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Grundwasserbelastung steigt!

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Mehr als 70 % des Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser, womit es zur wichtigsten Trinkwasserressource Deutschlands wird. Umso wichtiger ist folglich dessen Qualität. „Park der Gärten“ und der „Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband“ (OOWV) führen über dieses Jahr hinweg eine diesbezüglich interessante gemeinsame Veranstaltungsreihe unter dem Arbeitstitel „Gesunder Boden. Gesundes Wasser“ durch, auf die hinzuweisen sich anbietet. Zielsetzung ist unter anderem den für viele Menschen abstrakten Begriff Grundwasserschutz erlebbar zu machen. „Wir wollen Tippgeber sein und verraten, was man in kleinen Schritten auch im heimischen Garten für den Trinkwasserschutz tun kann“, erläutert Tanja Balz, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit beim OOWV. Dahingegen werden unter anderem Vorträge zum Thema Bodenversiegelung, grundwasserschonendem Gärtnern und fruchtbaren Gartenböden angeboten.

Die öffentlichen Wasserversorger warnen zunehmend vor einer steigenden Belastung des Grundwassers durch Rückstände aus der Landwirtschaft. Laut Christa Hecht, Geschäftsführerin der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft, läßt sich feststellen, daß zwar bis etwa zum Jahr 2005 die Belastung mit Nitraten und Phosphor sowie mit Herbiziden und Pestiziden zurückging, aber seither die Belastung wieder ansteigt. Ein nicht unwesentlicher Grund ist leider auch der vermehrte Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln bei der Biomasseproduktion, wofür vielfach aber ortsfremde Agrarriesen verantwortlich sind. Abgesehen von den fatalen langfristigen Umweltfolgen drohen dem deutschen Steuerzahler zudem Strafzahlungen in bis zu dreistelliger Millionenhöhe, nachdem die EU-Kommission bereits 2013 ein Verfahren gegen Deutschland einleitete.

Wichtige Maßnahmen zur Verbesserung der Grundwasserqualität wären vor allem eine Verbesserung der Behandlung kommunaler und industrieller Abwässer durch Einsatz neuer Techniken und eine Erhöhung des Anschlussgrades sowie eine Limitierung der Ausbringung für mineralischen Dünger und Ausbringungsverbote für Pestizide. Aber auch bergbauliche Maßnahmen zur Sickerwassererfassung. – Doch soll darüber hinaus auf keinem Fall vergessen werden: Grundwasserschutz beginnt schon im heimischen Garten!

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 706500_web_R_K_B_by_Bernd Kasper_pixelio.de

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Datum
17.03.2016

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