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Der Geist der Querfront lebt!

juergen-elsaesserWie in der letzten Ausgabe von Umwelt & Aktiv angekündigt, wird sich unser Magazin in der noch lange nicht beendeten Zuwanderungsdebatte, der größten Herausforderung Deutschlands seit dem 8. Mai 1945, mit eigenen Beiträgen zu Wort melden. In dieser Ausgabe mit einem Gespräch mit dem früheren „antideutschen“ Linken Jürgen Elsässer. Während sein Compact-Magazin derzeit alle Rekorde im alternativen Politmedienbereich bricht und schonungslos wie kaum jemand sonst die Regierungs- und Zuwanderungspolitik Angela Merkels anprangert, wird er unter einigen klassischen Rechten noch immer kritisch beäugt. Wer ist Jürgen Elsässer? Warum ist ein früherer „Antideutscher“ gegen Masseneinwanderung? Was will er mit seinem Magazin Compact erreichen? Wir können in das Dunkel dieser Fragen hoffentlich genug Licht bringen.

Herr Elsässer, die links-alternative Tageszeitung TAZ zählt Sie mittlerweile zu den „Neuen Rechten“. Auch sonst reden Medien im Zusammenhang mit dem Compact-Magazin von „Rechten“. Ärgert Sie als Linker das?

Das ist der übliche Blödsinn der etablierten Medien. Die haben noch gar nicht kapiert, daß man die klassischen Kategorien von Links und Rechts heute gar nicht mehr anwenden kann: Wenn auf der einen Seite große Teile der Grünen für die NATO-Kriegspolitik sind und wenn die Linkspartei den Euro stützt und auf der anderen Seite die NPD Friedensdemonstrationen veranstaltet und Parolen gegen die NATO verbreitet, dann ist ja wohl einiges in der Gesäßgeographie durcheinander geraten.

Was mich selber angeht, so schlägt mein Herz immer noch links. Ich denke im guten alten klassisch linken Sinne, daß sich die soziale Frage und – pathetisch gesagt – die Befreiung der Arbeiterklasse nur im nationalen Rahmen verwirklichen läßt. Aber leider sind diese Gedanken, wie sie sich bei Marx oder Lenin finden lassen, in der heutigen, von „68“ geprägten Linken nicht mehr vorhanden. Deswegen bin ich da mit meinem Ansatz gescheitert. Es ergibt keinen großen Sinn mehr, daß ich mich noch als Linker bezeichne, weil die real existierende Linke von diesen guten alten Ideen nichts mehr wissen möchte.

Sie gelten als einer der „Erfinder“ des politischen Kampfbegriffes des „Antideutschen“. Wie kam es dazu? Und warum haben Sie sich von diesem Begriff nun doch distanziert?

Das ist eine lange Geschichte. Ich fasse die kurz zusammen:

Ende 1989, 1990 „antideutsch“ zu sein, war eine anti-imperialistische Orientierung. Das heißt, wir sind damals davon ausgegangen, daß durch die Wiedervereinigung ein imperialistischer Machtblock entsteht, welcher der Konstellation Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ähnelt und daß man das unter allen Umständen verhindern müsse. Deswegen die drastische Formulierung „antideutsch“.

Was mich persönlich angeht, habe ich niemals diese Volksfeindlichkeit mitgetragen, die andere mit dieser Orientierung verbunden haben. Es hat ein paar Jahre gebraucht, aber immerhin bin ich mit der Zeit darauf gekommen, daß dieses wiedervereinigte Deutschland nach wie vor nicht die bestimmende gefährliche Weltmacht ist, sondern daß diese Rolle weiterhin von den USA gespielt wird. Als ich diese Erkenntnis mit immer mehr Fakten untermauern konnte, hat sich mein Weltbild verschoben und ich habe das Zug um Zug korrigiert. Das begann Ende der 90er Jahre.

Die großen Themen des Compact-Magazins sind die derzeitige Zuwanderungsproblematik und die „Lügenpresse“. Sind das Themen, die Ihnen persönlich am Herzen liegen oder bedienen Sie als Medienmacher nur eine Stimmung im Volk?

