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EU-Kommission läßt weitere genmanipulierte Sojasorten zu!

Das Tor zur gentechnikfreien Zone

Das Tor zur gentechnikfreien Zone

Im Jahr 2013 wurden laut Industrieangaben in 27 Ländern und auf rund 175 Millionen Hektar genmanipulierte Pflanzen angebaut. Mehr als 95 % des Gentechnikanbaus finden in nur acht Ländern statt, 40 % der Fläche liegen in den USA. Großflächig angebaut werden dabei Soja, Mais, Baumwolle und Raps. Die Gentechnik gelangt vor allem über diesen Import in die europäische Lebensmittelkette. Fast 50 transgene Soja-, Mais-, Kartoffel-, Zuckerrüben- und Rapslinien waren bislang bereits für den Import zugelassen. Und am Freitag, den 22.07. hat die EU-Kommission drei neue Gen-Sojasorten als Lebens- und Futtermittel in der EU zugelassen. Die Genehmigung umfaßt zwar nicht den Anbau, jedoch Import und Vermarktung in die EU. Die neu zugelassenen Sojasorten wurden dergestalt genmanipuliert, daß sie resistent gegenüber zwei verschiedenen Unkrautvernichtern sind, sprich eine Ausbringung von Herbiziden dadurch befördert wird.

Bei solchen mehrfach resistenten Gen-Pflanzen können verschiedene Wirkstoffe kombiniert gespritzt werden, welche sich, nicht auszuschließen, gegenseitig beeinflussen, wodurch unbekannte Effekte hervorgerufen werden können, die die gesundheitsschädliche Wirkung der Mittel noch verstärken. Neben Nutztieren sind auch die Verbraucher der Kombination dieser giftigen Mischung durch Rückstände in den importierten Sojabohnen ausgesetzt. Solche Kombinationseffekte werden jedoch bei den Bewertungsverfahren durch die zuständigen Behörden nicht berücksichtigt. Eines dieser Herbizide ist das umstrittene Glyphosat, dessen Zulassung in der EU um weitere 18 Monate verlängert wurde, obwohl es als sicher krebserregend bei Mäusen und als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen gilt.

Um die Nachfrage nach Milch- und Fleischprodukten zu stillen, werden enorme Mengen Eiweißfuttermittel für die industrielle Tierhaltung benötigt. Dafür werden jährlich etwa 35 Millionen Tonnen gentechnisch veränderte Futtermittel – vor allem Soja – nach Europa importiert, die hauptsächlich aus Südamerika kommen. Insbesondere in Südamerika werden Regenwälder und Savannen dem Monokultur-Anbau von Gen-Soja geopfert. Neben ökologischen Schäden, wie der Beschleunigung von Artensterben und Klimawandel, sind auch die sozialen Folgen enorm. Allein in Argentinien mussten mehr als 60.000 Familien ihre Felder aufgeben, um Platz für Gen-Soja-Monokulturen zu machen. In der EU wurden bereits mehr als 1000 Patente auf genmanipulierte Pflanzen erteilt, weltweit ist es ein Vielfaches. Und indem deutschen Kraftstoffen Sprit aus Gen-Pflanzen beigemischt wird, gelangen auch transgener Raps aus Kanada und Mais aus den USA als „Bio“-Sprit betitelt in deutsche PKW.

Unverständlich ist, daß Fleisch, Milch und Eier von Tieren, die genmanipulierte Futtermittel erhalten haben, in der EU nicht (!) als „gentechnisch verändert” gekennzeichnet werden müssen. Diese Gesetzeslücke sichert der Gentechnikindustrie derzeit den jährlichen Import von rund 37 Millionen Tonnen zumeist genmanipulierter Sojabohnen oder Sojaschrot in die EU, wovon mehr als 90 % des importierten Soja im Futtertrog landet. Eine Alternative für den Verbraucher stellt der Ökolandbau dar, im Rahmen dessen keine gentechnisch manipulierten Organismen eingesetzt werden dürfen. „Umwelt & Aktiv“ empfiehlt seinen Lesern, sich an der e-Mail-Aktion des Umweltinstituts zu beteiligen, um die EU-Kommissare für Verbraucherpolitik, Umwelt, Landwirtschaft und Gesundheit aufzufordern, für eine klare und vor allem umfassende Kennzeichnung von Gentechnik zu sorgen – hierfür geben wir den nachfolgenden Weltnetzverweis bekannt:

https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/schluss-mit-gentechnik-wider-willen.html

Gerhard Keil

Bildquelle: 223089_web_R_K_by_Jiry_pixelio.de_.jpg

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Datum
03.08.2016

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