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Ein Problem für den Plastikmüll-Exporteur Deutschland!

400 jahre halbwertzeit

Müllvermeidung ist aus Umweltaspekten stets ein wichtiges Thema, aber insbesondere im Fall von Plastikmüll. Inzwischen denkt jeder dabei an die die Weltmeere belastenden Plastikinseln und dadurch verendende Tiere. Weniger denken dabei an Kosmetik und Mikroplastik, das nicht weniger Probleme bereitet (Umwelt & Aktiv berichtete: http://www.umweltundaktiv.de/umweltschutz/mikroplastik-in-kosmetika/). Für Deutschland stellt sich im Zusammenhang mit Plastikmüll inzwischen ein weiteres Problem, das daraus resultiert, dass Deutschland zu lange nicht ausreichend auf die Müllvermeidung und Plastikwiederverwertung geachtet hat, sondern sich der „Exportweltmeister“ zu sehr auf das Exportieren von Plastikmüll verließ. Doch seit Anfang dieses Jahres hat der für Deutschland und auch Europa größte Altkunststoff-Exportmarkt China „seine Grenzen weitgehend dicht gemacht“ – etwas, das man innerhalb der EU nicht kennt. Und im März tritt eine weitere Verschärfung der chinesischen Qualitätsstandards in Kraft, die dann ebenso vorsortierte Kunststoffabfälle betreffen. Etwa ein Viertel der ca. sechs Millionen Tonnen Plastikabfall in Deutschland wird exportiert, wovon bislang rund die Hälfte nach China ging. Ein Importverbot nach China, das seinen Schritt u.a. gesundheitspolitisch begründet und überdies eine eigenständige Recyclingstruktur aufbauen möchte, ist zudem noch betreffend Elektroschrott, Altpapier und Schlacken aus der Eisen- und Stahlindustrie zu erwarten.

Eine Verteuerung der Kunststoffentsorgung in Deutschland dürfte unter den gegebenen Bedingungen sehr wahrscheinlich sein. Beim Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) und dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) ist man alarmiert und erwartet ein schnelles Reagieren der Politik. Anreize, Erleichterungen und Mindestvorgaben für den Einsatz von Sekundärrohstoffen müssten ebenso erfolgen, wie auch die nachhaltige Ressourcennutzung ein größeres Gewicht im öffentlichen Ausschreibungs- und Beschaffungswesen erhalten müsse. Umwelt & Aktiv empfiehlt vor allem, sich endlich entschiedener dem Cradle-to-Cradle-Konzept zuzuwenden: http://www.umweltundaktiv.de/umweltschutz/cradle-to-cradle-wirtschaften-ohne-muell/

Und nicht zuletzt: jeglicher Müll, der vermieden wird, muss auch nicht recycelt oder entsorgt werden!

Ihr

Gerhard Keil

Bildquelle: 781667_web_R_K_B_by_uschi dreiucker_pixelio.de

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Datum
17.01.2018

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