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Artenschutz ist Lebensraumschutz!

 

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Zu einem Fachgespräch zum Thema „Nationale Herausforderung Biodiversität und Artenschutz“ auf Basis des Artenschutzreport 2015 lud die CDU/CSU-Fraktion den VLAB diese Woche in den Deutschen Bundestag ein. Auf eine Auswertung dieses Gesprächs darf man gespannt sein, denn nachdem es sich beim Einlader um die maßgeblich regierungstragende Fraktion handelt, sollte sich vielleicht die Hoffnung einstellen, daß in Sachen Artenschutz künftig den Reden auch Taten folgen… Zumindest nimmt „Umwelt & Aktiv“ dieses Treffen nun zum Anlaß, die in nächster Zeit ergriffenen oder auch weiterhin unterlassenen politischen Maßnahmen in Sachen Artenschutz genau zu beobachten! Als Hauptziel dieses Treffens wurde zumindest VLAB-seitig ausgegeben, den Artenschutz künftig noch stärker als wichtige politische Querschnittsaufgabe zu verstehen. Ein Drittel der bei uns in Deutschland vorkommenden Arten steht auf der Roten Liste, sprich gilt in seinem Bestand als gefährdet, lautet die alarmierende Feststellung des Artenschutzreports. Da Arten immer auch für Lebensräume, Ökosysteme und Beziehungsgefüge stehen, spiegelt deren Zustand gleichzeitig den Zustand unserer Heimatlandschaft wider, weshalb Artenschutz auch Lebensraumschutz ist. Das Grundgesetz sieht immerhin in Artikel 20a vor: „Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen.“

Folgt man dem Artenschutzreport, weiß man genau, worauf die Politik zu achten hätte: Unabdingbar ist ausreichendes Vorhandensein nutzungsfreier Wälder, Biotopverbünde, die ausreichend naturnahe Landschaftselemente miteinander vernetzen und eine Erhöhung der Fläche flußdurchströmter Auengebiete. Als problematisch ist anzusehen, daß eine Kontinuität taxonomischer Forschung an den Universitäten nicht mehr gewährleistet und es für viele Artengruppen kaum noch Spezialisten gibt, die sie erkennen und erforschen. Um zunehmenden Nachwuchsproblemen sowohl im wissenschaftlichen, als auch im ehrenamtlichen Bereich zu begegnen wird im Artenschutzreport gefordert, Naturerfahrung und Artenkenntnisse im Biologieunterricht verstärkt zu verankern, die Förderung und Einrichtung von Arbeitsgruppen für Ökologie und Naturschutz an Hochschulen und Naturkundemuseen zu unterstützen, Naturschutz- und Fachverbände und Fachvereine bei der Vermittlung von Artenkenntnissen zu unterstützen und den Aufbau von Expertennetzwerken zu fördern. Auch hier ist die Politik gefragt.

Ebenso ist seit Jahren eine teils dramatische Verschlechterung des Zustands der biologischen Vielfalt im Bereich Agrarlandschaft festzustellen, die maßgablich in einer hoch intensiven Landbewirtschaftung begründet liegt. Intensiv genutzte Grünland- und Ackerbauregionen mit engen Fruchtfolgen, die Entmischung und Homogenisierung von Nutzungsstrukturen sowie Meliorationsmaßnahmen wie die Entwässerung von Feuchtgrünland wirken sich negativ auf die Artenvielfalt sowie auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild aus. Und nicht zuletzt kommt der Art und Weise der Waldbewirtschaftung große Bedeutung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu. Ohne Beeinflussung des Menschen würden 75 % der Waldfläche von Buchenwäldern eingenommen. Aktuell tragen jedoch mit ca. 50 % Fichten- und Kiefernforste zum Aufbau der Waldbestände in Deutschland bei. Naturschutzfachliche Handlungsfelder sind zur Genüge gegeben und bekannt sind sie zumeist auch – entscheidend ist letztendlich nur noch der Wille zur Tat!

Gerhard Keil

 

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Datum
25.02.2016

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