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40 Jahre DPZ sind genug! – Endlich tierversuchsfreie Forschung fördern!

Labormaus

Es gibt Geburtstage, die sind alles Andere als ein Grund zu feiern! Ein Beispiel hierfür ist das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) Göttingen, dessen inzwischen 40-jähriges Bestehen zu beklagen ist. Am DPZ werden rund 1.300 Affen verschiedener Arten gehalten und gezüchtet, um mit ihnen zu experimentieren oder sie an andere Tierversuchslabore abzugeben. Einer Auswertung seitens „Ärzte gegen Tierversuche“ zufolge liegt Göttingen nach München und Berlin an dritter Stelle der Tierversuchshochburgen Deutschlands. Die grauenvollen Bilder der Affenhirnversuche sind eigentlich hinreichend bekannt, um breite Empörung hervorzurufen. Dabei werden die intelligenten Primaten, indem man sie quälendem Durst aussetzt, gezwungen, an Bildschirmen Aufgaben zu lösen, während diesen armen auf einem Stuhl fixierten Kreaturen zugleich ihre Hirnströme mittels Elektroden gemessen werden, die man durch ein Bohrloch in den unbeweglich angeschraubten Schädel einführt. Neben dem DPZ werden ebenso in Tübingen, Bremen, Magdeburg und Frankfurt derartige Versuche vollzogen. Darüber hinaus werden im DPZ in Göttingen Rhesusaffen oder Weißbüscheläffchen mit Bakterien und Viren infiziert, um Krankheiten wie „Affen-AIDS“ oder Hepatitis auszulösen.

Das Jahresbudget von immerhin rund 20 Millionen Euro speist sich zu etwa 75 % aus öffentlichen Geldern. Zum Vergleich: der tierversuchsfreien Forschung steht deutschlandweit in etwas gerade einmal die Hälfte dessen zur Verfügung. Hier ist ein beschämendes tierschutzpolitisches Versagen anzuklagen! Die Förderung von tierexperimenteller Forschung und/oder der Propaganda bzw. Lobbyarbeit zugunsten von Tierversuchen ist in den Augen von „Umwelt & Aktiv“ ein himmelschreiender politischer Skandal. Der Ärzteverein kritisiert nicht nur die Grausamkeit solcher Versuche, sondern auch deren fehlende medizinische Relevanz für den Menschen. „Tierversuche werden vorgeblich durchgeführt, um die Krankheiten des Menschen zu verstehen und zu heilen, doch die Erfolge bleiben aus, Hoffnungen kranker Menschen werden enttäuscht“, erklärt Claus Kronaus, Geschäftsführer von Ärzte gegen Tierversuche. Trotz der bescheidenen Förderung tierversuchsfreier Forschung haben nach Aussage der Ärzte gegen Tierversuche hochinnovative Forschungsmethoden, die beispielsweise auf menschlichen Zellen basieren und eine leidfreie, menschbezogene Forschung ermöglichen, im Gegensatz zum Tierversuch beachtliche Erfolge vorzuweisen. Dies sollte nach Ansicht von „Umwelt & Aktiv“ ausreichend Grund sein, Forschungsgelder in Richtung dieser innovativen Maßnahmen umzuschichten.

Gerhard Keil

Bildquelle: 406726_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de

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