Wir würden nie irgendetwas nur aus verkaufstaktischen Gründen machen. Wir laufen keiner Stimmung hinterher, damit wir eine höhere Auflage erzielen. Ich bin mein ganzes Leben als Journalist gegen den Strom geschwommen und deswegen auch von allen linken Zeitungen, für die ich gearbeitet habe, gekündigt worden: Sei es die Junge Welt, sei es Neues Deutschland, sei es Konkret und Freitag. Da bin ich gerade deshalb angeeckt, weil ich eben nicht den Mainstream mitmachen wollte oder was gerade en vogue war.

Wir verstehen uns als Stimme des Volkes, sehen Compact also als „publizistisches Sturmgeschütz der Volkssouveränität“, wie wir gerne sagen. Es ist ganz offensichtlich, daß ein Großteil der Deutschen sehr beunruhigt ist über die Entwicklung in der Asylfrage und über den schleichenden Austausch der Bevölkerung. Da diese Ängste in der etablierten Medienlandschaft nicht vertreten werden, sehen wir es als unsere Aufgabe, dieses Thema ganz groß zu fahren. Das, was viele Leute denken und fühlen, untermauern wir mit Fakten, um sozusagen die Betroffenheit von dem Bauch in den Kopf zu heben.

Gute Magazine und Zeitungen, die eine Alternative zur veröffentlichten Meinung bieten, gab und gibt es seit Jahrzehnten. Was macht Compact so wichtig? Rechnen Sie sich aus, das erste Medium zu sein, daß einen echten Wandel begleitet oder gar mit herbeiführt?

Wir haben den Anspruch, daß wir nicht nur hinter dem Computer sitzen und Texte tippen. Ich selber habe mich ganz persönlich in die Widerstandsbewegung eingebracht und auf vielen Demonstrationen gesprochen: Zum Beispiel letztes Jahr gegen die NATO-Politik in Sachen Ukraine, also des neuen Kalten Krieges gegen Rußland; im Jahr 2015 auf asylkritischen Demonstrationen wie bei Legida in Leipzig. Ich glaube, diese Verbindung von journalistischer Arbeit und direktem Engagement im direkten Widerstand, die zeichnet Compact aus. Und daß die Leute in unserer Wortwahl und unserer Schreibweise spüren, daß wir nicht abgehobene Intellektuelle sind, sondern volksverbunden. Viele Leute kaufen Compact, weil sie sagen: „Endlich schreibt da mal jemand ganz ohne Angst und ohne politische Etikette auf, was ich denke.“ Dieser Mut zur Wahrheit macht uns stark.

Compact läuft mit eigenen Konferenzen, der „Allzweckwaffe“ Peter Feist, E-Paper und Compact-TV hochgradig professionell allen anderen Alternativen in der Medienlandschaft vorneweg. Wer war der Ideengeber dieses mehrgleisigen Konzeptes? Waren Sie anfangs unsicher, ob es klappen wird?

Die Compact-Story ist schon eine unglaubliche Story. Wir haben angefangen mit dem Mindestkapital einer GmbH. Drei Leute haben sich zusammengetan, ich war einer davon, und jeder hat 8.500 Euro eingebracht. So haben wir angefangen. Wir hätten nie gedacht, daß es so abgeht wie eine Rakete. Wir haben im Jahr 2015 die Auflage von 33.000 auf 70.000 Exemplare zum Jahresende gesteigert. Damit sind wir ja stärker als alle anderen alternativen Medien zusammengenommen.

Dieses Verbundkonzept, auf mehreren Ebenen vorzugehen, war einfach „trial and error“. Niemand von uns hatte einen Masterplan. Wir haben mal hier rumprobiert, da rumprobiert und haben gesehen, was ankommt und was nicht. So hat sich unsere Verbundstrategie nicht als großer Plan herausgebildet, sondern als Feldversuch. Wir werden an weiteren Verbesserungen arbeiten.

Ist die Compact denn noch ein wirklich politlagerübergreifendes Medium oder haben Sie letztlich doch bloß wieder eine typisch rechte Leserschaft um sich geschart?

