanntenkreis erkundigt, was ich so treibe. Im Film „Die Schweizermacher“ (1978 mit Emil in der Hauptrolle) wird diese Vorgehensweise ziemlich wahrheitsgetreu geschildert. Ich habe schon früh gemerkt, dass in der Schweiz vieles anders ist als in Jugoslawien. In Jugoslawien denken die Menschen: Wie kann ich den Staat austricksen? Die Schweizer denken: Der Staat sind wir. So wird z. B. auch die militärische Macht an die Soldaten delegiert, denn diese nehmen nach der Rekrutenschule die gesamte persönliche Ausrüstung mit nach Hause. Als ich meinen Verwandten in Jugoslawien erzählt habe, dass ich meiner Wohnung in der Schweiz ein Sturmgewehr und die dazugehörige Munition aufbewahre, sind sie fast vom Stuhl gefallen. Ihre Meinung war: „Wenn bei uns alle ein Gewehr und Munition zu Hause hätten, die würden sich gegenseitig umbringen.“ Wie der Bürgerkrieg gezeigt hat, ist es auch so herausgekommen.

Die Schweiz war ein Auswanderungs- und auch ein Einwanderungsland. Im 19. Jahrhundert haben viele Gemeinden ihre verarmten Mitbürger förmlich zur Auswanderung gezwungen und ihnen die Reisekosten bezahlt. Heute importiert man die Habenichtse aus den Entwicklungsländern.
1956 wurden Flüchtlinge aus Ungarn aufgenommen. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings im Jahr 1968 kamen viele Flüchtlinge aus der Tschechoslowakei in die Schweiz. Diese beiden Bevölkerungsgruppen haben sich ziemlich problemlos integriert. Das war aber nicht bei allen Volksgruppen so. Bei Tamilen hat eine eigentliche Integration der ersten Generation nicht stattgefunden. Sie feiern ihre eigenen Feste und bleiben unter sich.

Der Wirtschaftsaufschwung hat in den 1960er Jahren zu einer starken Einwanderung in die Schweiz geführt und das hat nicht allen Leuten gepasst. James Schwarzenbach hat eine „Volksinitiative gegen Überfremdung und Überbevölkerung der Schweiz“ lanciert, die 1970 abgelehnt wurde. Im Jahr 2000 wurde vom Schweizer Stimmvolk das Personenfreizügigkeitsabkommen angenommen. Die Politiker haben die Prognose gestellt, dass höchstens 8‘000 Menschen pro Jahr einwandern werden, gekommen sind aber 10 Mal so viele. Aus diesem Grund hat die SVP (Schweizerische Volkspartei) eine „Volksinitiative gegen die Masseneinwanderung“ lanciert, die 2014 angenommen wurde. Die SVP ist gegen den EU-Beitritt der Schweiz und kämpft gegen die illegale Einwanderung. Im Jahr 2011 wollten die Behörden in Bettwil – einem Dorf mit etwas mehr als 500 Einwohnern – eine Unterkunft für 140 Asylanten einrichten. Mit Protestveranstaltungen und Plakaten im ganzen Dorf wurde die Asylunterkunft verhindert.

In den 1960er Jahren wurden Schweizer, die den Militärdienst verweigert haben ins Gefängnis geworfen. Eine Zeit lang konnten Flüchtlinge aus Eritrea ihre Militärdienstverweigerung als Asylgrund angeben. Die Schweiz ist ein Erfolgsmodell und die Wirtschaft funktioniert auch ohne die EU und den Euro. Obwohl im Land vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch) gesprochen werden, kommt es nicht zu Abspaltungsbestrebungen. Die direkte Demokratie und der Föderalismus geben den Kantonen und Gemeinden aber dank dem Initiativrecht auch dem Einzelnen viel Macht.Die grössten Probleme im täglichen Zusammenleben bereiten die Einwanderer aus den islamischen Ländern. Fast täglich gibt es Streit wegen Schwimmunterricht, Kopftuchtragen, Schweinefleisch in den Horten oder wenn moslemische Schüler der Lehrerin den Händedruck verweigern. Im Jahr 2009 wurde die „Volksinitiative gegen den Bau von Minaretten“ angenommen.

Deutschland hat in der Mitte der 1960er Jahre mit 2,5 Kindern pro Frau einen Babyboom erlebt. Innerhalb eines Jahrzehnts hat aber ein Rückgang der Geburtenrate auf etwa 1,4 Kinder pro Frau stattgefunden und verharrt dort seit 40 Jahren. In der DDR wurden in den 1970er Jahren die Geburten gefördert und es ist eine Zeit lang gelungen die Geburtenrate zu erhöhen. Nach dem Mauerfall ist die Geburtenrate in der ehemaligen DDR kurzzeitig stark gesunken, da die staatlichen Zuwendungen weggefallen sind.

Viele meinen, dass eine höhere Lebenserwartung der Hauptgrund für die Überalterung der Gesellschaft ist. Um die Ursache zu beschreiben, müsste man eher von einer „Unterjüngung“ oder „Unterkinderung“ sprechen. Der prozentuale Anteil der alten Menschen steigt automatisch, wenn weniger Kinder geboren werden. Die niedrigsten Geburtenraten findet man bei den gebildeten Frauen. Das demografische Hauptproblem Deutschlands ist die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen. Das Patentrezept „Bildung der Frauen“, das in Entwicklungsländern zu einer niedrigen Geburtenrate führen soll, ist für Deutschland fatal. Die einheimische Bevölkerung wird nicht nur älter, sie stirbt aus.

