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Reduzieren, Wiederverwenden, Reparieren und dann erst Recyceln.

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Die Elektronikindustrie bietet ihren Kunden unzählige Möglichkeiten, die das Leben einfacher und effektiver machen. Da die meisten Verbraucher stets die neueste Technologie ihr Eigen nennen wollen, werden  TVs, Handys und Computer viel schneller ausgewechselt und die Lebensdauer der Produkte verkürzt sich stetig. Dies bringt eine enorme Menge an elektronischen Abfällen (E-Waste) mit sich.

 

Heutzutage ist E-Waste eines der am schnellsten wachsenden Probleme in der Welt. Die Universität der Vereinten Nationen (UNU) hat 2014 in ihrem Global E-Waste-Monitor-Bericht festgestellt, dass in diesem Jahr die Gesamtmenge an elektronischen Abfällen 41,8 Millionen Tonnen betrug, und bis zum Jahr 2018 voraussichtlich um fast 25 Prozent steigen wird.

 

Elektronik besteht aus Hunderten von unterschiedlichen Materialien, einige sind sehr wertvoll und einige enthalten giftige Substanzen wie Blei, Quecksilber, Cadmium, Arsen und Flammschutzmittel. Nach dem Ende der Produktlebensdauer werden diese toxischen Substanzen dann im den Boden und das Grundwasser ausgewaschen. Kontrolliertes Recycling bedeutet, dass diese Toxine richtig gehandhabt und die meisten Materialien in einem Produkt recycelt und wiederverwendet werden können. Es scheint also, dass dies die Lösung der Probleme ist.

 

Leider ist das Recycling der Elektronik jedoch nicht so effektiv wie die meisten Menschen glauben. Zwischen 20 und 35 Prozent des Materials in einem Telefon geht verloren, wenn das Gerät geschreddert und zur Wiederverwertung eingeschmolzen wird. Kein Smartphone wurde bisher aus 100 Prozent recyceltem Material hergestellt. Wir können kein neues Telefon aus einem alten machen. Ein weiteres Problem, welches das Recyceln fast unmöglich macht, ist, dass jedes neue E-Produkt kleiner und kleiner wird und somit das Trennen der unterschiedlichen Materialien und Substanzen aus den Geräten immer schwieriger wird.

 

Der effektivste Weg, um Abfall zu reduzieren, ist also in erster Linie, keinen neuen zu produzieren. Ein neues Produkt herzustellen erfordert eine Menge Materialien und Energie – Rohstoffe müssen aus der Erde gewonnen werden, anschließend muss das Produkt hergestellt und schließlich dorthin transportiert werden, wo immer es verkauft wird. Daher ist Reduzierung und Wiederverwendung der wirkungsvollste Weg, natürliche Ressourcen zu schonen, die Umwelt zu schützen und Geld zu sparen.

 

Der Vorschlag der EU-Kommission über mehr Kreislaufwirtschaft, besteht neben drei Abfallkonzepten auch aus Normen zur Rückgewinnung von seltenen Materialien, Anreizen zu Reparaturen, Nachhaltigkeit und Wiederverwendung sowie Strategien zum Recyceln von Plastik und gefährlichen Stoffen. Die drei konkreten Vorschläge lauten: mindestens 65% von Siedlungsabfällen und 75% von Verpackungsabfällen sollen bis 2030 recycelt werden. Ebenfalls sollen bis 2030 nur noch maximal 10% aller Abfälle auf Deponien gelagert werden.

 

Die vielversprechendste Möglichkeit für den Einzelnen, um die Umweltauswirkungen durch Elektronik zu verringern, ist es, seine Geräte so lang wie möglich zu verwenden und so die Lebensdauer eines Produktes zu verlängern.

 

Reparatur ist die erste Verteidigungslinie gegen Verschwendung, denn sie verlängert die Lebensdauer der Elektronik. Anwender können defekte Komponenten ersetzen oder eine bessere Batterie einbauen. Zudem ist es ratsam, das alte Gerät an ein Familienmitglied oder einen Freund weiterzugeben, die es gebrauchen können, oder es einfach zu verkaufen. Das bedeutet weniger Schrott auf Deponien und weniger Dinge im Schredder des Recyclers.

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1 Kommentare zum Artikel “Reduzieren, Wiederverwenden, Reparieren und dann erst Recyceln.”


  1. Dominik meint:
    26.04.2016 um 16:40


    Eine solche Strategie mit dem Umgang von Elektronik stimme ich voll zu.
    Ich erlebe es selber jeden Tag wieviel E-Schrott wir produzieren, da ich in einer IT-Abgeilung für einen internationalen Logistikdienstleister tätig bin.
    Es gibt leider keine vernünftig Regelung wie bei uns mit alten Systemen umgegangen wird.
    Auch der Lebenszyklus von so manchem noch intakten Gerät verkürzt sich von Jahr zu Jahr.