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Bundesrat kippt Duldung von Käfighaltung

Die Entscheidung vom 23.09.2011 des Bundesrates läßt hoffen: Ein Sieg für alle Tierschützer und Gegner der Käfighaltung. Dem Antrag des Bundesagrarministeriums, die Genehmigungen für die Haltung in Kleingruppenkäfige bis 2035 zu verlängern, wurde nicht statt gegeben. Es bleibt beim Stichtag. Bis zum 31. März 2012 muß eine Neuregelung erfolgen.

Obwohl Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) im Februar 2011 noch das Ende der Käfighaltung postulierte, sprach sie sich nun für die Duldung von Kleingruppenkäfige für Legehennen bis 2035 aus. Ein bloßes Lippenbekenntnis? Die Ernsthaftigkeit ihres „Tierschutzpaketes“ war ohnehin fraglich, denn schließlich handelte es sich um ihren Parteikollege Horst Seehofer (CSU), der 2006 die Hühnerhaltung in Kleingruppen als Ersatz für die verbotene konventionelle Käfighaltung einführte.

Tierschützer kritisieren diese Kleingruppenhaltung, die keine wesentliche Verbesserung für die Tiere darstellt. Die Fläche pro Tier ist kaum größer als ein DIN-A4-Blatt. Bereits am 12.10.2010 erklärte das Bundesverfassungsgericht, nach einer Klage der Landesregierung Rheinland-Pfalz, die Verordnung für die Haltung von Legehennen in Kleingruppenkäfigen für nichtig.

Für Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, war der Verordnungsentwurf von Ilse Aigner inakzeptabel. Umso mehr begrüßt er die Entscheidung des Bundesrates und erklärte kurz nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses: “Das ist ein Lichtblick für die Hühner in Käfigen. Wir freuen uns, daß es gelungen ist, diese noch für Jahrzehnte von der Bundesregierung vorgesehene Qualhaltung vorerst zu stoppen. Die Niederlage der Bundesregierung ist ein Etappensieg für den Tierschutz. Unser Dank gilt der Landesregierung Rheinland-Pfalz, aber auch den anderen Bundesländern, die diesen Beschluß heute gefaßt haben. Wir kämpfen weiter, um einen zeitnahen Ausstieg aus der Käfighaltung zu erreichen.

Die dominierende Haltungsform deutscher Eiererzeuger ist inzwischen die Bodenhaltung mit gut 19 Millionen Tieren. Sie hat die Käfighaltung glücklicherweise abgelöst. Im Einkaufskorb der Verbraucher landen nahezu keine Käfigeier mehr. Gebrauch finden Produkte aus Käfighaltung jedoch weiterhin in der Industrie und im Gastgewerbe. Hier muß der Druck wachsen! Umwelt und Aktiv spricht sich für eine ökologische Freilandhaltung aus und hofft, daß diese artgerechte Form der Haltung Standard wird.

Aus welcher Haltung ein Ei stammt, zeigt der Stempel auf der Schale:

0 = ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung

Bildquelle: PeTADeutschland – pixelio.de

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Datum
26.09.2011

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1 Kommentare zum Artikel “Bundesrat kippt Duldung von Käfighaltung”


  1. Mars meint:
    27.09.2011 um 21:36


    Ich dachte Käfighaltung wäre schon verboten???