Das kann man so nicht sagen und das sehen und erleben Sie auf unseren Konferenzen. Das Publikum ist sehr gemischt. Wir haben diese Beschränkungen, die die rechten Publikationen zum Teil hatten, daß die Leserschaft überaltert war oder aus diesem expliziten „Hardcore-Bereich“ gekommen ist, überwunden. Wir haben ein sehr gemischtes Publikum mit sehr starken Jugendelementen, sehr starken wilden Elementen, wir haben die ganze Kraft der sogenannten Wahrheitsbewegung mit rüberziehen können. Wir haben nach wie vor auch viele linke Leser und Autoren. Ja, schon: Der Geist der Querfront lebt!

Ein Zuwanderungs- und Integrationsproblem hat Deutschland schon seit Jahrzehnten. Aber was derzeit geschieht, läßt sich in Worte kaum noch fassen. Die nötigen Superlative setzen uns sonst dem Verdacht der „Volksverhetzung“ aus. Diese Menschenmassen, die sich vor Grenzzäunen sammeln, wo es überhaupt welche gibt; diese Kolonnen, die über Feld und Wiesen Richtung Nordwesten ziehen; das sich rasant verändernde Bild unserer Städte und Dörfer… Was zur Hölle treibt unsere Politiker um? Das ist doch nicht mehr normal!

Ich habe in der November-Ausgabe von Compact den Artikel geschrieben, „Die Mandschurische Kanzlerin“, bezogen auf Angela Merkel. Das ist eine Anspielung auf den Hollywood-Film „Der Mandschurische Kandidat“, in dem einem aussichtsreichen Politiker ein Chip eingepflanzt wird und sobald der in einer bestimmten Machtposition ist, wird der Chip aktiviert und es läuft die Agenda ab, die durch die Auftraggeber in das Programm eingegeben wurde. Bei Angela Merkel hat man auch diesen Eindruck, daß da seit diesem Sommer so eine Art Programm abläuft. Ich will aber nicht behaupten, daß man Angela Merkel einen Chip eingepflanzt hat. Aber sie hat ihre Politik doch sehr radikalisiert. Das ganze Ausgleichende, das sie vorher hatte, wo sie wie ein Medium für verschiedene Stimmungen im Volk und der politischen Klasse agiert hat, das hat sie liquidiert.

Sie fährt nun eine Basta-Politik, in der sie allein die Politik bestimmt und sogar schüchterne Kritiker wie Wolfgang Schäuble und Horst Seehofer wegbeißt. Obwohl sie als CDU-Kanzlerin ins Amt gekommen ist, betreibt sie nun die Politik des 68er Linksblocks. Was sie da motiviert? Manche Leute denken, sie sei vielleicht durch alte Stasi-Akten oder „Rosenholz“-Akten erpressbar, die nun bei den Amerikanern liegen. Wer sich ihre Auftritte ansieht, merkt aber, daß sie diese Politik mit Emotionen und Herzblut vertritt und nicht dazu gedrängt wird. Das heißt, die Frau ist tatsächlich genau so eingestellt, sie verfolgt keinen fremden Auftrag. Das ist ihr eigener Auftrag, ihre eigene Leidenschaft, daß sie gerne Deutschland abschaffen will. Wo diese Einstellung biographisch herkommt, das kann ich nun wirklich nicht sagen.

Wir müssen auch nicht über die Ursachen diskutieren, sondern diese Politik stoppen. Das Merkel-Regime muß gestürzt werden. Wir haben die Dezember-Ausgabe mit dem Titel „Merkel verhaften“ gebracht. Denn was sie da macht, ist ein Bruch des Grundgesetzes und vieler Einzelgesetze. Wer so handelt, auch als Politiker, kann einer Freiheitsstrafe eigentlich nicht entgehen.

Was stört Sie persönlich eigentlich an der derzeitigen illegalen Einwanderung unter dem Mantel des Asylrechts? Sie werden sich hier wohl nicht als Anhänger eines homogenen weißen Deutschlands entlarven. Aber wenn, man das nicht ist, also einen „homogenen Volkskörper“ nicht anstrebt, dann kann einem der Ausländeranteil, auch Kulturfremder, doch völlig egal sein.

