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Die Rolle der Ökostromlabels beim Stromanbieterwechsel

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Seit dem Reaktorunglück in Fukushima haben deutsche Ökostromanbieter einen enormen Anstieg der Kunden verzeichnen können. Besonders profitieren konnten die vier echten Ökostromanbieter

  • Naturstrom
  • EWS Schönau
  • Greenpeace Energy
  • Lichtblick

Alleine der Anbieter Naturstrom hat seit der Atomkatastrophe 70000 Kunden bekommen. Vor der Katastrophe zählte der Stromanbieter rund 8500 Kunden.

Um Ökostrom zu bekommen, muss man sich aber nicht zwingend für einen der vier echten Ökostromanbieter entscheiden. Man kann auch bei konventionellen Stromlieferanten einen Ökostromtarif wählen. Diese Tarife findet man auch in deren Angebot, weil sie auf die somit auf die erhöhte Ökostromnachfrage reagieren.

Die meisten dieser Anbieter lassen sich diese Ökostromprodukte mit einem Label zertifizieren. Man wird häufig auf das OK-Power Label, das Grüner Strom Label aber auch auf Labels vom TÜV und RECS Zertifikate stolpern, wenn man nach einem Ökostromtarif sucht. Die meisten Kunden vertrauen den Zertifikaten und wählen das günstigste Ökostromprodukt aus, weil sie Geld sparen und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes tun wollen. Oft täuschen die Labels aber, weil der Begriff Ökostrom nicht einheitlich definiert ist und die Auslegung dem Stromanbieter allein zufällt. Damit man nicht in diese Falle tappt, sollte man sich vor dem Wechsel über die einzelnen Zertifikate und deren Kriterien informieren.

Das OK-Power Label

Die Vergabestelle für das OK-Power Label ist der Verein EnergieVision. Er wird von verschiedenen Umwelt- und Naturschutzvereinen getragen und bezeugt durch die Zertifizierung, dass es sich um echten Ökostrom handelt. Nicht nur das. Die zertifizierten Stromlieferanten müssen darüber hinaus auch in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren. Das Zertifikat gibt es dabei in drei verschiedenen Ausführungen: das Händlermodell, das Fondsmodell und das Initiierungsmodell.

Das Grüner Strom Label

Auch der Verein Grüner Strom Label, der Stromprodukte mit dem gleichnamigen Label zertifiziert, wird von Umweltorganisationen getragen. Dabei verpflichtet sich der Stromanbieter, dessen Produkte zertifiziert werden, in neue Ökostromprojekte und Anlagen zu investieren. Das Label wird in zwei Ausführungen unterteilt: Silber und Gold. Beim Silber-Label muss mindestens 50 Prozent Ökostromanteil vorliegen und für das Goldene 100 Prozent. Bemerkung: das silberne Label soll bald komplett abgeschafft werden.

Die Labels vom TÜV

Auch die Labels vom TÜV haben ähnliche Kriterien wie das OK-Power Label und das Grüner Strom Label. Mit den verschiedenen Ausführungen gibt es mindestens 50 Prozent und oft auch 100 Prozent Ökostrom. Bei allen Labelausführungen muss der Anbieter auch in neue Ökostromprojekte investieren oder seine alten Anlagen modernisieren. Vorsichtig sollte man aber sein, weil viele Stromanbieter irgendein Label des TÜV nutzen, um für Ökostrom zu werben, doch tatsächlich steht das Label für etwas anderes.

Das Renewable Energy Certificate System (RECS Zertifikate)

Anders als die deutschen Zertifikate funktionieren RECS-Zertifikate. Sie werden europaweit vergeben und sie funktionieren so ähnlich wie eine Tauschbörse. Auch wenn die Zertifikate belegen, dass der Ökostrom wirklich aus erneuerbaren Quellen stammt, bewirken sie keinen Zusatznutzen für die Umwelt (den Ausbau neuer Ökostromkraftwerke beispielsweise). Außerdem lassen die Zertifikate viel Spielraum für Tricks bei den Stromanbietern. So können Zertifikate im Ausland gekauft werden und damit der heimische konventionell hergestellte Strom umetikettiert werden. Das führt die Verbraucher hinters Licht und die Umwelt nimmt schaden. Weil diese Zertifikate überhaupt nicht seriös sind und keinen Zusatznutzen bringen, sollte man davon absehen entsprechende Ökostromprodukte zu buchen.

Das sind die Labels, denen man vertrauen kann

  • OK Power Label
  • Grüner Strom Label
  • Die Labels vom TÜV

Mit diesen Labels kann man sich sicher sein, wirklich Ökostrom zu bekommen und nachhaltig etwas für die Umwelt zu tun. Insbesondere sind die neuen Projekte und Investitionen sehr wichtig, damit die Energiewende früher passiert und die konventionellen Stromanbieter vom Markt gedrängt werden. Weitere Informationen zu Ökostrom und Ökostromlabels gibt es auf dem Portal Energieinitiative.org

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Datum
30.12.2014

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