Freiheit durch Autarkie
Unter Autarkie verstehen wir die Wirtschaftsform eines Staates, der infolge von fruchtbarem Boden, Bodenschätzen und Kraftquellen vom Ausland wirtschaftlich unabhängig ist. Ein Land ist also dann autark, wenn es alles selbst besitzt oder erzeugt, was es benötigt (natürliche Autarkie).Sind diese Voraussetzungen, die Ressourcen, nicht vorhanden, so kann ein Staat dennoch autark sein, wenn er seinen Bedarf auf das beschränkt, was er selbst besitzt oder erzeugt. Allerdings muß er dann genügsam sein – das griechische Wort Autarkie bedeutet ja Selbstgenügsamkeit, Bedürfnislosigkeit.
Ein Staat also, der unabhängig, souverän nicht nur auf dem Papier sein will, kann nicht anders als auf größtmögliche Autarkie bedacht sein. So ist der Wert, den eine Regierung der Autarkie ihres Staates beimisst, ein sicherer Gradmesser für Souveränität oder Fremdherrschaft dieser Regierung bzw. dieses Staates.
Fehlen einem Staat gewisse außerordentlich dominante Bodenschätze wie z.B. Erdöl, so bieten ihm die technischen Möglichkeiten, die Bodenschätze, über die er verfügt, als Ersatzstoffe zu verwenden bzw. chemisch so umzuwandeln, dass auf Erdöl so weit wie möglich verzichtet werden kann. Das Deutsche Reich, das so gut wie keine Erdölreserven besaß, dafür aber Steinkohle in Fülle für einen langen Zeitraum, machte aus der Not eine Tugend und entwickelte schon während des Ersten Weltkrieges das sog. Kohleveredelungsverfahren. Es wandelte Kohle in gasförmige oder flüssige Kohlenwasserstoffe um, welche wiederum von der Petrochemie als Ausgangsstoffe für die verschiedensten chemischen Synthesen benutzt werden, u.a. zur Herstellung von Treibstoffen, Schmierstoffen, Kunstgummi. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kohleveredelungstechnologie vervollkommnet.
Daß Autarkie gerade in Kriegszeiten überlebenswichtig ist, steht zwar außer Frage, doch letztendlich ist sie auch in (sogenannten) Friedenszeiten von lebenswichtiger Bedeutung. Und wehe, ein Staat verliert, z.B. nach einem verlorenen Krieg, seine Souveränität! Er wird zum Ausbeutungsobjekt der Sieger. Seine autarken Strukturen werden zerstört, sein technisches Wissen, ausgearbeitet und aufgezeichnet in Plänen und Patenten, samt seiner ausgezeichneten Wissenschaftler, werden geraubt, seine Industrieanlagen demontiert, soweit sie nicht ohnehin durch Kriegseinwirkungen zerstört sind.
Anfang des Jahres 2007 wurde von der BRD-Regierung der „Ausstieg aus dem subventionierten Steinkohlebergbau“ beschlossen. Laut UN 2/2007 „gelten rund 24 Milliarden Tonnen als technisch gewinnbar. Angesichts der aktuellen Fördermenge von knapp 26 Millionen Tonnen ergibt sich bei gleich bleibender Fördermenge eine theoretische Reichweite von über 900 Jahren. Aufgrund ungünstiger geologischer Bedingungen wird aber auch in Zukunft, trotz steigender Energiepreise und –knappheit nur ein Teil dieser Vorräte wettbewerbsfähig förderbar sein. Vertreter der deutschen Kohlewirtschaft beziffern deshalb unter Beibehaltung der derzeitigen Fördermengen die Reichweite der deutschen Steinkohle auf etwa 400 Jahre“.
Wie bereits erwähnt, wäre, in Ermangelung von Erdöl, gerade Steinkohle für unsere Autarkie, sprich Unabhängigkeit, von herausragendem Wert. Durch die Ölkrise Anfang der 70-er Jahre aufgeschreckt, war die Möglichkeit einer Kohleverflüssigung noch einmal ins Blickfeld gerückt, doch das ist längst ad acta gelegt. Um beim Volk die Schließung der subventionierten Zechen geradezu als wünschenswert erscheinen zu lassen, wurde die Betonung auf das Wort „Subvention“ gelegt. Das ist Roßtäuschung. Denn wenn die Subventionierung von jährlich 28,4 Milliarden Euro einer Bundeswehr, die für Fremdmächte Vasallendienste leistet, als notwendig gepriesen wird, dann wären nicht einmal der zehnte Teil davon, nämlich rund 2,5 Milliarden Euro, mit dem heute der Steinkohlebergbau subventioniert wird, für den Erhalt einer energiepolitischen Grundsicherheit und Reserve für den Notfall tausendmal mehr gerechtfertigt. Im übrigen böten die Kohlezechen noch eine weitere Möglichkeit für wertvolle Energiegewinnung: Nutzung der Erdwärme. Durch Bohrungen von den ca. 1000 Meter tiefen Zechen aus, könnte der unerschöpfliche Vorrat an Warmwasser für ganze Städte nutzbar gemacht werden!