Ich bin durchaus für Einwanderung. Ich denke, Einwanderung bringt frisches Blut und kann ein Volk vitalisieren. Wie in vielen anderen Fragen gilt aber auch hier: Die Dosis macht die Unterscheidung zwischen Medizin und Gift. Wenn wir verkraftbare Einwanderung hätten, bei der wir die Leute auch integrieren und assimilieren können, dann wäre dagegen gar nichts einzuwenden. Das ist das preußische Beispiel von Friedrich dem Großen und den Hugenotten. Aber wenn bestimmte Zahlen überschritten werden, wenn sehr viele Menschen vor allem aus Regionen kommen, die eine völlig andere Kultur haben und die zum Teil Analphabeten sind, dann geht das einfach nicht und macht die gesamte Gesellschaft kaputt.

So gesehen müssen wir aber feststellen, daß wir seit Jahrzehnten eine verfehlte Einwanderungspolitik haben. Denn wir haben ja nicht ohne Grund Ghettos wie Marxloh und Neukölln, wo die teils gar nicht integrierten Kinder und Enkel der Gastarbeiter wohnen oder wie in Dortmund libanesische Klans herrschen. Das sind ja nicht die Resultate der aktuellen „Flüchtlingskrise“…
Die Einwanderungspolitik ist relativ frühzeitig aus dem Ruder gelaufen. Dadurch, daß man die Gastarbeiter, die ja schnell in ihre Heimatländer zurückkehren sollten, nicht nur hierbehalten, sondern ihnen auch den Familiennachzug erlaubt hat. Das war damals schon sehr prekär. Trotzdem würde ich sagen, bis in die 80er Jahre ist das Modell nicht so schlecht gelaufen und wir konnten die erste Generation, auch der Türken, ganz gut verkraften. Das waren alles fleißige Leute, die sich darüber gefreut haben, daß sie hier Arbeit und Sicherheit hatten, die es in ihrem Heimatland nicht gab. Aber die zweite und dritte Generation waren schon wesentlich schwieriger, ja. Da hätte man die Reißleine spätestens ziehen müssen. Helmut Schmidt hat schon 1982 gesagt, ihm komme kein Türke mehr über die Grenze, sonst gäbe es Mord und Totschlag. Das war schon eine sehr weitsichtige Äußerung und entsprach etwa dem damaligen Stand.

Ihr Mitstreiter Peter Feist spricht davon, er spüre den Geist von 1989 im Volke und es werde bald knallen. Ich sehe das gar nicht. Hier im Westen können sich die Flüchtlingsinitiativen kaum vor Helfern und Spenden retten. Lachend marschieren wir hier in den Vielvölkerstaat, in dem wir gut nachrechenbar eines Tages eine ethnische Minderheit sein werden (und in manchen Stadtteilen schon sind), während in Mitteldeutschland die Proteste laufen – und nur dort. Wird noch vor den Konflikten Deutsche/Zuwanderer der Konflikt Deutsche/Deutsche ausbrechen?

Es ist sehr bemerkenswert, daß der Widerstand seine Bastionen im Osten hat. Das ist auch ein Resultat der DDR. Da zeigt sich mal wieder, daß die DDR bei allem, was ideologisch schräg lief, doch der bessere deutsche Staat war. Einfach, weil sogar die SED deutsche Kultur und die deutschen Sitten bewahrt hat. Erst der Kapitalismus war in der Lage, tabula rasa zu machen und bis in die Köpfe und Seelen hinein ein globalistisches Zerstörungswerk zu vollziehen. Das Resultat haben wir jetzt im Westen: Die Leute sind einfach kaputt, die wissen gar nicht mehr, was deutsch ist. Die Ossis haben zwar ihre negativen Erfahrungen mit der kommunistischen Partei gemacht, aber die sind Deutsche geblieben: Sie wissen, woher sie kommen, sie wissen um die Verbrechen, aber auch um die Verdienste der deutschen Vergangenheit und sie wollen nicht, daß sie abgeschafft werden. Das ist ein sehr guter Impuls. Die Hoffnung kommt aus dem Osten!

