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Baden-Württemberg führt Negativrangliste bei Tierversuchen an!

Labormaus

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Das Land Baden-Württemberg will an der Freiburger Uniklinik mit dem sogenannten IMITATE (Institute for Disease Modeling and Targeted Medicine) ein weiteres Tierversuchslabor für 10.000 Mäuse bauen, in dem Tiere zur vorgeblichen Krankheitsforschung genmanipuliert werden sollen. Mit einem jährlichen „Verbrauch“ von 469.605 Tieren und damit fast 17 % der Gesamtzahl von 2,8 Millionen belegt Baden-Württemberg laut einer Auswertung der Ärzte gegen Tierversuche im Bundesländervergleich Platz Eins der Negativrangliste zu Tierversuchen. Innerhalb des Landes zählt bereits jetzt Freiburg zu den Tierversuchshochburgen. Auftraggeber des mehr als 40 Millionen Euro teuren neuen Tierversuchslabors ist das Land Baden-Württemberg, was nichts Anderes bedeutet, daß der Steuerzahler ungefragt die geplante tierexperimentelle Einrichtung zur Ausübung eines unethischen und wissenschaftlich fragwürdigen Systems finanzieren wird.

Da bis zu 54 Tiere, die nicht den gewünschten Genotyp aufweisen, das Leben lassen müssen, bis man ein einziges transgenes Tier erhält, ist die Tierversuchspraxis mit genmanipulierten Tieren besonders kritikwürdig. Wissenschaftlich höchst umstritten ist auch, ob ein im Tier künstlich hergestellter Gendefekt die Ursachen und Entstehung menschlicher Erkrankungen überhaupt medizinisch verwertbar simulieren kann. In diesem Zusammenhang formulierte die Dipl.-Biol. Silke Strittmatter einen bedeutsamen Aspekt: „Solange die tierexperimentelle Forschung zur vorgeblichen Erforschung menschlicher Krankheiten ausgebaut wird, werden nicht nur Tiere Opfer einer ethisch und monetär fehlgeleiteten Wissenschaft, sondern auch kranke Menschen Hoffnungen ausgesetzt, die mit Tierversuchen nicht erfüllt werden können“, so die Biologin.

Das Leid der bemitleidenswerten Geschöpfe steht in keinem Verhältnis zu den fragwürdigen Erfolgen, zumal im Angesicht der inzwischen möglichen innovativen technischen Alternativen. An der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikum Freiburg werden beispielsweise genmanipulierten Mäusen unter Narkose mit einem Argonlaser solange Verbrennungen an beiden Augen zugefügt, bis sich Blasen bilden, um die Gefäßneubildung anzuregen. Zwei Wochen später werden unter erneuter Narkose die Augen entnommen. Weitere Details zu Beispielen für Tierversuche können unter www.datenbank-tierversuche.de unter Eingabe der Dokumenten-ID nachgelesen werden. – „Umwelt & Aktiv“ stellt fest, daß es ein skandalöses Ausmaß an politischer Heuchelei ist, wenn solche Zustände in einem Bundesland möglich sind, das maßgeblich von einer Partei und deren Ministerpräsidenten regiert wird, die sich in der Nomenklatura als „Grüne“ bezeichnen!

Gerhard Keil

Bildquelle: 406726_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de

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Datum
13.06.2016

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