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Gen-Veränderung wohin man blick…

genmais

Im sogenannten Komitologie-Verfahren sollten aktuell die EU-Länder über die Zulassung für den Anbau der Sorten 1507 des US-Konzerns DuPont, Bt11 der Schweizer Firma Syngenta sowie über die Wiederzulassung von MON 810 des Bayer-Übernahmekandidaten Monsanto entscheiden. Zudem ging es um den Import neuer Genmais-Sorten von Syngenta. Im zuständigen Berufungsausschuss kam am Montag keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen ein Verbot von Genmais zustande. Damit fällt die Entscheidung in das Ermessen der EU-Kommission. Wenn bei der wissenschaftlichen Bewertung keine Sicherheitsmängel festgestellt wurden, wird die Kommission in der Regel die jeweilige gv-Pflanze zulassen. Das wird vermutlich bei den Anbauzulassungen für die drei gv-Maislinien der Fall sein, denn die EU-Lebensmittelbehörde Efsa erkennt keine Gefahren, weshalb man sich nicht zu wundern braucht, wenn die Kommission die Zulassung erteilen wird.

Der Umweltausschuss des Parlaments mahnt entgegen der EU-Lebensmittelbehörde Efsa jedoch mögliche Kreuzungen der Sorten an. Dem Ausschuß zufolge könnten dadurch bis zu 20 genmanipulierte Untersorten entstehen. Im Fall von Bt11 und 1507 würde es sich um die erste Neuzulassung seit 1998 handeln, während Der Monsanto-Genmais bereits 2007 zugelassen wurde. Letzterer wird in Europa vor allem in Spanien und Portugal angebaut, aber zuweilen bereits auch in Rumänien, Tschechien und der Slowakei kultiviert. Die Bundesregierung hat sich mit einer Enthaltung der Verantwortung entzogen, obgleich bekannt ist, daß eine deutliche Mehrheit der deutschen Verbraucher sich gegen eine Genmais-Zulassung ausspricht. Die Regierung redet sich zumeist damit heraus, daß keine Einigkeit zwischen den zuständigen Ressort Umwelt und Landwirtschaft besteht. Das CSU-geführte Landwirtschaftsministerium unter Christian Schmidt ist für eine Zulassung der Genmais-Sorten.

Für „Umwelt & Aktiv“ stellt sich die Frage, wo sich denn Kanzlerin Merkel in dieser Frage positioniert? Als Bundeskanzlerin stünde ihr kraft Amtes immerhin die politische Richtlinienkompetenz zu. Was die Öffnung der Grenzen im Jahr 2015 und die nachfolgende rechts-, ja laut Di Fabio-Gutachten sogar verfassungswidrige Flüchtlingspolitik anbelangte, war die Kanzlerin keineswegs so zögerlich. Doch womöglich duckt sich Merkel auch nur weg, weil sie überhaupt kein Genmais-Verbot möchte – denn wer bezüglich der angestammten Menschen in ihrer eigenen Heimat schon kein Problem mit deren Genveränderung hat, wer sollte sie dann schon bei Pflanzen haben…

Gerhard Keil

Bildquelle: 726757_web_r_b_by_guenther-gumhold_pixelio-de

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Datum
29.03.2017

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