Umwelt & Aktiv

Das Magazin für gesamtheitliches Denken

Das Magazin für ganzheitliches Denken

Umweltschutz, Tierschutz, Heimatschutz

Weniger Palmöl für mehr Regenwald!

Regenwald

Regenwald

Das weltweit meist produzierte Pflanzenöl ist das Palmöl, dessen Produktion sich seit 1990 auf über 58 Millionen Tonnen nahezu versechsfachte. Neben der Herstellung von Nahrungsmitteln, wird Palmöl für Haushalts- und Körperpflegemittel, als Kraftstoff und in der chemischen Industrie verwendet. Je nach Schätzung enthält die Hälfte aller typischen Supermarkt-Produkte Palmöl. Laut Verband der Ölsaaten-Verarbeitenden Industrie Deutschland importierten wir 2013 etwa 1,5 Millionen der weltweit produzierten 56 Millionen Tonnen, laut International Institute for Sustainable Development importiert Deutschland 6% der weltweiten Produktion. Doch die Ölpalme gedeiht nur in tropischem Klima. Die großen Produzenten sind mit mehr als 50 % Indonesien und mit mehr als 35 % Malaysia. Doch sind auch viele andere Länder ebenso an der Palmölerwerbsquelle interessiert. Doch allerorten mußten in erheblichem Ausmaße Regenwälder weichen, um Ölpalmen-Plantagen Platz zu machen. Mit der Erschließung neuer Anbaugebiete werden aufgrund von Abholzungen, Trockenlegung von Torfmooren und Brandrodungen wichtige Kohlendioxidspeicher zerstört. Gewissen Erhebungen zufolge sollen allein zwischen Juli und November 2015 insgesamt 1,8 Millionen Hektar Torf- und Regenwälder zerstört worden sein.

Der Ausbau der Plantagen durch Agrarkonzerne geht zudem zulasten der herkömmlichen kleinbäuerliche Landbewirtschaftung, wodurch die Ernährungssouveränität dieser Kleinbauern immensen Schaden nimmt. Nicht zuletzt dadurch wird eine der Fluchtursachen, sprich eine schlechte Ernährungslage, für die Migrationsproblematik heutiger Tage verstärkt. – Welche Möglichkeit hat nun der verantwortungsbewußte Verbraucher angesichts der Verbreitung des Palmöls über die gesamte Produktpalette hinweg? Hierfür sei auf den nachfolgenden Weltnetzverweis hingewiesen, auf dessen Seite betreffend zahlreicher Produktklassen alternative palmölfreie Artikel aufgeführt werden:

http://www.umweltblick.de/index.php/branchen/produkte-ohne-palmoel

Selbstredend ist aber auch die Frage legitim, inwiefern ein massenhafter alternativer Konsum von beispielsweise Raps- und Sonnenblumenöl dauerhaft auf nachhaltige Weise herzustellen wären. Dieser Frage ließe sich aber auch die Frage hinzugesellen, wie man denn vor dem Boom des Palmöls seit etwa den 80er Jahren auskam. Dies liegt ganz einfach daran, daß heutzutage überwiegend industriell verarbeitete Produkte konsumiert werden. Diesbezüglich empfiehlt „Umwelt & Aktiv“ die Supermarkt-Ware gegen mehr anderweitig bezogener frischer Ware zu ersetzen!

Gerhard Keil

Bildquelle: 219450_web_R_K_B_by_rebel_pixelio.de.jpg

Verwandte Artikel:


Kommentare sind nicht mehr zugelassen.