Landwirtschaftliche Autarkie
Mit der Landwirtschaft wird ebenso verantwortungslos verfahren. Sah die Deutsche Reichsregierung in einem gesunden Bauernstand zur Selbsternährung das Fundament der gesamten Nation, den sie mittels eines großen Vierjahresplanes in der Tat rettete und sanierte, wird heute der Bauernstand zugunsten internationaler Agrarfabriken vernichtet – nach Plan! Als Alternative stellten zahlreiche Landwirte ihren Betrieb auf die Erzeugung von biologischen, von der Chemie unbelasteten Nahrungsmittel um, um so ihre bäuerliche Existenz zu bewahren. Politiker, einschließlich des jeweiligen Bauernpräsidenten, loben zwar in Sonntagsreden diese Eigeninitiative der Bauern, verhindern aber nicht, dass diese Bauern von dem internationalen Agrarkartell mehr und mehr an die Wand gedrückt werden (z.B. gibt es keinen ernstzunehmenden flächenübergreifenden Schutz gegen genmanipulierten Anbau).
Auch in Bezug auf Geflügelhaltung geschah Merkwürdiges: Die Eier von artgerecht gehaltenen, freilaufenden Hühnern wurden zur Konkurrenz der Hühnerfabriken. Aber plötzlich, „zur rechten Zeit“, tauchte ein gefährlicher Geflügel-Grippevirus auf, der so viele Verbraucher davon überzeugte, dass ein Ei aus dem Hühnerkäfig gesundheitlich vielleicht doch unbedenklicher sei als eines von einem freilaufenden Huhn, das ja so leicht mit dem Grippevirus in Kontakt kommen kann. Und sollte so ein die Menschheit schier vernichtender Virus sich in eine Geflügelfarm geschlichen haben, so kann der Verbraucher beruhigt sein: Wegen einiger weniger verendeter Tiere werden Hunderttausende „gekeult“. Das bringt den Vorteil mit sich, dass eine Überproduktion von Geflügel nicht eintritt. Zur Vernichtung der landwirtschaftlichen Autarkie gäbe es noch unendlich viel zu sagen, doch würde dies den Rahmen eines Artikels sprengen.
Globalisierung
Einer der Hauptgründe, warum die Menschen, nicht nur hierzulande, sich mit diesen Zuständen abgefunden, ja resigniert haben, ist die Propagierung und brachiale Verwirklichung der Globalisierung, jener Wirtschaftsform, die im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht: Ein grenzenloser Freihandel, der den Profit einiger Weniger maximiert und alle bisherigen Grundsätze nationaler Selbstbestimmung und Gemeinschaftsfürsorge vernichtet, wo die neoliberalen Heuschrecken dabei sind, sich den Erdball zu ihrem Selbstbedienungsladen auszubauen. Für diesen Zweck wird den europäischen Ländern die Selbständigkeit entzogen, damit sie dann als demokratisch nicht legitimierte Europäische Union politisch wie wirtschaftlich dem Weltzerstörer USA als Satrap dienen. Denn der „Überstaat“ Europa ist für die USA nur eine „Nebenstruktur der Atlantischen Allianz und „what we say goes (was wir sagen, wird gemacht), so Henry Kissinger 1992.
Nichts, aber auch gar nichts ist heute vor dem Zugriff der gierigen, meist aus dem Ausland herschwärmenden Heuschrecken mehr sicher: Das Verkehrswesen, die Eisenbahn, die Autobahnen, nahezu alles wird als Profit-Objekt privatisiert. Die Wasserwerke in Berlin sind bereits zu 49 % in ausländischer Privathand, andere Städte folgen. Wohnungen werden an dubiose amerikanische Privatgesellschaften verkauft – Dresden machte den Anfang, andere deutsche Großstädte ziehen nach. Wohnraum und Wasser aber sind Lebensgrundlagen, die nicht der Laune und dem Profitstreben zwielichtiger Gesellschaften preisgegeben werden dürfen. Doch was schert das die Stadt“väter“, die ja nur deshalb auf ihren gut dotierten Stühlen sitzen, weil sie diesen Verrat mitmachen. Der Politiker, der dieser freiwilligen Auslieferung, der Selbstentmannung, seine Zustimmung versagen wollte, würde bei denkenden Bürgern zwar seine Ehre und seinen Ruf als verantwortungsbewusster Volksvertreter behalten, aber seinen Platz am überreichen alimentierten Futtertrog verlieren.
