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Wildnis in Deutschland

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Natur pur

Wer denkt beim Begriff Heimat an die Industrienation, an den Standort Deutschland? Wohl kaum einer. Vielmehr kreisen dabei die Gedanken um vertraute Gepflogenheiten, die Orientierung geben und diese tragende Gemeinschaften, die Sicherheit bieten sowie nicht zuletzt die prägenden Elemente Klima, Topographie mit deren typischen Fauna und Flora. Allerdings sind heutiger Tage weitestgehend unveränderte und in ihrem ursprünglichen Zustand belassene Wälder, Moore, Flüsse mit Auen, Küsten und Gebirge von trauriger Seltenheit. Dem Thema Wildnis, als Idealzustand der Natur als komplexes und dynamisches, sich selbstständig entwickelndes Geschehen von Lebensräumen mit ihren für sie jeweils typischen Arten und Lebensgemeinschaften widmet sich eine neue von 16 Organisationen getragene Plattform, die sich unter der neuen Netzseite www.wildnis-in-deutschland.de darstellt.

Ein interessanter und empfehlenswerter Weltnetzauftritt, der sich der Förderung des Schutzes einer Entwicklung möglichst unbeeinflusster natürlicher Prozesse verschrieben hat. Das Portal versteht sich auch als Dienstleister, der Organisationen und Institutionen fundierte Texte, hochwertiges Bildmaterial und dazugehöriges Hintergrundwissen an die Hand geben möchte. Besonders hervorzuheben ist die Vorstellung bereits bestehender Wildnisgebiete und deren Entwicklung, die dazu anregen, besagte Gegenden in Form eines schonenden wie finanziell unterstützenden Tourismus zu erwandern. Ziel des Portals ist es, zu erreichen, dass sich die Natur bis spätestens 2020 auf mindestens zwei Prozent der Landesfläche Deutschlands nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln kann und in Form großflächiger Wildnisgebiete rechtlich gesichert ist. Die Kernzone eines Wildnisgebietes soll dabei die von der „Wild Europe Initiative“ empfohlene Größe von 3.000 Hektar möglichst nicht unterschreiten. Von besonderer Bedeutung sind Biotopverbunde, mittels derer Tier- und Pflanzenarten überlebensfähige Populationen entwickeln und sich von dort wieder in andere Gebiete auszubreiten in der Lage sind. „Umwelt & Aktiv“ begrüßt dieses Projekt und hofft, dass es einen wertvollen Beitrag zum Verständnis und Wert vielfältiger Ökosystemleistungen leisten wird.

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 711471_web_R_K_B_by_Rosel Eckstein_pixelio.de

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Datum
08.03.2016

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