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Moos ansetzen kann gesundheitsförderlich sein!

Viel Moos

Barfußgehen erdet in einer besonderen Weise, weshalb wohl nicht zuletzt zunehmend Barfußwanderwege bzw. -parks sich erdverbundener Besucher erfreuen. DarĂŒber hinaus ist es auch gesund („Umwelt & Aktiv“ berichtete darĂŒber: http://www.umweltundaktiv.de/allgemein/barfuss-in-kontakt-mit-mutter-natur-treten/). Und es gibt auch kaum angenehmeres, als im eigenen Garten anstelle von Golfplatzrasen an einigen Flecken einen weichen Moosteppich zu betreten. Doch sind Moose nicht nur in GĂ€rten und nicht nur fĂŒr BarfußlĂ€ufer, sondern vor allem in StĂ€dten und fĂŒr unser aller Lungen ein Gewinn.

Das sogenannte „Urban Gardening“ als Sonderform des Gartenbaus in Form meist kleinrĂ€umiger, gĂ€rtnerischer Nutzung stĂ€dtischer FlĂ€chen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld wurde als ĂŒber die grundsĂ€tzliche Bedeutung „grĂŒner Lungen“ fĂŒr StĂ€dte hinausgehende Innovation bekannt. Doch nachdem die StĂ€dte mit ihrem steigenden Verkehrsaufkommen und ihren Industriegebieten immer mehr zu Dreckschleudern verkommen, könnte in bereits naher Zukunft der gĂ€ngige Spruch „Ohne Moos, nix los“ eine völlig neue Bedeutung bekommen. Denn Moos stellt geradezu einen „Turbo-Naturfilter“ dar. Laut Umweltbundesamt sterben pro Jahr 45 300 Deutsche an den Folgen der Luftverschmutzung, weltweit beziffern sich die TodesfĂ€lle auf sogar 3,3 Millionen. Bereits vor etwa einem Jahrzehnt wurde an der UniversitĂ€t Bonn in Labortests belegt, daß Moospolster vergleichbar einem Staubtuch aus Mikrofasern wirken. Jeder kennt die Debatte um die Feinstaubbelastung, doch dĂŒrfte bislang den wenigsten bekannt sein, daß Moos allen anderen Pflanzen darin ĂŒberlegen ist, Feinstaub nicht nur aufzunehmen, sondern im Zuge des Stoffwechselprozesses in Biomasse zu verwandeln. Zudem ist Moos im Gegensatz zu anderen BegrĂŒnungen ganzjĂ€hrig in der Lage, Stickstoffoxide und allerlei Giftstoffe aus Dieselmotoren zu absorbieren.

Bestandteile des Feinstaubs, wie Salze und organische Kohlenwasserstoffe, stellen eine Nahrungsgrundlage fĂŒr auf den MoosblĂ€ttchen befindliche Bakterien, Blaualgen und tierische Einzeller dar. Lebermoose sind sogar in der Lage, Schwermetalle in ihre Zellen einzubauen. Durch eine Entschleunigung der Luftzirkulation ĂŒber geeignete Deckpflanzen fand man heraus, kann das Moos seine biologische Feinstaubverdauung noch zusĂ€tzlich optimieren. Die sĂ€chsischen Jungunternehmer der Green City Solution konnten 2014 eine geglĂŒckte UnternehmensgrĂŒndung aufs Parkett legen, indem sie ihr „Moos“ mit Moos verdienen. In Oslo, Paris, MĂŒnchen, Hannover und neuerdings auch in Stuttgart stehen bereits deren „City Tree“ genannte MooswĂ€nde.

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 189058_web_R_K_B_by_Löwenzahn_pixelio.de

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Datum
23.03.2017

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