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Die Birke – mehr als nur schön anzusehen

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Schon den alten Germanen galt die Birke als heiliger Baum, der für die Fruchtbarkeitsfeste im Frühling die Jungfräulichkeit symbolisierte. Auch heute werden noch in einigen Dörfern am ersten Mai Maibäume aufgestellt und der Frühling begrüßt. Vermutlich liegt die Zuordnung der Birke als Jungfrau an der weißen Rinde, die bei jungen Birken sehr zart und seidig ist.

Der Birke werden eine ganze Reihe an heilsamen Fähigkeiten zugeschrieben, wie z. B. blutreinigend, harntreibend, Nierensteine, Rheuma, Hautprobleme, Allergien, Haarausfall, Durchfall oder Frühjahrsmüdigkeit.

Der Birkentee

Die häufigste Anwendung der Birke ist ein Tee aus den Blättern oder Blattknospen des Baums. Der Tee wirkt stark harntreibend, sodass er gut gegen Rheuma, Gicht und andere  Stoffwechselerkrankungen hilft. Bei regelmäßiger Anwendung soll er sogar Nierensteine auflösen können.  Bei hartnäckigen Hauterkrankungen kann man Birkenaufguss sowohl trinken als auch für Waschungen und Bäder verwenden. Das tolle am Birkentee, er ist fast ganzjährig verfügbar.

Der Birkensaft

Besondere Wirksamkeit wird dem Birkensaft zugeschrieben. Der Birkensaft wird zwischen März und Anfang Mai gewonnen. Dazu braucht man eine Birke, welche mindestens einen Meter über dem Boden einen Durchmesser von 20 cm hat. Jüngere Birken kommen für die Saftgewinnung nicht in Frage. Wichtig! Die benutzte Birke sollte einem selbst gehören oder man sollte eine Genehmigung vom Besitzer haben ihren Saft abzuzapfen. Sonst könnte man Ärger mit dem Waldbesitzer bekommen. Tatbestand:  Baumfrevel.

Birkensaft selbst gezapft

Die Birke speichert im Sommer Nahrung für die nächste Wachstumsperiode in ihren Wurzeln. Im Frühling steigt diese Nahrung als Birkensaft im Holz des Stammes empor ins Geäst. Die Birke verfügt nur über kurze Zeit im Frühling (ca. 4 Wochen) über Birkensaft. Diese Periode beginnt, wenn der Schnee eben abgeschmolzen ist und die Tagestemperatur Plusgrade erreicht. Der Birkensaft hört schlagartig auf zu fließen, wenn die Blattknospen ausschlagen.

Während der Saft steigt, kann eine große Birke ca. 15-20 Liter am Tag spenden. Dazu benötigt man ein Zapfloch mit einem Durchmesser von 5 cm und einer Tiefe von 10 cm. Eine solche Verwundung verträgt die Birke nur ein-  / zweimal in ihrem Leben. Wenn man den Baum schonen will, um jährlich anzapfen zu können, kann man sich mit einem kleineren Loch von 2 cm Durchmesser und 2 cm tief begnügen. Ein solches Loch ergibt zu Beginn der Saftzeit ca. 3 Liter Birkensaft am Tag.

Wie geht man am besten vor? Etwa 60 cm über der Erde mit einem 18 mm Installationsbohrer ein Loch ca. 2 cm tief schräg nach oben in den Birkenstamm bohren. Der Saft fängt sofort an zu tropfen.

Ein Verbindungstück für Standard-elektro-Installationsrohre (19 mm Außendurchmesser) in das Loch drücken.

Eine Getränkeflasche aus Plastik (1.5 liter) mit einem Trichter mit Hilfe eines Gepäckbandes am Stamm festbinden. Achtung! Keine Glasflasche zum Aufsammeln von Birkensaft verwenden, da diese bei Nachtfrost platzen kann.

Der Saft ist  sehr süß und aromatisch! Wenn der Saft nicht mehr steigt und das Zapfloch trocken ist, kann man es mit Pfropfwachs oder Baumbalsam versiegeln. Danach stopft man es mit einem Korken oder einem Holzpflock, um den Baum gegen Fäule zu schützen.

 

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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Datum
24.04.2016

Kategorie



1 Kommentare zum Artikel “Die Birke – mehr als nur schön anzusehen”


  1. Stephi meint:
    26.04.2016 um 09:48


    Birken sind schon toll – wenn man nicht gerade gegen sie allergisch ist und drei Stück davon vor dem Scchlafzimmerfenster zu stehen hat :D