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Ökologische Kohlfliegen-Abwehr!

Kleine Kohlfliege

Kleine Kohlfliege

Gärtner sind über das Jahr hinweg mit bis zu drei Generationen der Kohlfliege konfrontiert, wobei die Kleine Kohlfliege im April /Mai und im Spätsommer die Kohlsorten gefährdet und die Große Kohlfliege August / September zum Problem werden kann. Besonders empfindlich reagiert der Blumenkohl auf Befall. Die cremefarbenen Larven zerfressen vorrangig die Wurzeln, jedoch kann besonders im Spätsommer auch oberirdischer Befall in Form von Fraßgängen vorkommen, beispielsweise in den Röschen des Rosenkohl. Das Insekt kann Gärtner um ihre ganze Kohlernte bringen, weshalb für viele vielleicht die Verlockung groß sein mag, zur chemischen Keule zu greifen. Um dies zu vermeiden, stellt „Umwelt & Aktiv“ hier – vorrangig mit Blick auf die nächstjährige Saat – einige ökologische Gegenmaßnahmen vor, die es in Kombination miteinander ermöglichen, daß Sie in ausreichender Menge unbelasteten, gesunden Kohl auf ihren Teller bringen.

Als erste Maßnahme sollte man darauf achten, die Setzlinge außerhalb der gefährdeten Monate zu pflanzen und die Pflanze dabei ruhig bis zum ersten Blattansatz tief einzusetzen. Ein bewährtes Hausmittel dabei ist, etwas Asche in und um das Pflanzloch zu geben, um die Larven abzustoßen. Zum vorbeugenden Schutz wird ebenfalls häufig ein Netz verwandt, nicht nur um die Kohlfliege, sondern auch den Kohlweißling abzuhalten. Zudem kann man den Kohl um den Wurzelstrunk mit Steinmehl oder Lehm anhäufeln bzw. sich über den Fachhandel einen sog. Kohlkragen besorgen, der um die Pflanzenbasis gelegt wird, damit auf diesem die Eiablage erfolgt, um ein die Larven abtötendes Austrocknen durch die Sonneneinstrahlung zu ermöglichen. Auch haben sich bestimmte Mischkulturen als Vergrämungsmethode nützlich erwiesen. So strömen Tomatenpflanzen einen den Kohlfliegen unliebsamen Duft aus. Darüber hinaus ist auch das Mulchen mit Farn und intensiv riechenden Kräutern sowie Gießen mit Pflanzenjauche zu empfehlen. Das Anpflanzen von Klee im Kohlbeet befördert die Ansiedlung von Insekten, die wiederum auch die Kohlfliege auf deren Speiseplan haben.

Bereits befallene Pflanzen müssen aus dem Beet entfernt, sollten jedoch nicht in den Kompost gegeben werden, da die Kohlfliegenlarven dort gute Entwicklungsbedingungen vorfinden. Um die Kohlpflanzen bei allen Bemühungen nicht letztendlich im Boden befindlichen Larven aus dem Vorjahr auszuliefern, sollten die Kohlsetzlinge nicht ins selbe Beet gepflanzt werden. Nach Möglichkeit ist es sogar zu empfehlen mehr als nur ein oder zwei Jahre keinen Kohl im selben Beet anzubauen. Hinsichtlich des weiter oben angesprochenen Kohlweißlings, dessen Raupen auch Speiserüben nicht verschonen, sollten die Blätter, vor allem die Blattunterseiten, regelmäßig auf dessen gelbe Eier oder bereits geschlüpfte Raupen kontrolliert werden. Es reicht die Eier zu zerdrücken bzw. die Raupen abzusammeln und ggf. an die Hühner zu verfüttern. – „Umwelt & Aktiv“ ist der Meinung, daß es der jeweilige Aufwand wert ist, um das nicht pestizidbelastete Vitamin C des Blumenkohl und dessen Mineralstoffe oder die Ballaststoffe sowie das Vitamin A und B2 des schmackhaften Rosenkohl zu erhalten.

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 760969_web_R_K_by_Heinrich Linse_pixelio.de.jpg

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Datum
29.08.2016

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