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Ein Haus aus Stroh in Brandenburg bauen!

Ă–koBauenBilden

Der Verein Öko Bilden Bauen unterstützt großes Strohballen- Hausprojekt in Werder – selbst Hand anlegen inklusive

Derzeit entstehen in Werder, direkt am GroĂźen Zernsee, auf einem ehemaligen Fabrikgelände 60 Wohnungen fĂĽr etwa 140 Menschen jeden Alters. Neben einer denkmalgerechten Renovierung bestehender Gebäude haben sich die zukĂĽnftigen Bewohner beim Neubau fĂĽr eine uralte und wiederentdeckte Form des Hausbaus entschieden: die Strohballen-Bauweise. Bereits vor ĂĽber hundert Jahren bewährten sich Strohballen als Baustoff im eiskalten Klima Nebraskas in den USA, in den 80er Jahren entdeckte die ökologische Baubewegung diese zuverlässige und umweltfreundliche Bauweise wieder. Der in GrĂĽndung befindliche Verein Ă–ko Bauen Bilden e.V. unterstĂĽtzt ökologische Bau-Projekte und hilft in Werder mit der Aktion 100×100 tatkräftig bei der Umsetzung des Vorzeigeprojekts. Er organisiert auĂźerdem zwei kostenlose Workshops fĂĽr alle, die gerne selbst Hand am Strohballenhaus anlegen wollen.

Der Ă–ko Bauen Bilden e.V. i.G. hat sich zum Ziel gesetzt, die Weiterverbreitung von Wissen und Handwerk im Bereich des ökologischen Bauens zu fördern sowie Bauprojekte aktiv zu unterstĂĽtzen, in denen auf Nachhaltigkeit und die Umweltverträglichkeit eingesetzter Baustoffe und deren Verarbeitung geachtet wird. Um die Häusle-Bauer in Werder tatkräftig zu unterstĂĽtzen, hat der Verein das Förderprojekt 100×100 ins Leben gerufen. Wer sich beteiligen will, spendet einen Betrag in frei wählbarer Höhe oder wird ab 100 Euro Pate fĂĽr einen ganzen Strohballen.

Diejenigen, die sich noch eingehender mit dem Thema beschäftigen möchten, können darüber hinaus ihren Strohballen sogar selbst im Strohballen-Haus in der Luisenstraße einsetzen. Das Buckower Unternehmen Stroh Unlimited vermittelt als Partner des Vereins das notwendige theoretische und praktische Wissen über das Einfügen der Strohballen in Holzständer-Konstruktionen, so dass auch Laien sich tatkräftig am Hausbau beteiligen können.

Die Workshops sind kostenlos und finden vom 27.06. – 01.07. und vom 04.07. – 08.07.16 statt. Auch so kann man sich also an der Förderung des Projekts beteiligen. Anmeldungen werden unter workshop@oeko-bauen-bilden.de entgegengenommen. NatĂĽrlich kann daran auch teilnehmen, wer kein Strohballen-Pate ist.

Hintergrund-Wissen
Stroh – das perfekte Baumaterial

Stroh zeichnet sich durch eine außergewöhnlich positive Ökobilanz aus – weil Stroh CO2- neutral produziert wird, regional nahezu unbegrenzt erhältlich ist, die Pflanzen sehr schnell nachwachsen und in den Verarbeitungsprozessen vergleichsweise wenig Energie benötigen. Mit ihrem ausgezeichneten Dämmwert kann mit Strohballen signifikant Heizenergie gespart werden. Selbst der Abriss eines Hauses ist umweltfreundlicher als mit konventionellen Baustoffen: Stroh ist vollständig biologisch abbaubar, und stellt damit eine zukunftsweisende Alternative im Hausbau dar.

In Deutschland werden Strohballen-Häuser meist in einer Holzrahmen-Bauweise errichtet. Die Strohballen übernehmen also selbst keine tragende Funktion, sondern werden als wandbildender Dämmstoff in die Holzständer-Konstruktion eingestapelt, verdichtet und abschließend mit Lehmputz gegen Witterung und Insektenbefall versiegelt. Wer ein Haus aus Stroh baut, entscheidet sich für gesundes Wohnen. Das Raumklima ist sehr gut, weil das Stroh zwar winddicht, aber gleichzeitig diffusionsoffen ist, also sozusagen atmet. Vor allem in Kombination mit Lehm, Kalk und Holz ist die Strohballen-Bauweise nicht nur behaglich, sondern im Winter angenehm grundwarm und schützt im Sommer vor Überhitzung der Räume. Übrigens ist Stroh genauso sicher wie andere Baumaterialien und nachweisbar nicht leichter entflammbar.

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Datum
31.05.2016

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