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Ohne Wald keine Heimat!

Morgensonne im Nadelwald

Gerade für uns romantikaffine Deutsche ist der Wald der Lebensraum schlechthin. Ja, er ist sogar noch mehr, er ist eine spirituelle Heimstätte, ist doch der Baum bei uns tiefenpsychologisch existenziell bedeutsam, wie sich allein schon an seiner mythologischen Verortung erkennen läßt. Der Weltenbaum Yggdrasil, an dessen Fuße die Nornen an der Ursprungsquelle die Schicksalsfäden weben, verkörpert in der germanischen Mythologie den gesamten Kosmos. Zudem ist inzwischen bekannt, daß regelmäßige Waldspaziergänge so manchen Arztbesuch ersparen (nachzulesen unter: http://www.umweltundaktiv.de/allgemein/waldgang-statt-arztpraxis/). Am heutigen 21. März ist traditionell der „Tag des Waldes“ den die FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) bereits in den 1970er Jahren als Reaktion auf die globale Waldvernichtung ins Leben gerufen hat. Mit einer Gesamtwaldfläche von rund 11,1 Mio. Hektar zählt Deutschland zu den waldreichsten Ländern der Europäischen Union. Der einstige Brotbaum der Waldbesitzer, die Fichte, ist zwar Baum des Jahres 2017,doch setzt sich langsam die Erkenntnis der Erfordernis eines Waldumbaus hin zur Mischwaldkultur durch.

Der Wald stellt ein regelrechtes Leistungsbiotop dar. Ein Hektar Wald ist in der Lage durchschnittlich zehn Tonnen Kohlendioxid zu filtern. Der Bund deutscher Baumschulen errechnete, daß die Bäume beispielsweise eines Hektars Nadelwald den Sauerstoff für 91 Menschen liefern. Doch ist auch der Beitrag zum Wasserhaushalt bedeutsam. Waldboden vermag große Wassermengen nicht nur zu speichern, sondern auch zu filtern und langsam dem Grundwasser zuzuführen. Und ein dichtes Wurzelgeflecht verhindert Erosion. Dieses Wurzelgeflecht fungiert zuweilen sogar als eine Art Internet des Waldes, über das Bäume kommunizieren (siehe hierzu: http://www.umweltundaktiv.de/heimatschutz/eine-liebeserklaerung-an-den-wald-eines-baumfluesterers/). Größere Waldflächen in Siedlungsnähe tragen durch die Temperaturunterschiede zu Luftzirkulationen und somit besserem Klima bei. Brilon im nordrhein-westfälischen Sauerland ist PEFC-Waldhauptstadt 2017. PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) ist die größte Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Die Stadt Brilon ist mit 7.750 Hektar der größte kommunale Waldbesitzer in ganz Deutschland und bereits seit 2001 PEFC-zertifiziert.

In Nordrhein-Westfalen steht in Erle bei Raesfeld mit der etwa 1500 Jahre alten Feme-Eiche auch Deutschlands ältester Baum, unter dem in seiner Jugendzeit noch Gerichtsverhandlungen abgehalten wurden. Allerdings erreichen heutzutage kaum mehr Bäume ein hohes Alter, sondern werden zumeist vorher geschlagen, obgleich viele seltene Tierarten, wie z. B. der Grauspecht, die Mopsfledermaus und der Juchtenkäfer, dadurch gefährdet sind, da sie vornehmlich in alten Bäumen ihren bevorzugten Lebensraum finden. Wer noch die Tiefe des Gespürs besitzt, sich in der Natur als beseelter Heimstätte einzufinden, dem sei das im Heyne Verlag erschienene Buch des als Schamanen aus dem Allgäu bekannten Wolf-Dieter Storl mit dem Titel „Ich bin ein Teil des Waldes“ wärmstens ans Herz gelegt – siehe auch nachfolgender Verweis:

https://www.storl.de/publikationen/buecher/ich-bin-ein-teil-des-waldes.html

Abschließend, einer meiner Lieblingsbäume ist die Rotbuche. Schreiben Sie uns doch, welches Ihr Lieblingsbaum ist.

Ihr

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 598760_web_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.de

 

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