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Holger Strohm wehrt sich gegen die Verleumdungen der taz

Holger Strohm wehrt sichStellungnahme zum taz-Artikel „GRÜNER PIONIER IM NAZI-SUMPF“ vom 2.12.2012
von Holger Strohm

„Wer die Meinungsfreiheit stranguliert, die Menschenrechte mit FĂĽĂźen tritt, erdrosselt die Menschlichkeit und unterdrĂĽckt die Wahrheit.“ – Nobelpreisträger Liu Xiaobo

Die systematische, generalstabsmäßig durchgesetzte Verleumdungskampagne gegen mich, ich sei Nazi, antisemitisch und ausländerfeindlich, hat mir ziemlich zugesetzt und mir den Schlaf geraubt. Ich wurde mit Kübeln voller Hass überschüttet und habe Anrufe bekommen wie „du Nazischwein gehörst ins KZ und vergast“ oder „wir schmeißen Molotowcocktails in dein Haus“. Als ich mich zuvor, in einem Interview der „Lübecker Nachrichten“ als linker Anarchist geoutet habe, wurden Tage später ein Dutzend roher Eier gegen meine weiße Hauswand geworfen. Aber am schlimmsten habe ich empfunden, dass die taz, Wolfgang Ehmke oder Dirk Seyfert, von denen ich annahm, dass sie wie ich Atomgegner sind, mir ohne Gespräch und Skrupel in den Rücken fielen und halfen, mich auf die übelste Art zu verleumden. Dabei lässt sich keiner der Vorwürfe „ich sei Nazi, antisemitisch, ausländerfeindlich etc.“ durch das Interview in „Umwelt & Aktiv“ ableiten. Übrigens in der vorherigen Nummer (3/2012) wurde die Alternative Nobelpreisträgerin Vandana Shiva interviewt. Ist sie jetzt auch Nazi? Außerdem war „Umwelt & Aktiv“ die einzige Zeitung in Deutschland, die es wagte, mit mir ein Interview zu meinem Film „Friedlich in die Katastrophe“ zu veröffentlichen. So viel zur angeblichen Pressefreiheit. Und wer will mir eigentlich Vorschriften machen, mit welchen Menschen ich reden darf oder nicht, und was ich denken darf? Denn:

„Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“ – Rosa Luxemburg

Nun bin ich ja schon einiges gewöhnt. Ende der siebziger Jahre behaupteten die Hamburger Electricitäts Werke (HEW) gegenĂĽber der Hamburger Schulbehörde, ich sei Radikalkommunist, der aus Moskau bezahlt wĂĽrde, um die freiheitlich demokratische Grundordnung in Deutschland zu beseitigen. Hans Ulrich Klose (damaliger Hamburger OberbĂĽrgermeister) und Manfred Bissinger (sein Pressesprecher und ehemaliger Stern-Chefredakteur) bewahrten mich damals vor einem Berufsverbot. In so fern kenne ich politische Verfolgung und wie damals Linke gejagt wurden. Doch heute herrscht ein McCarthyismus paradox. Dogmatische Linke hetzen gegen Linke und zerstören deren Existenz. Von Solidarität keine Spur! Dabei wurde ich bereits lange zuvor, von Größen aus Film und Fernsehen, genau vor diesen Methoden gewarnt. Vor zwei Wochen sagte mir ein Bankier, der durch Zufall meinen Film „Friedlich in die Katastrophe“ sah, dass er ihn – obwohl er zuvor kein Atomgegner war – zutiefst getroffen habe. Der Film und auch meine neuen BĂĽcher, die von der Presse systematisch totgeschwiegen werden, seien ein Frontalangriff auf das System und Milliardeninvestitionen. „Die werden sie fertig machen – mit allen Mitteln!“

„Es breitet sich eine neue Intoleranz aus, das ist offenkundig. Es gibt eingespielte MaĂźstäbe des Denkens, die allen auferlegt werden.“ – Papst Benedict XVI

Apropos Meinungsfreiheit und Freiheit: Ob Eva Herrmann oder Günter Grass – ob links oder rechts – eine eigene Meinung wird von der „freien Presse“ sofort eliminiert, sowie sie von der erlaubten, vorgegebenen abweicht. Nirgendwo in Westeuropa wird die kritische Intelligenz brutaler verfolgt als in Deutschland. Ein Goethe, Schiller, Nietzsche oder Heine hätte heute keine Chance mehr. Denken verboten! Ich lese regelmäßig „europäische ideen“, eine sehr kritische Zeitschrift aus London mit jüdischem Hintergrund, die übrigens in Heft 149 feststellte, dass „Holger Strohm in Deutschland so behandelt wird, wie die Nazis die Juden behandelt haben“. Vielleicht bekomme ich daher so viel Zuspruch von jüdischen Freunden. In „europäische ideen“ kann man aus den Memoiren jüdischer Intellektueller aus den Anfängen der Hitlerzeit eine bedrückende Parallele erkennen: Gleichschaltung der Presse, Verleumdungen, Rufmord, Hetze und Pogromstimmung. Genau das, was jetzt ein Teil der dogmatischen Linken mit mir betreibt. Dabei geht es mir um das „Menschsein“. Auch Rechte sind Menschen und haben ein verfassungsmäßiges Recht auf Menschenwürde und freie Meinungsäußerung. Und wenn Andersdenkende bei uns entmenschlicht werden, so befinden wir uns wieder einmal im Faschismus. Diesmal einem linken Faschismus!

„Ich werde Ihre Meinung bis an mein Lebensende bekämpfen, aber ich werde mich mit allen Kräften dafĂĽr einsetzen, dass Sie sie haben und aussprechen dĂĽrfen.“ – Voltaire

Enttäuscht bin ich auch von der taz. Sie hält es nicht für nötig, sich zu entschuldigen. Sie veröffentlicht auch nicht die Dutzenden kritischen Leserbriefe, in denen steht, dass man die taz in Zukunft nicht mehr lesen wird. Und das Schlimmste an allem, dass es gar nicht um meine Person geht, sondern um den Film „Friedlich in die Katastrophe“, der übrigens fast ausschließlich von Ausländern erstellt wurde und meinen neuen kritischen Büchern (Banken-Mafia; Euro-Mafia; Lehrergewalt und strukturelle Gewalt an Schulen etc.), die von den Mächtigen unerwünscht sind. Vorher haben mich diese Kreise Jahr für Jahr totgeschwiegen. Doch seitdem der Film auf dem Markt ist, reagiert man hysterisch. Klar, dass der Atomlobby und dem Verfassungsschutz Film und Bücher von mir nicht gefallen und sie bestrebt sind, die „schärfste Waffe der Atomgegner“, so Greenpeace, den Atomgegnern aus den Händen zu winden, damit möglichst wenig Menschen sich den Film ansehen. Und damit Frau Merkel weiter ungestört am Ausstieg vom Ausstieg basteln darf. Diese Aufgabe haben nun angebliche, selbstgerechte, linke Atomgegner übernommen. Lobby und Verfassungsschutz werden jubeln. Prof. Michael Müller (ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium und Umweltexperte der SPD) dazu: „Nun offenbart sich das wahre Ausmaß der Unterwanderung. Jedem Menschen mit gesundem Menschenverstand sollte klar sein, dass alle relevanten Gruppierungen in Deutschland vom Verfassungsschutz unterwandert sind!“ und von ihm gesteuert werden.

„Die IrrefĂĽhrung der Ă–ffentlichkeit durch die gezielte Beeinflussung der Medien ist ein Merkmal der organisierten Kriminalität.“ – JĂĽrgen Roth

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