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Ökologische Weihnachtsbäume

Insgesamt geben für Weihnachtsbäume die Deutschen bis über 700 Millionen Euro aus. Trotz inzwischen großer Auswahl halten die meisten nichts von künstlicher Pracht – ein echter Weihnachtsbaum muß es sein! Doch woher kommen all diese Millionen „echter“ Bäume?

In der Regel stammen die Weihnachtsbäume von konventionellen Plantagen, auf denen – und das ist meist die Regel – nicht nur Düngemittel, sondern auch Pestizide gegen Insekten, sog. Unkräuter und auch gegen Pilzkrankheiten eingesetzt werden. Erwiesenermaßen wird dadurch das Ökosystem geschädigt, da diese Stoffe zum Sterben vieler nützlicher Tiere und Pflanzen führen und/oder ihren Lebensraum zerstören. Nun stellt sich natürlich die Frage, wieviel Gift mit diesen Bäumen nach Hause getragen wird:

In einem unabhängigen Labor wurden 1000 Gramm Nadeln von fünf Bäumen auf Pestizide und auch auf den Unkrautvernichter Glyphosat untersucht. Das Ergebnis: Auf allen Bäumen waren Spuren von Schadstoffen festzustellen, auf drei Bäumen sogar in höheren Dosen, d.h. daß die Bäume die gesamte Bandbreite der Pestizide wie Insektizide, Unkrautvernichtungsmittel, Pilzmittel und auch Glyphosat enthielten. Die verwendeten Chemikalien können nervengiftig sein, das Hormonsystem schädigen und wie Glyphosat auch unter Krebsverdacht stehen. Zudem können sie durch die warme Luft, die im Winter in den Wohnräumen herrscht, „ausgasen“. Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist, daß die eingesetzten Chemikalien in die Böden und damit ins Grundwasser geschwemmt werden – die negativen Folgen sind bekannt. Leider sah die Politik bisher keinen Grund, Grenzwerte für Weihnachtsbäume festzulegen, daher gibt es auch kein Verbot für die Verwendung der Chemikalien.

Die Alternative

Mittlerweile setzt ein kleiner, jedoch wachsender Teil der Produzenten auf ökologische Weihnachtsbäume und erfreulicherweise steigt auch die entsprechende Nachfrage bei den Verbrauchern. Im Saarland beispielsweise wachsen ökologische Bäume ohne Kunstdünger und ohne Pestizide. Das funktioniert, da der Produzent eine besondere Schafrasse hält, die nur sog. Unkraut frißt, aber keine Bäume anknabbert und den (natürlichen) Dung liefern die Tiere auch noch. Chemische Insektenvernichter kommen nicht zum Einsatz, da der Geruch der abgestreiften Wolle der Schafe Läuse und anderes sog. Ungeziefer von den Bäumen fernhält.

Mit dem Bio-Siegel kann ein ökologischer von einem konventionellen Weihnachtsbaum unterschieden werden, es garantiert echte Bioqualität. Der beste Weihnachtsbaum allerdings trägt sowohl das Öko-Siegel als auch das „Fair Trees-Siegel“, denn:

Nahezu alle Samen für deutsche Nordmanntannen stammen aus Georgien und dem Kaukasus, wo die Zapfenpflücker unter lebensgefährlichen Bedingungen hoch oben in den Baumkronen arbeiten müssen mit immer wieder tödlichen Unfällen. Für faire und sichere Arbeitsbedingungen setzt sich die Organisation „Fair Trees“ ein. Jedoch kann ein mit „Fair Tree“ zertifizierter Baum sowohl ein gespritzter wie auch ein ungespritzter Baum sein. Deshalb wäre also der beste Weihnachtsbaum einer, der sowohl ein „Fair Tree“- als auch ein Öko-Siegel trägt.

Anzumerken wäre noch, daß der Durchschnittspreis (pro lfd. Meter) bei 20 Euro liegt und Öko-Weihnachtsbäume nicht wesentlich teurer sind als konventionelle. Wem also Umwelt- und Naturschutz wichtig ist und am Herzen liegt, sollte sich unbedingt für die Alternative entscheiden.

Laura Horn
Quelle: ARD Plusminus 5.12.2018
Bildquelle: Gabi Schoenemann / pixelio.de

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Datum
06.12.2018

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