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Bienen im Garten – nachhaltig zum eigenen Honig

Honig gehört zu den beliebtesten Grundnahrungsmitteln – und gilt übrigens als das einzige Nahrungsmittel, das nicht verdirbt. Im Zuge einer neueren, bewussten Ernährung denken immer mehr Gartenbesitzer daran, einen eigenen Bienenstock im Garten zu halten und damit auch von biologisch angebautem Honig zu profitieren.

Es gibt allerdings noch weitere Vorteile von der Bienenhaltung im eigenen Garten.

Bienen im eigenen Garten – nützlich für Mensch und Natur

Bienen gehören zumindest im mitteleuropäischen Raum zu den wichtigsten Nutztieren. Die Bedeutsamkeit des Honigs in der Nahrungsmittelindustrie bringt jedoch den altbekannten Nachteil der Massentierhaltung mit sich. Von großen, auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteten Imkerbetrieben werden Honigbienen in Massentierhaltung und somit wenig artgerecht eingesetzt. Dabei kann die Honigbiene ihrem Urtrieb, der Staatenbildung nicht mehr nachkommen. Darüber hinaus kann sie weitere wichtige Aufgaben, die sie im biologischen Kreislauf innehat, nicht mehr erfüllen.

Bienen sind für den Erhalt der Artenvielfalt und langfristig für das Überleben der Natur und somit auch des Menschen unentbehrlich. Wenn sie in der freien Natur von Blüte zu Blüte fliegen, nehmen sie die wichtige Funktion des Bestäubers ein. Nur durch die Pollen, die sich in der dichten Behaarung der Honigbiene verfangen, können sich viele Pflanzenarten großflächig vermehren. Während Bienen in der Lebensmittelindustrie dieser wichtigen Aufgabe nicht mehr nachkommen können, da sie gar nicht mehr ausfliegen, sind wildlebende Bienen durch flächendeckende Bebauungen, die Zerstörung des natürlichen Lebensraums und den Einsatz von Pestiziden gefährdet. Daher ist der Erhalt der Honigbienen eine sinnvolle und nützliche Aufgabe.

Darüber hinaus macht die Bienenhaltung im heimischen Garten äußerst viel Freude. Den Bienenstaat zu beobachten und durch das Jahr zu begleiten, stellt für viele Hobbyimker eine perfekte Möglichkeit der Entspannung dar – Momente, in der sie mit der Natur eins sind. Der Lohn: Honig und Bienenwachs aus eigenem, garantiert biologischen Anbau.

Voraussetzungen für den eigenen Bienenstaat im Garten

Bevor sich der Hobbygärtner zum Hobbyimker erklärt, ist es wichtig, sich grundlegend über die Wesensart der Bienen, die Aufzucht und die Grundlagen der Imkerei zu informieren. Zwar gibt es hierfür keine gesetzliche Vorgabe, doch ist eine Schulung oder ähnliches dringend zu empfehlen. Nur so ist gewährleistet, dass die Bienen artgerecht gehalten werden, ohne dass für den Menschen Gefahr besteht. Unterstützung finden angehende Neu-Imker bei hiesigen Imkerverbänden und -vereinen.

Theoretisch kann jeder einen eigenen Bienenstaat halten. Doch immer ist dies zuvor dem Veterinärsamt mitzuteilen. Darüber hinaus gibt es in den verschiedenen Bundesländern auch unterschiedliche Vorgaben und Regelungen, die einzuhalten sind. Wer sich an den eigenen Bienen im Garten erfreuen möchte, erhält hierzu Auskunft beim jeweiligen Landratsamt. Hier ist auch in Erfahrung zu bringen, ob die Bienenhaltung in der gewünschten Wohngegend als ortsüblich gilt.

Selbstverständlich sollte darauf geachtet werden, dass die Bienen ausreichend Platz haben. Als Faustregel gilt, dass ein Bienenvolk über circa 200 m² Fläche verfügen sollten. Die Aufstellung mehrerer Völker ist möglich. Entsprechend groß sollte die Fläche sein, so dass jedes Bienenvolk über je 200 m² verfügt. Im eigenen Garten sollten nicht mehr als sieben Völker gehalten werden, damit diese noch ausreichend versorgt werden können. Eine Überbevölkerung schadet den Bienen. Diese Größenangaben sind als Empfehlungen zu verstehen, die Bienenhaltung auf kleinerem Raum ist grundsätzlich möglich, wenngleich jedoch etwas schwieriger.

