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Volksbegehren „Rettet die Bienen“ vom 31. Januar bis 13. Februar 2019

ist gleichzeitig ein Volksbegehren für Artenvielfalt und findet in Bayern vom 31. Januar bis 13. Februar 2019 statt. Ziel der Initiatoren ist ein strengeres Naturschutzgesetz, unter anderem soll der Anteil der ökologischen Landwirtschaft von aktuell rund neun Prozent auf 30 Prozent steigen. Eine Million Unterschriften werden benötigt, um das Begehren zum Erfolg zu führen – eine relativ sehr hohe Hürde.

Daher werden möglichst viele Menschen in Bayern aufgefordert, ihre Stimme im für sie zuständigen Rathaus abzugeben – die Eintragsstellen in Ihrem Heimatort finden Sie auch unter:  https://rathausfinder.volksbegehren-artenvielfalt.de/. Hier können alle Wahlberechtigten unter Vorlage eines Ausweises unterschreiben. Die Option „Briefwahl oder online“ gibt es bei diesem Volksbegehren nicht, allerdings kann bei der Heimatgemeinde ein Eintragungsschein angefordert werden, um an jedem Ort in Bayern zu unterschreiben.

Hinter dem Volksbegehren stehen ein Trägerkreis aus ÖDP und Grünen sowie verschiedene Naturschutzorganisationen und Bündnispartner, aber auch Teile aus der Landwirtschaft. Mit dem Begehren soll jedoch viel mehr als „nur“ die Bienen gerettet werden, sondern die Artenvielfalt insgesamt, wie das alarmierende Beispiel zeigt: In den letzten drei Jahrzehnten ist bei den ehemals häufigsten Feldvögeln wie Rebhuhn und Kiebitz ein Rückgang von etwa 90 Prozent zu verzeichnen, der Bestand der Feldlerche ist um die Hälfte zurückgegangen. Und wo es keine Vögel mehr gibt, gibt es auch keine Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten mehr – der Grund ist die Zerstörung und Vernichtung von geeigneten Lebensräumen.

Appell aus diesem Anlaß und an dieser Stelle deshalb auch an alle Gartenbesitzer: Mehr Vielfalt als Einfalt und mehr Natur als Kies und Platten!

Bienen als wichtige Bestäuber sind Stellvertreter aller Insekten- und Tierarten, die bedroht sind und denen wieder artenreiche Naturflächen zugestanden werden muß. Hier ist die Politik gefordert, daher das Volksbegehren. Werden die geforderten eine Million Stimmen erreicht, ist der Landtag verpflichtet, entsprechend zu handeln oder das Begehren abzulehnen. Im letzteren Fall sind wiederum die Bürger am Zug und dürfen (im Rahmen eines Volksentscheids) mit Ja oder Nein über den Vorschlag abstimmen, dem hat sich dann die Politik zu beugen.  

Umwelt & Aktiv wünscht dem Volksbegehren viel Erfolg und demzufolge möglichst zahlreiche Stimmabgaben in den nächsten Tagen!

Bildquelle: Ulrich Velten  / pixelio.de

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Datum
01.02.2019

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4 Kommentare zum Artikel “Volksbegehren „Rettet die Bienen“ vom 31. Januar bis 13. Februar 2019”


  1. Ralf M. Kersting meint:
    08.02.2019 um 19:07


    Zitat:
    „Hinter dem Volksbegehren stehen ein Trägerkreis aus ÖDP
    und Grünen sowie verschiedene Naturschutzorganisationen
    und Bündnispartner, aber auch Teile aus der Landwirtschaft.“

    Gute alte ÖDP! – Schade nur, daß die sich programmatisch
    immer mehr den Grünen angenähert haben. Die frühere, sehr
    rechtskonservative ÖDP gefiel mir doch wesentlich besser.

    Grüße aus Aachen,

    Ralf M. Kersting

  2. Baumwart meint:
    11.02.2019 um 18:50


    prima, dann brauchen wir nur noch ein entsprechend hohes,bedingungsloses Grundeinkommen, damit sich die Verbraucher die Bio Lebensmittel auch leisten können. Das Einzige, was vom Aussterben bedroht ist, ist der gesunde Menschenverstand.

  3. Schmied meint:
    11.02.2019 um 22:38


    Ich hoffe, die Bienen wehren sich gegen die Vereinnahmung durch der Grünen, die und deren Wählerklientel (Besserverdiener und Wohlhabende) nichts mehr mit Umweltschutz am Hut haben.

  4. Ralf M. Kersting meint:
    13.02.2019 um 10:32


    Sicher wäre es eine Illusion, daß wir uns jetzt alle in
    kürzester Zeit nur noch von Bio-Lebensmitteln ernähren.
    Aber jeder kann doch ein wenig dazu beitragen, daß diese
    unsägliche Agrarindustrie, die Mensch und Natur schadet,
    immer mehr zurückgedrängt wird.

    Vielleicht einfach mal eine Tafel Schokolade weniger
    kaufen, aber dafür das Obst oder Gemüse vom Biohof in
    den Einkaufswagen legen. Oder nicht immer die billigste
    Milch für 61 Cent trinken, sondern von einem regionalen
    Anbieter. Auch wenn sie konventionell hergestellt wurde,
    macht der kürzere Transportweg schon etwas aus.

    Dem bedingungslosem Grundeinkommen stehe ich persönlich
    auch kritisch gegenüber. Allerdings finde ich, daß wir
    schon über die Idee eines „ökologischen Grundeinkommens“
    mal wenigstens nachdenken sollten:

    Bei diesem Modell zahlt jeder Mensch entsprechend seiner
    Umweltbelastung in einen Topf ein, der dann gleichmäßig
    an alle ausgeschüttet wird. Besteuert würde dabei der
    Verbrauch von Rohstoffen und Flächen, sowie natürlich
    die CO2-Emissionen.

    Sicher ist diese noch recht junge Idee nicht ganz ausgereift,
    hätte aber ein paar gute Ansätze: Sie verbindet ökologische
    und soziale Gedanken. Außerdem würde ein umweltfreudlicher
    Lebensstil belohnt, ohne daß man mit Verboten arbeiten muß.
    Es würde sich dann halt auch für die Verbraucher sogar lohnen,
    wenn sie biologisch oder regional angebaute Lebensmittel
    kaufen würden.

    Umweltschädliches Verhalten belastet alle Menschen, auch
    die, die sich ökologisch richtig verhalten. Hier muß einfach
    eine klare Wende her. Wer zum Beispiel immer noch meint,
    er müsse als Großstädter mit dem SUV durch die Innenstadt
    düsen, der muß halt für dieses „Privatvergnügen“ zu Kasse
    gebeten werden.

    Es ist schon viel zu spät, um in Sachen Umweltschutz immer
    nur auf Freiwilligkeit zu setzen, wie es zum Beispiel die
    FDP fordert. So funktionieren wir Menschen leider nicht.
    Und wenn wieder mal lauthals die angebliche Beschneidung von
    „Freiheitsrechten“ bejammert wird, frage ich mich nur: Welche
    Freiheitsrechte sind denn hier gemeint? Etwa das Recht auf ein
    vollkommen überzogenes Konsumverhalten? Und wie steht es
    denn dann mit dem Recht meiner drei Kinder auf eine halbwegs
    intakte Natur, in der man noch leben kann?

    Viele Grüße,

    Ralf M. Kersting