Vergleicht man die Altersverteilung Deutschlands mit der eines Entwicklungslandes wie Uganda, so fällt auf, dass in Uganda der Anteil der Menschen, die älter als 65 Jahre sind nur bei 2 % liegt, während in Deutschland mehr als 21 % dieser Altersgruppe angehören. In die Gruppe „Kinder bis 14 Jahre“ gehören in Deutschland knapp 13 % der Bevölkerung während es in Uganda mehr als 48 % sind. Wenn man in Deutschland unterwegs ist, sieht man viele Rentner, in Uganda sieht man viele Kinder.

Die Industrie klagt über den Fachkräftemangel, aber dieser ist eigentlich ein Kindermangel, denn wer nicht geboren wurde, kann auch keinen Beruf erlernen. In 30 bis 40 Jahren werden die Babyboomer weggestorben sein und dann beginnt der demografische Niedergang Deutschlands. Viele sagen mir: „In 40 Jahren bin ich tot.“ Die meisten Politiker würden wahrscheinlich meinen: „In 40 Jahren bin ich nicht mehr im Amt.“

Wenn man eine einfache Überlegung anstellt, dass sie die Bevölkerung Deutschlands alle 60 Jahre halbiert wird  und keine Einwanderung stattfindet, werden in Deutschland im Jahr 2260 etwas mehr als 4 Millionen Menschen leben. Im Jahr 2600 werden alle Deutsche Platz in einem grossen Fussballstadion haben und im Jahr 3000 sind noch 1‘000 Deutsche am Leben. Das große gesellschaftliche Problem ist, dass im Gegensatz zu den Rentnern, die ungeborenen Kinder keine Lobby haben. Um gewählt zu werden, müssen die Politiker Wahlgeschenke an Rentner machen. Die Zukunft eines Landes sind aber nicht die Pflegeheime, sondern die Kindertagesstätten.

In vielen Ländern bestimmt die Wirtschaft über die Einwanderung, so auch in Deutschland. Als man 1961 ein Anwerbeabkommen mit der Türkei unterzeichnet hat, um der deutschen Industrie Arbeitskräfte zu liefern, hat man nicht geahnt welche sozialen Folgen das nach sich ziehen wird. Der Industrie ist es egal wer am Fliessband steht, es zählt nur der Profit und der Aktienkurs. Die sozialen Folgen wie Gettobildung müssen die Städte tragen. Die momentane Migrationspolitik scheint zu lauten: Wir nehmen alle auf, die uns die Schlepper bringen.

Den Grünen ist es mit ihrer Klimahysterie gelungen den Deutschen die Wind- und Solarenergie aufzuschwatzen. Die unzähligen Milliarden hätte man besser zur Erhöhung der Geburtenrate der Deutschen aufgewendet, denn dieses Volk steht vor einer demografischen Katastrophe. Darum sage ich zum Schluss: Vergessen Sie die Energiewende – Deutschland braucht eine Bevölkerungswende.

Dudo Erny

Mehr zum Autor erfahren Sie unter: http://www.umweltundaktiv.de/unsere-gespraechspartner/

Verwandte Artikel:


1 Kommentare zum Artikel “Die Bevölkerungsexplosion – eine unterschätze Gefahr!”


  1. Asenpriester meint:
    20.06.2016 um 03:41


    Die ‚Finanzgewaltigen‘, die von jeher die Welt regieren, haben sich schon lange mit dieser Thematik beschäftigt, denn die in der Zukunft zu erwartenden Gewinne benötigen eine genaue Analyse.
    In dem Bericht des „Club of Rome“ erschien 1972 die Umweltstudie von Dennis Meadows „Die Grenzen des Wachstums“, in der alle Umweltprobleme, wie auch die Überbevölkerung , aufgeführt wurden. Das Wirtschaftswachstum in den entwickelten Staaten wurde genauso aufgeführt, wie die Bevölkerungsexplosion in der 3. Welt. Die Erde wächst nicht mit!
    So sollten die ‚Steuernden‘ in der Weltpolitik Einfluß nehmen auf die Weltreligionen, die auf ungehinderte hohe Geburtenraten plädierten.
    Heute wissen wir, was daraus geworden ist: Man hat den überschüssigen Tiermenschenmüll in der 3. Welt heran gezüchtet, um später die Kulturnationen damit zu überfluten. Der Club of Rome sind ja nur Vertreter der Weltkonzerne und Banken, die nur in Petro-$ rechnen können.
    Herbert Gruhl schreibt dazu:
    „Einige europäische Völker, die in der glücklichen Lage sind, daß sich ihre Bevölkerung stabilisiert, haben einen Weg von sagenhafter Dummheit gefunden, diesen Vorteil wieder aus der Hand zu geben: Sie betrachten sich jetzt als Einwanderungsländer für den gesamten Erdball. In den Ausreiseländern hingegen bringt diese Entwicklung keine Erleichterung. Ihr Bevölkerungswachstum ist so groß, daß sie immer wieder vor den gleichen Problemen stehen.“
    „Ein Planet wird geplündert“ 1975