Wir können darüber spekulieren, ob diese Volksbewegung aus den neuen Bundesländern in die alten Bundesländer überschwappt, was ich immer noch hoffe. Vor allem auf die Bayern und meine schwäbischen Landsleute, also ganz Süddeutschland, setze ich meine ganze Hoffnmung. Dort sieht es immer noch besser aus als in NRW, vor allem im Ruhrgebiet – dort ist ja nicht nur eine politische, sondern vor allem auch emotionale Wüste.

Sonst müßte man Deutschland auf dem Gebiet der neuen Bundesländer neu gründen, als eine Art Piemont für die Rückgewinnung des Ganzen.

Sie haben selbst viele Jahre als Lehrer unterrichtet. Unter anderem Kinder von jugoslawischen Kriegsflüchtlingen. Wie schätzen Sie die aktuelle Situation ein, kann es gelingen, all diese Kinder mit nicht europäischen Wurzeln erfolgreich in das Bildungssystem zu integrieren, ohne daß die Bildungschancen der deutschen Kinder darunter leiden?

Das ist völlig unmöglich, schon allein von der Masse her. Wenn es weniger wären, würde es schon gehen. Aber man bräuchte dafür andere Lehrer, denn dieser ganze Hippie-Multikulti-Pädagogen-Apparat kann überhaupt keine Werte vermitteln – weder den deutschen, noch den Einwandererkindern. Was das Bildungssystem betrifft, bin ich doppelt skeptisch.

Herr Elsässer, Ihre Wege und die von dem zum Islam konvertierten ehemaligen Mitgesellschafter Andreas Abu Bakr Rieger haben sich im Zuge der unterschiedlichen Einschätzung zu PEGIDA und deren Haltung zum Islam getrennt. Sollte der Islam Ihrer Meinung nach ein Teil Deutschlands sein, wie es so viele Politiker der etablierten Parteien aktuell fordern? Worin sehen Sie die Chancen und worin die Risiken?

Nein, der Islam ist kein Teil von Deutschland. Das ist völliger Kappes. Ich teile aber auch nicht die andere These von der christlich-jüdischen Kultur, das ist auch Kappes. Die deutsche Kultur ist im Wesentlichen durch das Christentum geprägt und in einem weiteren Schritt durch die Aufklärung. Islamische oder jüdische Einflüsse sind demgegenüber vollkommen untergeordnet. Mit dem selben Recht könnte man von einer germanisch-deutschen Leitkultur sprechen oder einer römisch-deutschen Leitkultur. Denn germanische Einflüsse, Einflüsse des römischen Rechts oder der griechischen Antike sind für uns genauso wichtig wie die islamischen oder jüdischen, eher noch wichtiger.

Die Muslime, die bis vor zwei Jahren hierhergekommen sind, die sollen doch hier bleiben! Niemand will sie abschieben. Aber wir wollen nicht noch mehr dazubekommen, das ist nicht verkraftbar.

Aus Sicht vieler rechter politischer Gruppen ist die Identitätszerstörung im deutschen Volk nach dem Zweiten Weltkrieg eine maßgebliche Ursache für die mangelnde Widerstandskraft, z. B. gegen die Eurokratie, die Schuldenunion, das Freihandelsabkommen oder jetzt eben gegen die kaum noch kontrollierbare Zuwanderung aus kulturfremden Regionen. Sie selbst haben sich an dieser Debatte rund um den Historiker Ernst Nolte zu Wort gemeldet. Wie war ihre damalige Position zu diesem Thema und hat sich angesichts der aktuellen Lage daran etwas geändert?

Naja, ich war damals gegen Nolte. Ich war ja damals noch ganz orthodox bei den Linken. Heutzutage würde ich das natürlich anders sehen.

