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FPÖ kritisiert EU-Saatgutpatentierung!

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Nachwuchs auf dem Feld

Was bislang lediglich bei GMO-Züchtungen erlaubt war, genehmigte das EU-Patentamt inzwischen bei konventionellen Gemüsezüchtungen und macht sich damit zum Handlanger von Agrarkonzernen, die ohnehin bereits den internationalen Saatgutmarkt fast vollständig dominieren. Der juristische Richtungsschwenk konventionelle Züchtungen vergleichbar zu geistigem Eigentum für patentierfähig zu erklären, könnte einen folgenreichen Dammbruch darstellen, der die Schöpfung der Natur zur Erfindung des Menschen umdeutet und damit die Marktmacht von Monsanto, Syngenta, Bayer und Co. ausweitet. Die großen Konzerne verfügen bereits heute über einen weltweiten Marktanteil von etwa 75%. Ein Beispiel, das Arche Noah ans Tageslicht brachte, verdeutlicht die Dimension dieser Entwicklung: Um eine Neuzüchtung insektenresistenter Chili- und Paprikapflanzen zu erhalten, wurde ein wilder Paprika aus Jamaika, der von Natur aus (!) insektenresistent ist, mit kommerziellen Paprikapflanzen gekreuzt, und obwohl die Resistenz natürlicherweise vorkommt, beansprucht Syngenta die insektenresistente Pflanze, ihr Saatgut und ihre Ernte als Erfindung. Nachforschungen von „No Patents on Seed“ zufolge gibt es rund 100 Patentanträge, die konventionelle Pflanzenzüchtungen betreffen. In Brüssel wird derzeit an einer Neufassung der sogenannten EU-Biopatentrichtlinie gearbeitet, was Anlaß ist, ein kritisches Auge auf diesen Fortgang zu werfen.

Nachdem erstmals vor zwei Jahren zwei Pflanzenzüchtungen patentiert wurden und nun erneut ein Patent auf eine konventionelle Gemüsezüchtung erfolgte, äußerte die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) öffentlich die Vermutung, daß Großkonzerne die Drahtzieher hinter diesem für sie lukrativen „Meinungswechsel“ der Brüsseler Behörde stecken. Mit den Worten „Eine Patentierung von Saatgut ist ein weiterer Schritt in Richtung Monopolstellung von Weltkonzernen am Lebensmittelsektor. Diese Machtkonzentration gilt es zu verhindern“, kritisierte der oberösterreichische FPÖ-Landesparteiobmann Manfred Haimbuchner diese EU-Entscheidung als Todesurteil für Europas Bauern. – Nach Auffassung von „Umwelt & Aktiv“ gilt es diesen Sachverhalt als politisches Querfrontthema aufzugreifen, das nicht zuletzt ebenso mit als Ursache für Flüchtlingsgründe anzuführen ist, wenn landwirtschaftliche Lebensbedingungen in Entwicklungsländern kapitalistischem Profitstreben global agierender Konzerne ausgesetzt wird. Hier gilt es heimatbewußt und bodenständig im Widerstand zusammenzustehen!

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 589403_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de

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Datum
01.03.2016

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