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Problemfall Weltraummüll!

Raumstation ISS

Der Mensch begnügt sich längst nicht mehr damit, nur seinen Planeten zu vermüllen, sondern hinterläßt sogar darüber hinaus seine schmutzigen Spuren. Es sollte zumindest ein Bewußtsein dafür vorhanden sein, welche Folgen es hat, daß unser Leben mit zunehmender Geschwindigkeit von satellitenbasierten Produkten und
Diensten, wie beispielsweise Internet und Mobilfunk, abhängig ist. Die Anzahl der in den Orbit verbrachten Satelliten steigt seit Jahren kontinuierlich an. Allein am 15. Februar 2017 transportierte eine indische Trägerrakete gleichzeitig die Rekordanzahl von 104 Satelliten ins All. Eine Folge dieses Tuns ist eine enorme Zunahme des sogenannten Weltraummülls. Weltraummüll wird als künstliche Objekte ohne Gebrauchswert definiert, die sich in einer Umlaufbahn um die Erde befinden und eine Gefahr für die Raumfahrt darstellen. Laut ESA-Modellen befinden sich mehr 600.000 Objekte mit einem Durchmesser größer als 1 cm in Umlaufbahnen um die Erde, zu denen noch etwa eine Million kleinere Teilchen hinzukommen. Daraus ergibt sich die Gesamtmasse an Weltraummüll von etwa 6300 Tonnen. Die Teilchenzahl variiert mit der Höhe. Unterhalb 400 km verglühen sie innerhalb weniger Jahre. In den von Satelliten bevorzugt genutzten Umlaufbahnen von 600 km bis 1500 km und 36.000 km reichern sie sich allerdings kräftig an.
Aufgrund der hohen Geschwindigkeit besitzt beispielsweise bereits ein Teilchen mit einer Masse von nur 1 g eine Energie von 50 kJ, was etwa der Sprengkraft von etwa 12 g TNT entspricht. Bereits heute nimmt die auf einigen Umlaufbahnen durch Einschläge von Weltraummüll hervorgerufene Ausfallwahrscheinlichkeit operationeller Satelliten ernstzunehmende Ausmaße an. Mit dem Thema Weltraummüll befaßte Experten fordern, jegliche Explosionen, die nur zu einer weiteren Teichenlawine führen zu vermeiden und die Verweildauer inaktiver Satelliten im erdnahen Orbit drastisch zu verringern. Sämtliche Treibstofftanks ausgedienter Oberstufen müßten geleert
werden sowie ausgediente Satelliten nicht länger als 25 Jahre im Orbit verweilen dürften und durch gezielte Manöver in die Atmosphäre gelenkt zum verglühen gebracht werden sollten oder wenigsten über einem Ozean zum Absturz gebracht werden. Wobei natürlich auch die Entsorgung im letzteren Fall einer Klärung bedürfte. Vielfach wird jedoch beklagt, daß derartige Ansinnen nur zögerlich verfolgt würden.
Immerhin ist inzwischen eine Studentengruppe der Uni Bremen und Hochschule Bremen damit beschäftigt, eine Software zu entwickeln, welche Bilder und Daten zur Erkennung der relativen Bewegung eines Satelliten und damit zum Testen möglicher Aufräumstrategien liefern soll. Mit dieser Technik sollen einmal autonome Satelliten
ausgerüstet werden, die den Weltraummüll selbstständig einsammeln könnten. – „Umwelt & Aktiv“ würde es sehr begrüßen, wenn nicht nur die Vergewaltigung von Mutter Erde ein Ende fände, sondern auch deren Umwelt vor Mißbrauch geschont würde.
Gerhard Keil
Bildquelle: 400287_web_R_B_by_Dieter Schütz_pixelio.de

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Datum
25.05.2017

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