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Marienkäfer – Ein Winterquartier für das Glück

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Sie sitzen im Herbst und in einem wärmeren Dezember in Gruppen zu teils zahlreichen Exemplaren auf Balkongeländern, Hauswänden und Pflanzen: Marienkäfer auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren. Alle Marienkäfer nutzen die letzten Sonnentage, um sich auf ihre Wanderungen in wärmere Regionen Europas zu begeben oder sich hier Überwinterungsplätze zu suchen. Ihre Beliebtheit begründet sich unter anderem darin, daß sie im Gartenbau und der Landwirtschaft nützlich sind, da sie allein in ihrer Larvenzeit je nach Art bis zu 3000 Pflanzenläuse oder Spinnmilben fressen. Die Larven leben allesamt auf Pflanzen und stellen ihrer Beute nach oder fressen auch Mehltau- sowie Schimmelpilze. Ende April bis Anfang Mai werden von den Marienkäfer-Weibchen bis zu 400 Eier, je nach Art in Portionen von 10 bis 60 Stück oder einzeln, an Pflanzen nahe geeigneter Nahrung abgelegt. Das geschieht meistens an der Blattunterseite bzw. gereiht an Nadeln oder in Ritzen von Rinde. Die Marienkäfer vermehren sich in Mitteleuropa normalerweise zweimal im Jahr, sodaß die zweite Generation im Juli oder August schlüpft und überwintert, bevor sie wiederum im Frühjahr ihre Eier ablegt. Für gewöhnlich leben die Marienkäfer Mitteleuropas ein Jahr lang und überwintern nur ein einziges Mal. Bei Vierzehnpunkt-Marienkäfern und Asiatischen Marienkäfern wurden auch schon zwei Überwinterungen beobachtet.

Ebenso werden Laubhaufen in Gärten zum Überdauern der für sie unfreundlichen Jahreszeit aufgesucht – häufig finden sich hier größere Ansammlungen. Ein Grund mehr, sich für naturnahe und nicht perfekt aufgeräumte Gärten zu entscheiden. Einige Marienkäferarten, vor allem jene, die auf spezielle Lebensräume angewiesen sind, sind stark gefährdet. Der Grund ist nicht allein, dass ihr Lebensraum sukzessive verbaut wird, sie reagieren auch viel empfindlicher auf Gifte, als es beispielsweise Blattläuse tun. Dadurch, dass viele Arten auf bestimmte Lebensräume und Umweltbedingungen spezialisiert sind, sind sie auch gute Bioindikatoren, die anzeigen, ob bestimmte Habitate – wie Heiden, Trockenrasen und Moore oder eben auch Gärten – in einem ökologisch guten Zustand sind. Die mythologisch als Glücksbringer beliebten Käfer erfuhren auch ihre kulturelle Würdigung in der Lyrik. Zahlreiche Dichter verfaßten schon Texte mit oder über Marienkäfer. Sehr bekannt ist das Gedicht „Marienwürmchen“ aus „Des Knaben Wunderhorn“ von Achim von Arnim und Clemens Brentano. Auch die Gebrüder Grimm schrieben über die „Marienwürmchen“. – „Umwelt & Aktiv“ empfiehlt: Helfen Sie mit, dem Glück ein Winterquartier in Ihrem Garten zu bereiten!

Gerhard Keil

Bildquelle: 691631_web_r_k_b_by_gabriela-neumeier_pixelio-de

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