Wir haben hier im Westen nach 1945 eine Art Gehirnwäsche durch die Anglo-Amerikaner über uns ergehen lassen müssen. Auch das war im Osten anders: Die Sowjets, die wollten die Macht und die Kontrolle, aber die haben die deutsche Kultur nicht schlechtgeredet, im Gegenteil. Die deutsche Kultur wurde hochgehalten. Obwohl oder vielleicht gerade weil sie Kommunisten waren, haben sie die deutsche Kultur geschätzt. Sarah Wagenknecht hat Goethes „Faust“ auswendig gelernt. Es ist kein CDU-Politiker denkbar, der sich jemals in der Weise mit deutscher Kultur beschäftigt hätte, wie die DDR-Kommunistin Wagenknecht!

Kein Mensch kann Massenabschiebungen für realistisch halten. Mit allen Ausländern, die da sind und nun noch kommen müssen wir uns aber arrangieren, oder?

Was in diesem Jahr an Menschen reingekommen ist, hat ja nur zu einem Anteil von etwa einem Prozent eine Asylberechtigung. Die Übrigen müssen Zug um Zug wieder abgeschoben werden. Dazu gibt es keine Alternative – wenn Deutschland als Deutschland bestehen bleiben soll.

Das alles muß selbstverständlich human erfolgen. Man muß dafür sorgen, daß die Menschen, wenn sie zurückgeschickt werden, in ihrer alten und dann wieder neuen Heimat eine Lebensperspektive haben. Man wird schon einiges investieren müssen. Aber mit den 360 Euro, die die Asylbewerber derzeit pro Kopf beanspruchen können, kann man in deren Heimatland für fünf oder sechs Leute eine Perspektive aufbauen. Genau dahin muß es gehen: Hilfe vor Ort statt Weltsozialamt für alle Elenden der fünf Kontinente!

Werden wir Deutschen und Europäer (alleine geht’s ja nicht) das Blatt für unsere Völker noch zum Guten wenden? Was muß hierfür geschehen?

Die Grenzen müssen geschlossen werden! Ohne das geht es nicht. Und da unsere Regierung das nicht macht, muß diese Regierung weg, ist ein Kanzler-Sturz notwendig.
In einer Demokratie wird sich Protest idealerweise auch durch eine erfolgreiche „Protestpartei“ ausdrücken, die Erfolge einfährt. Sehen Sie da schon Hoffnungsträger in der Parteienlandschaft oder charismatische Figuren, die das Volk für sich gewinnen könnten?

Ich bin vorsichtig optimistisch, was die AfD angeht. Ich finde Björn Höcke sehr integer und authentisch. Generell bin ich aber skeptisch, was den parlamentarischen Weg angeht. Da werden immer wieder Leute rausgekauft und korrumpiert und dann gibt es diese ganzen Koalitionsspiele. Darüber sind linke wie rechte Oppositionsparteien kaputtgemacht worden.

Ich denke eher, daß es ein Widerstand auf der Straße sein muß wie 1989 und daraus wird sich dann vielleicht eine institutionelle Veränderung ergeben. Das Allerwichtigste ist, daß das System im Schweizer Sinne umgebaut wird, also die im Grundgesetz vorgesehene plebiszitäre Säule auch auf Bundesebene eingeführt wird. Damit können dann die Fehler der parlamentarischen Säule ausgeglichen werden.

Können Sie sich selbst eine Rolle in der Parteipolitik vorstellen?

Eigentlich nicht! Ich bin sehr glücklich mit der Aufgabe, die ich jetzt habe, COMPACT-Chefredakteur. Das ist die Aufgabe, die ich mir immer gewünscht habe. In einer Partei muß man immer Hinterzimmerpolitik machen und komische Kompromisse schließen. Der Vorteil von Compact ist, daß wir keine Kompromisse schließen müssen. Wir können voll in die Offensive gehen. Wir müssen keine Sprachregelung einhalten. Nehmen Sie aktuell Frauke Petry, die auf dem AfD-Parteitag den Rücktritt von Merkel gefordert hat. In Ordnung, das ist vielleicht das Maximum, was sie fordern kann. Aber in Compact steht auf der Titelseite „Merkel verhaften“ – das ist viel radikaler und deswegen viel zeitgemäßer. Ich möchte mich in solchen Fragen nicht verbiegen.

