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Holunderschwamm – Pilz des Jahres 2017

Judasohr

Judasohr (Auricularia auricula-judae)

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat den häufig auch Judasohr genannten Holunderschwamm zum Pilz des Jahres 2017 gekürt. Der Legende nach soll sich Judas am Holunderbaum erhängt haben, weshalb es zu dieser Namensgebung kam. Doch „Umwelt & Aktiv“ bedient sich der Bezeichnung Holunderschwamm, da man heutiger Tage nicht sicher sein kann, daß verrückterweise plötzlich noch unser heimatlicher Götterstrauch Holunder des Antisemitismus bezichtigt wird… Die dunkelbraunen Fruchtkörper mit ihrer lappenartigen, oft einer Ohrmuschel ähnlichen Struktur, stehen seitlich von der Wirtspflanze ab und haben eine konvexe, feinfilzige Oberfläche. Der Pilz wird 3–10 Zentimeter breit und das Fleisch erreicht eine Dicke von 1,5–2 Millimeter. Der Holunderschwamm wächst an zahlreichen Baumarten, wie zum Beispiel Birken, Robinien, Ulmen oder Wallnußbäumen, am häufigsten ist er jedoch an Holundersträuchen zu finden. („Umwelt & Aktiv“ berichtete bereits über den Holunder siehe: http://www.umweltundaktiv.de/allgemein/holunder-der-goetterstrauch/)

Man kann den Pilz an den geeigneten Stellen fast über das ganze Jahr hinweg finden. Da er frostbeständig ist, kann man ihn auch noch im tiefsten Winter unter dem Schnee ausgraben. Eine wissenswerte Kenntnis, die zu Zeiten, in welchen wieder über Krisenvorsorge gesprochen wird, an Bedeutung zunimmt. (Auch zum Thema Krisenvorsorge berichtete „Umwelt & Aktiv“ bereits: http://www.umweltundaktiv.de/allgemein/vorsorge-als-natuerliches-verhalten-um-krisen-zu-vemeiden/) Der Holunderschwamm ist ein relativ geschmacksneutraler Speisepilz und kann in Suppen oder in Pilzgerichten als „Füllpilz“ verwendet werden. Er nimmt insbesondere die Geschmacksstoffe der Flüssigkeiten auf, in denen er zubereitet wird. Im übrigen handelt es sich beim Holunderschwamm um einen sogenannten Vital- oder Heilpilz, der das Immunsystem stimulieren soll. Er wird deshalb auch als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Wissenschaftler fanden in den getrockneten Pilzen 14,4% Eiweiß, 1,2% Fett, 65,4% Kohlehydrate, 4,2% Ballaststoffe und 5,4% mineralische Komponenten. Der Mineralstoffanteil besteht zu mehr als 35% aus Kalium, zu fast 18% aus Kalzium. jedoch nur 6% aus Natrium. Weiter erwähnenswerte Mineralien sind Magnesium (6,6%), Phosphor (7,9%) und Silizium (9,7%).

In der Chinesischen Medizin werden die Pilze bei Patienten, die unter Arteriosklerose leiden, zur Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes und damit zur Behandlung von Kreislaufproblemen verwendet. Sie wirken zudem entzündungshemmend und senken den Cholesterinspiegel. In Deutschland wird der Holunderschwamm, da er pflegeleicht und gut auf Holz zu züchten ist, auch in Pilzzuchten angebaut, weshalb der Pilz der Jahres 2017 vielleicht auch eine Anregung für den privaten Pilzgarten darstellen kann. („Umwelt & Aktiv“ berichtete jüngst zum Thema Pilzgarten: http://www.umweltundaktiv.de/allgemein/der-pilzgarten-zur-erweiterung-des-speiseplans/) Nachfolgend noch ein Videohinweis zum Holunderschwamm, das ebenfalls etwas dazu beitragen soll, ein wenig vertrauter mit dem bislang weitgehend unbekanntem Pilz zu werden:

https://www.youtube.com/watch?v=IZoxbIT8CE0

Gerhard Keil

Bildquelle: 449271_web_R_K_B_by_Maja Dumat_pixelio.de.jpg

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