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Neues Projekt „BienABest“ – möge es gelingen!

Fleißiges Bienchen

Schon der berühmte Arzt der Antike, Hippokrates, schwor auf die fiebersenkende Kraft des Honigs und setzte ihn zudem gegen eiternde Wunden ein. Die olympischen Kämpfer des alten Griechenlands nutzten ihn als Stärkungsmittel. Auch bei den Germanen galt der Honig als „Götterspeise“, dem Gottvater Odin seine Unsterblichkeit, Kraft und Weisheit verdankte. Der einfache Germane genoß den Honig bevorzugt als Met – Honigwein also. Der Honig war den Germanen sogar so wertvoll, daß die Untertanen den Stammesfürsten einen Teil ihrer Honigernte als Steuern abführen mußten. Bienen galten im übrigen als besonders reine Wesen, die den Germanen so heilig waren, daß in ihrer Gegenwart nicht gestritten werden durfte. Mit der Reinheit hat es durchaus etwas auf sich, dies hat die moderne Wissenschaft viel später, Anfang dieses Jahrhunderts erst belegt, denn die Bienen produzieren Substanzen, die Krankheitserreger in Schach halten. Das gilt ganz besonders für eine Substanz, die Propolis heißt. In der Antike waren die Bienen auch Demeter, der Göttin des Ackerbaus und der Feldfrucht, zugeordnet, und die Priesterinnen der Demeter wurden „Melissai“ (Bienen) genannt. Laut Vergil besitzen Bienen ein Stück der göttlichen Intelligenz und wohl nicht ohne Grund wurde die berühmte Pythia von Apollo „die Biene von Delphi“ genannt.

Mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten stehen in Deutschland bereits auf der Roten Liste, weshalb ein neues Projekt nun Arten und Bestäubungsleistung sichern soll. „Umwelt & Aktiv“ berichtete bereits früher über die enorme Bedeutung gerade der Wildbienenarten hinsichtlich der jährlichen Bestäubungsleistung (siehe: http://www.umweltundaktiv.de/tierschutz/nichts-uebertrifft-die-wildbienen-bei-der-bestaeuberleitung/). Das auf sechs Jahre angelegte Projekt „BienABest“ soll in fachlicher Begleitung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) helfen, dem Bienensterben Einhalt zu gebieten und die Bestäubungsleistung nachhaltig zu sichern. Wildbienen übernehmen eine Schlüsselrolle in der Bestäubung und erfüllen somit sowohl für Wild-, als auch für Kulturpflanzen eine wichtige Funktion im Ökosystem. Sie sind aufgrund ihrer Ökosystemleistung nicht zuletzt auch wesentlicher Bestandteil für die Erzeugung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Das Projekt „BienABest“ ist bestrebt, eine standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft vorzunehmen. Dabei soll ein Bestimmungsschlüssel entwickelt werden, mithilfe dessen die Artbestimmung der Mehrzahl der Wildbienenarten direkt im Gelände ermöglicht wird, wobei die Wildbienen lebend bestimmt und anschließend wieder freigelassen werden können. Dadurch will man, ohne durch Entnahme in die Populationen einzugreifen, in Zukunft Aussagen über die Bestandsentwicklung treffen.

Ziel des Projekts ist es weiter, Sachverständige ausbilden, die entlang der zu entwickelnden Methoden und Standards in der Lage sind zu beraten und zu prüfen. Die gewonnenen Ergebnisse sollen dann als wichtige Grundlage für den Schutz der Wildbienen dienen. Die neuen Standards werden in vier VDI-Richtlinien festgeschrieben, um dauerhaft verfügbar zu sein und deutschlandweit übertragen sowie für ein Monitoring genutzt werden zu können. Koordiniert wird das Projekt von dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI e. V.). Verbundpartner ist die Universität Ulm.

BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel wurde hierzu wie folgt zitiert: „Heute sind mehr als die Hälfte der 561 Wildbienenarten in ihrem Bestand bedroht und werden deshalb in der Roten Liste Deutschlands geführt, mit steigender Tendenz. Hier muss dringend etwas geschehen. Deshalb freue ich mich, dass das neue Projekt beispielsweise mit der Entwicklung von Saatgutmischungen und der Erprobung und Anlage von Nahrungshabitaten – speziell für Wildbienen – versucht, wichtigen Ursachen für den Rückgang der Bienen entgegenzuwirken.“

Doch kaum jemand der Neuzeit machte der Biene ein schöneres Kompliment als Victor Hugo: „Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene, sie fliegt von Blüte zu Blüte wie die Seele von Stern zu Stern, und sie bringt den Honig heim wie die Seele das Licht.“

Ihr

Gerhard Keil

Bildquelle: 68174_web_R_K_B_by_Verena N._pixelio.de

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Datum
08.06.2017

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