Die geistige Autarkie
Den Medien kommt heutzutage die immens wichtige Aufgabe zu, den Bürger zu manipulieren. Dabei wird jener Medienmogul vom System bevorzugt und obendrein großzügig unterstützt, der sich selbst mit der veröffentlichten Meinung identifiziert. Jedes System hat seine Medienmacher, ein Paradebeispiel aus jüngster Vergangenheit: Haim Saban. Als letzterer 2003 Interesse am Erwerb des Fernsehprogramms „Sat1/ProSieben“ anmeldete, wurde es ihm für 528 Millionen Euro übereignet, obgleich ein anderer Bieter, der Heinrich Bauer-Verlag, den Zuschlag nicht für 2 Milliarden Euro erhielt. Warum? Die Bayer. Staatskanzlei und Walter Steinmeier (zu der Zeit noch Staatsminister im Bundeskanzleramt), die Saban immer wie ein gekröntes Haupt empfangen hatten, werden es wissen. Nachdem Saban den Medienkonzern auf den entsprechenden Kurs gebracht hatte, reichte er ihn zum 4-fachen des Einkaufspreises an eine andere Spekulantengruppe weiter. Von dem Gewinn hat er mittlerweile 13 Millionen Euro in den angelaufenen US-Präsidentschaftswahlkampf gesteckt. Das BRD-System lässt sich mittels Fernsehgeräten infiltrierte hemmungslose Amerikanisierung unseres Lebens, vor allem aber die Manipulierung der politischen Meinung und damit die totale geistige Ent-Autarkisierung, etwas kosten!
Was können wir als einzelne Personen tun, wenn wir in einem System leben, das seiner natürlichen Pflicht zur Autarkie nicht nur nicht nachkommt, sondern jede nur mögliche Abhängigkeit gezielt herbeiführt? Können wir überhaupt noch etwas tun oder sind wir zur Resignation verdammt?
Wir können etwas tun. Wenn man auch in die Zwänge des unseligen Systems eingebunden ist, so gibt es hier und da doch bescheidene Möglichkeiten der Verweigerung, es „anders zu machen“. Das erfordert Selbstdisziplin, wird aber belohnt durch Erlangen einer gewissen Selbstautarkie, einer Autarkie des eigenen familiären Lebenskreises.
Es fängt an mit der Zwangskonsumverweigerung.
Ich muß nicht die neueste Mode tragen, kann mich mit einem bescheidenen Auto begnügen, kann auf einen Nikotin- und übermäßigen Alkoholgenuß verzichten. Zu Weihnachten brauche ich keine Erdbeeren aus Israel, denn heimisches Obst ist nicht weniger gesund. Und warum sollte ich Proteas aus Südafrika in die Blumenvase stellen, wo herrliche Blumen im eigenen Garten oder im nächsten Blumenladen warten? Oder Spielzeug „made in China“ kaufen, Gift gratis mitgeliefert? Spielzeug aus dem Erzgebirge ist schön und kinderfreundlich. Anstatt vor der „Glotze“ zu sitzen, wären Singen mit Kindern, Gespräche im Familienkreis oder Lesen sinnvoll, denn vielseitige Information fördert das selbständige Denken und macht geistig autark. Die Costa Brava ist nicht schöner als die heimischen Gebirge, Seen oder Strände der Nord- und Ostsee.
In bestimmten Kreisen hat sich vielfach die Erkenntnis durchgesetzt, dass, sofern finanziell erschwinglich, ein eigenes kleines Stückchen Land, die eigene Scholle, ein privater Beitrag zur Autarkie ist. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg schätzte sich glücklich, wer einen Garten, Schrebergarten order gar ein größeres Grundstück besaß, so dass durch Anbau von Gemüse und Kartoffeln und dem Halten von Kaninchen oder einer Ziege größte Not und Hunger abgefangen werden konnte. Sie haben es uns vorgemacht. Und heute?
In der Zeit des (Noch-)Überflusses liegt der Keim des Niederganges. Wenn alles von den Heuschrecken abgegrast ist, ziehen sie weiter und lassen eine soziale „Wüste“ hinter sich. Wir können dann wenigstens die „Wüste“ wieder neu bepflanzen? Irrtum. Denn selbst die „Wüste“ ist dann nicht mehr unser Eigentum, weil auch sie, wie Eisen- und Autobahn, Miethäuser, Wasserwerke und andere überlebenswichtige Güter, von privaten Händen aufgekauft sein wird – bezahlt mit ungedeckten US-Dollars, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Wohl dem, der dann noch eine kleine autarke, ihm gehörende Nische besitzt.
Aber die Gewinnung der Autarkie für die gesamte Volksgemeinschaft, für den souveränen Staat, setzt die Beseitigung der „neuen Weltordnung“, der Globalisierung, voraus. Erst wenn wir diese abgeschüttelt und zur Re-Nationalisierung der Völker gefunden haben werden, können wir darangehen, unser deutsches Vaterland so weit wie möglich autark zu machen und somit unsere Freiheit gewinnen. Dies aber geht nicht im Alleingang, sondern nur in freier Übereinstimmung mit allen Nationen in einem Europa der Vaterländer.
Autor: Reinhard Heuschneider
Bildquelle:
www.pixelio.de
Ähre – Sarah C.






Pflanzenliebe