Ich denke außerdem, daß man mit einer Zeitung wie Compact ab einer gewissen Stärke, der kritische Punkt ist bei einer verkauften Auflage von 100.000 Exemplaren, sehr viel mehr Einfluß hat, als mit einer Partei mit 100.000 Wählern. Wenn wir 100.000 Exemplare von Compact verkaufen würden, könnten wir die Politik stärker beeinflussen als die AfD mit einer Million Wählern. In den besten Zeiten des „Spiegel“ war der „Spiegel“ in der Lage Minister zu stürzen – wie damals in der „Spiegel-Affäre“ Franz-Josef Strauß. Diese Veto-Position kann eine kritische, volksverbundene Zeitung tatsächlich ausfüllen. Das ist meine Vorstellung für Compact.

Da wir ein Ökologiemagazin herausgeben und Compact dieses Thema leider vernachlässigt, möchten wir natürlich wissen, welche Bedeutung Jürgen Elsässer diesen Themen beimißt. Atom-ausstieg, ökologische/kleinbäuerliche Landwirtschaft, saisonale/regionale Produkte – ist das Ihr Ding?

Für die Ökologie ist meine Frau zuständig. Die kennt sich damit aus, ich nicht.

Da bin ich ein gebranntes Kind. Ich habe in der Linken gemerkt, wie mit ökologischen Themen Schindluder getrieben worden ist und wie die Ökologie auch genommen worden ist, um andere Themen auszublenden.

Aber ich sehe mit einigem Interesse, daß Widerstandskreise zur Sicherung ihrer eigenen Autarkie zu bestimmten ökologischen Landbaumethoden übergegangen sind. Das sehe ich mit Sympathie, bin dafür aber kein Experte.

Eine Prognose für das Jahr 2016: Wann erreicht Compact die kritische Masse mit 100.000 Exemplaren?

Wir sind dieses Jahr wie gesagt von 33.000 auf 70.000 gesprungen. Das ist allerdings die Druckauflage, nicht die verkaufte. Um das im Verkauf zu erreichen, müßten wir wahrscheinlich nochmal verdoppeln auf 150.000. Das könnte bei der derzeitigen Entwicklung für das Jahr 2016 tatsächlich eintreffen. Denn die Mainstream-Medien sind dermaßen abgewirtschaftet und die Leute laufen denen in Scharen davon. Ich bin optimistisch, daß die alle zu uns kommen.

Ich sage aber auch: Mein letztes Ziel ist es nicht, eine Zeitung zu machen. Das ist mein Lebenselixier, aber nicht mein letztes Ziel. Mein letztes Ziel ist natürlich, zu dieser Volksbewegung, die etwas ändert, meinen Beitrag zu leisten. Deshalb habe ich mit meinem Kollegen Götz Kubitschek von Sezession und mit Professor Karl-Albrecht Schachtschneider diese „Ein Prozent“-Initiative ins Leben gerufen. Die Initiative hat den Anspruch, die ganze Bewegung in ihrer Vielfalt und ihrer lokalen Dezentralität durch eine Plattform im Internet nicht nur medial zu unterstützen, sondern auch über diese Plattform Geld einzusammeln. Wenn diese Bewegungen mit diesem Staat, mit der Justiz oder der Antifa Probleme haben, dann wollen wir sie ganz uneigennützig unterstützen und kräftigen, so daß dieser Impuls wachsen kann. Die Zeitungsarbeit, der Aufbau von Compact, ist nicht der letzte Zweck von dem, was ich tue. Es ist ein Mittel zum Zweck. Dieser Zweck ist die Volkssouveränität. Compact ist das Sturmgeschütz der Volkssouveränität – und in dem Sinne muß es an Feuerkraft gewinnen, damit das Volk stärker wird.

Herr Elsässer, ich danke Ihnen für das interessante Gespräch!

Dieses Gespräch erschien in der Ausgabe 4 – 2015.

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Datum
30.12.2015

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