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Naturbewußtseinsstudie im Lichte des Bevölkerungsaustauschs

Frühling im Forst

Frühling im Forst

Das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz veröffentlichte am heutigen 27.04. die aktuelle Naturbewußtseinsstudie, in der erstmals das Thema Agrarlandschaften einen Schwerpunkt bildete. Der Studie zufolge spricht sich eine große Mehrheit der Deutschen für strengere Regeln und Gesetze für die Landwirtschaft und mehr Rücksicht auf Natur und Tierwohl aus. Der Einsatz von Gentechnik wird mehrheitlich abgelehnt. 76 % halten es demnach für wichtig, dass der Einsatz von Genpflanzen in der Landwirtschaft verboten wird. Die Einschätzung der Bevölkerung gibt mehrheitlich an, den Rückgang bei Bienen und Wildpflanzen zu bemerken, irrt jedoch in der Wahrnehmung einer Konstanz bei Grünland und Vögeln. Letztgenanntem widerspricht die Faktenlage. Am kritischsten wird die chemische Schädlings- und Unkrautbekämpfung gesehen: Im Bevölkerungsdurchschnitt sind 66 % der Meinung, daß entsprechende Verfahren der Natur und der biologischen Vielfalt stark schaden. Großstädter messen der Natur eine geringere Wertschätzung bei als Menschen, die in kleineren Orten leben und Frauen betonen die Wichtigkeit des Schutzes der abgefragten Agrarlandschaftsbestandteile zudem durchgängig stärker als Männer. Ein klarer Auftrag an die Politik, einer voranschreitenden Urbanisierung entgegenzuwirken!

Bemerkenswert sind jedoch die Unterschiede zwischen den Generationen sowie im Vergleich zu den Ergebnissen früherer Studien. So ist auffällig, dass das Naturbewußtsein in wesentlichen Punkten die letzten Jahre abnahm und unverständlicherweise vor allem junge Menschen seltener Handlungsbedarf als ältere erkennen. Beispielsweise finden in der Altersgruppe der 50- bis 65-Jährigen 70 %, dass die chemische Schädlings- und Unkrautbekämpfung der Natur und der biologischen Vielfalt stark schadet, aber nur 59 % der unter 30-Jährigen sind dieser Meinung. Und dies, obwohl im Gegensatz zur vorangegangenen Generation wesentlich mehr pädagogisch auf Umweltbewußtsein hingewirkt wurde. Den Ausbau der Biolandwirtschaft befürworten erfreulicherweise 84 %, doch auch in diesem Fragenfeld spielt das Alter eine Rolle. Zudem zeigt die vorliegende Studie in der jüngeren Generation der 18- bis 29-Jährigen eine geringere Skepsis gegenüber Gentechnik als in anderen Altersgruppen. Worüber die etablierte Politik nicht sprechen möchte, ist der sich geradezu aufdrängende Zusammenhang mit der in den vergangenen Jahren verändernden Bevölkerungszusammensetzung. Gerade die in ihrem Naturbewußtsein nachlassende jüngere Generation ist zu einem maßgeblichen Anteil teils bereits äußerst unterschieden zu den beiden Vorgängergenerationen. Der seit Jahren asylpolitisch betriebene „große Austausch“ führt auch zu einem offenbar wenig erfreulichen Mentalitätswechsel, der sich vielleicht sehr deutlich in dieser aktuellen Naturbewußtseinstudie zeigt – wenn auch nicht offiziell darüber gesprochen wird.

Nachfolgend der Weltnetzverweis zu Studie.

http://www.bmub.bund.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/naturbewusstseinsstudie_2015_bf.pdf

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 758711_web_R_K_B_by_Gerhard Hermes_pixelio.de

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