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Kräuterkunde

Heilkräuter

Heilkräuter-Bärlauch

Der angelsächsische Neunkräutersegen aus dem 11. Jahrhundert
Er beschreibt die neun Kräuter, die Wodan als magische Medizin benutzt. Den Beifuß, das „Älteste der Kräuter“; den Wegerich, die „Mutter der Pflanzen“; die Stune, die „den Bösen verjagt“, vermutlich das Herzschötchen oder Acker-Täschelkraut (Hirtentäschel); den Attorlathe, ein Wurmfarn oder Wurmkraut; die Kamille; die Werguhe (vielleicht Wegwarte?); den Apfel, den Kerbel und den Fenchel:

„Erinnere dich, Beifuß, was du verkündetest,
Was du anordnetest in feierlicher Kundgebung.
Una heißt du, das Älteste der Kräuter;
Du hast Macht gegen drei und gegen dreißig,
du hast Macht gegen Gift und gegen Ansteckung,
du hast Macht gegen das Übel, das über das Land dahinfährt.

Und du, Wegerich, Mutter der Pflanzen,
offen nach Osten, mächtig im Innern:
Über dich knarrten Wagen, über dich ritten Frauen,
über dich schrieen Bräute, über dich schnaubten Farren;
allen widerstandest du und setztest dich entgegen:
So widerstehe du auch dem Gift und der Ansteckung
Und dem Übel, das über das Land dahinfährt.

Stune heißt diese Pflanze, sie wuchs aus dem Steine;
Sie widersteht dem Gift, sie widersetzt sich der Krankheit,
die Starre heißt sie, sie wiedersteht dem Gift,
sie verjagt den Bösen, treibt aus das Gift.

Dies ist das Kraut, das gegen den Wurm focht;
Das hat Macht gegen Gift, es hat Macht gegen Ansteckung,
Es hat Macht gegen das Übel, das über das Land dahinfährt.
Fliehe nun, Attorlathe, die kleinere vor der größeren,
die größere vor der kleineren, bis dass Hilfe gegen beide ist.

Erinnere dich, Kamille, was du verkündetest,
was du vollendetest in Alorford:
dass nimmermehr ein Mensch durch Ansteckung sein Leben verlor,
seit man ihm Kamillen zu essen gab.
Dies ist die Pflanze, die Werguhe heißt;
Diese entsandte der Seehund über den Rücken der See
Als Hilfe gegen die Bosheit anderen Giftes.

Diese neun mögen gehen gegen neun Gifte.
Eine Schlange kam gekrochen, sie zerriss einen Menschen:
Da nahm Wodan neu Wunderzweige,
erschlug da die Schlange, dass sie in neu Stücke zerfloh.
Da vollbrachte der Apfel und sein Gift,
dass sie nie mehr zu einem Hause kommen wollte.

Kerbel und Fenchel, zwei gar mächtige,
die Kräuter erschuf der weise Herr,
der Heilige im Himmel, als er hing;
er setze sich und sandte sie in die sieben Welten,
den Armen und Reichen allen zur Hilfe.
Sie widersteht der Krankheit, sie widersetzt
Sich dem Gift,
sie hat Macht gegen drei und gegen dreißig,
gegen des Feindes Hand…
gegen die Hexerei kleiner Wichte.
Nun haben diese neun Kräuter Macht gegen
Neun böse Geister,
gegen neun Gifte und gegen neun ansteckende Krankheiten:
gegen das rote Gift, gegen das stinkende Gift,
gegen das weiße Gift, gegen das wütende Gift,
gegen das gelbe Gift, gegen das grüne Gift,
gegen das dunkle Gift,
gegen das braune Gift, gegen das purpurne Gift;
gegen Wurmblattern, gegen Wasserblattern,
gegen Dornblattern, gegen Distelblattern,
gegen Eisblattern, gegen Giftblattern,
wenn irgendeins von Norden kommt
oder irgendeins von Westen über die Menschheit.

Christus hatte Macht über Krankheit irgendwelcher Art.
Ich allein weiß, dass Wasser rinnen,
und die neun Schlangen schauen (auf mich).
Nun mögen alle Unkräuter aus den Kräutern springen,
die Meere zerstieben, alles Salzwasser,
wenn ich dieses Gift von dir blase!“

Hilfreiches zu diesem Thema:
Umwelt & Aktiv – Ausgabe 4/2007 – Pflanzen und Kräuter: Aberglaube und Mythos

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Datum
05.01.2010

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