Bienen sind im heimischen Garten Gast – sie werden niemals domestiziert. Daher sollten Hobbyimker stets im Hinterkopf behalten, dass es sich hierbei um wilde, nicht ganz ungefährliche Tiere handelt. Zum Nachbargrundstück sollten aus Sicherheitsgründen mindestens drei Meter Abstand bestehen. Der Abflug vom Bienenstock zur Sammelstelle sollte in jedem Fall über das eigene Grundstück führen und keine Menschengruppen (beispielsweise auf der Terrasse) kreuzen.  Es empfiehlt sich, den Bienenstock mit schützenden Hecken und Sträuchern abzuschirmen. Die Hecken verleiten die Bienen dazu, den Bienenstock nach oben in die Luft zu verlassen und somit andere Grundstücke nicht zu durchfliegen.

Im Garten ist bestenfalls eine Bienentränke zu finden, so dass die Bienen nicht auf anderen angrenzenden Grundstücken nach Wasser suchen.

Aufzucht des Bienenstaates

Zur Aufzucht im eigenen Garten sollten sich Imker für eher ruhige, sanftmütige Arten entscheiden, die auch eher schwarmträge sind, sich also mehr auf die Honigproduktion als auf die Schwarmbildung konzentrieren.

Weltweit existieren Hunderte von Bienenarten. Im Allgemeinen ist im mitteleuropäischen Raum jedoch nur die so genannte Honigbiene verbreitet. Sie zählt zu den staatbildenden Fluginsekten. Hobbyimker sollten sich im Klaren sein, dass ein Bienenvolk im Sommer bis zu 60.000 Bienen umfassen kann. Daher ist es auch wichtig, nicht zu viele Völker zu halten und die enorme Schwarmbildung zu vermeiden. Da die Hobbyimkerei in den letzten Jahren zugenommen hat, werden gerade in jüngster Zeit vermehrt spezielle Arten gezüchtet, die sich als sehr sanftmütig und schwarmträge erweisen und somit ideal für die Haltung im eigenen Garten sind. Darüber hinaus sind diese Arten auch besonders widerstandsfähig.

Damit sich die Honigbiene im eigenen Garten wohlfühlt, benötigt sie einen Bienenstock. In der freien Natur sind dies meist hohle Baumstämme oder leine Felshöhlen. Im Garten wird ihnen ein künstlich angelegter Bienenstock – auch Beute genannt – bereitgestellt.

Der Bienenstock Marke Eigenbau

Der Bienenstock ist die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen. Hierin finden die Bienen Schutz und Unterkunft. Es ist daher wichtig, dass der Bienenstock windgeschützt ist und auch Feuchtigkeit von den Insekten fernhält.

Bienenkisten können bei Imkervereinen und Verbänden oft fertig gekauft werden. Sie lassen sich allerdings auch mit etwas handwerklichem Geschick leicht selbst bauen. Es handelt sich hierbei lediglich um eine stabile, witterungsbeständige Holzkiste, die an der Oberseite einen Deckel hat, der sich mittels Klappscharnieren öffnen und schließen lässt. Ferner benötigen die Bienen eine Öffnung zum Ein- und Ausfliegen. Dieses sollte so klein wie möglich sein, um Wind, Regen, Kälte und auch Schädlinge fernzuhalten. Hobbyimker sollten darauf achten, dass der Deckel der Kiste ein paar Zentimeter über dem Ausflugsloch ragt, um die Bienen zusätzlich vor Regen und Sonne zu schützen.

Innerhalb der Bienenkiste werden so genannte Magazine eingesetzt. Dies sind spezielle Holzrahmen mit eingebetteten Honigwabenplatten. Hierin können die Bienen den gesammelten Honig speichern. Zu Entnahme des Honigs werden die Magazine später aus der Schiene gehoben. Daher sollte die Konstruktion das Rein- und Rausschieben der Magazine ermöglichen. Der Rahmen lässt sich mittels Holzleisten leicht selbst fertigen. Die vorgeprägten Wachsplatten sind fertig erhältlich. Da sie später mit dem Honig recht schwer sein können, muss die Konstruktion der Magazine sehr stabil sein.

Ist eine solche Behausung angelegt, steht der Haltung von Bienen im eigenen Garten grundsätzlich nichts mehr im Wege.

Nicole E.

Bildquelle: 600291_web_r_k_b_by_ulla-thomas_pixelio-de

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