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Den Boden schĂŒtzen statt die Zukunft verbauen!

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Durchbruch

Wo könnte man Natur inniger empfinden als in seiner Heimatlandschaft, der man von frĂŒhesten Tagen an emotional verbunden ist. Die identitĂ€tsstiftende Kulturlandschaft zeichnet sich durch ein harmonisches Gleichgewicht ursprĂŒnglich verbliebener Naturentwicklung und in sie eingewebten Siedlungs- und Wirtschaftsraum aus. Wie lebensnotwendig Mutter Natur fĂŒr den Menschen ist, zeigt sich sprichwörtlich an der heimatlichen Scholle, die mit teils romantischer Lyrik geheiligt wurde. Doch gerade an dieser wird sich zunehmend versĂŒndigt. Anstatt aber dankbar den Gebrauch der FlĂ€che mit Verantwortung zu gestalten, wird ein erschreckender FlĂ€chenverbrauch betrieben. Sekunde fĂŒr Sekunde werden statistisch irgendwo im Bundesgebiet weitere acht Quadratmeter fĂŒr neue Siedlungs- und VerkehrsflĂ€chen beansprucht. Eine Entwicklung, die durch die aufgrund des Migrationsansturms befeuerte Wohnungsknappheit noch an Fahrt zunehmen dĂŒrfte. Allein im Bundesland Bayern verschwindet tĂ€glich eine FlĂ€che von 25 Fußballfeldern unter Beton und Asphalt. Dieser Umgang mit einem endlich begrenzten Gut ist höchst fahrlĂ€ssig!

Neben dem unmittelbaren Verlust an fruchtbarem Boden zieht der FlĂ€chenverbrauch eine Reihe von Folgewirkungen wie beispielsweise Zersiedelung, Verlust von LebensrĂ€umen fĂŒr Flora und Fauna, auch zur Erholung, Zerschneidung und Barrieren in der Landschaft, BeeintrĂ€chtigung des Landschaftsbildes, Reduktion der Wasserversickerung, VerschĂ€rfung von Hochwasser, verĂ€ndertes Kleinklima, abnehmende FlĂ€chenauslastung mit kostspieliger Infrastrukturbereitstellung nach sich. Der Bund Naturschutz brachte in diesem Zusammenhang bereits mehrmals Gedanken nach einem vorrangigem Baugebot zur Schließung von BaulĂŒcken oder eine höhere Besteuerung von nicht genutztem Bauland in StĂ€dten ins GesprĂ€ch. Ob mittels marktwirtschaftlicher Instrumente oder nötigenfalls anderweitig, womöglich in Berufung auf die Sozialpflichtigkeit von Eigentum, mĂŒssen Bodenschutz und bestandsorientierte Steuerung der SiedlungsflĂ€chenentwicklung ganz oben auf die Tagesordnung. Dies wĂ€re eines der drĂ€ngenden Vorrangthemen fĂŒr politische Expertenarbeit, um endlich Nachverdichtungspotentiale zu schließen, der urbanen Außenentwicklung wirksame Konzepte der Innenentwicklung entgegenzusetzen und Renaturierungsmaßnahmen in Gang zu setzen.

„Umwelt und Aktiv“ bittet jeden GrundstĂŒcksbesitzer sich seiner Verantwortung bewußt zu sein: wenn wir unseren Boden nicht schĂŒtzen, können wir uns schnell unsere Zukunft verbauen!

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 701828_web_R_K_B_by_Ferdinand Ohms_pixelio.de

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Datum
07.03.2016

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