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Die Auspizien verheißen nichts Gutes

Feldsperling

Wer freut sich nach dem Winter nicht auf den Frühling und genießt es beispielsweise mit dem Sonnenaufgang vom Gesang unserer gefiederten Freunde im Garten wachgesungen zu werden. Oder wie entspannend kann es doch sein, sich die Zeit zu nehmen etwas geruhsamer in den Arbeitstag zu starten, indem man wenige Minuten dafür aufbringt, die Vögel bei ihrem Treiben im heimischen Garten zu beobachten. Und natürlich erfreut es dabei, ein Vielzahl unterschiedlicher Arten heimischer Vögel zu bewundern. Nur ist es bedauerlicherweise um viele heimische Arten alles andere als zum Besten bestellt, so daß die Auspizien bösen Omen gleichkommen. Es fällt schwer zu glauben, doch trotz erfolgter Schneeschmelze drohen unsere kleinen Freunde teils schlichtweg zu verhungern. Wie so häufig ist der Mensch daran nicht ganz unschuldig. Nicht zuletzt stellt sich die Umwandlung unserer natürlichen Wälder in mehr oder weniger Holzäcker diesbezüglich als verhängnisvoll dar. Vielen Vogelarten wird das Leben schwer, indem der Menschen seinem Freund dem Baum das Leben zu zahlreich verkürzt, sprich heutzutage Bäume im Vergleich zu früheren Jahrzehnten wesentlich früher gefällt werden. Je älter jedoch Bäume sind, desto mehr Insekten weisen sie als Nahrungslieferant für Vögel auf. Darüber hinaus eignen sich alte Bäume wesentlich besser als Brutstätten für beispielsweise Spechte, Dohlen oder Hohltauben.

Aber auch nimmt die intensive Landwirtschaft zunehmend Flächen ein. Während ehemals kleinere Vogelarten den Herbst in den Stoppelbrachen zubrachten, gräbt man heute zumeist unmittelbar nach der Ernte die Felder um und sät bereits im Herbst erneut an. Ebenso ist der zunehmende Maisanteil in den Feldern für viele Vogelarten nachteilig, die in Maisfeldern nicht ausreichend Nahrung finden. Als besonders problematisch erweist sich allerdings der vermehrte flächenhafte Pestizideinsatz, der zu einem für zahlreiche Vogelpopulationen verheerenden Insektensterben führt. Feldlerchen, Goldammern, Sperlinge und Finken zählen neben anderen beispielgebend zu den betroffenen Arten. Äußerst kritisch ist die Situation jedoch für den auch als Gartenammer bekannten Ortolan, der bereits akut vom Aussterben bedroht ist. Dies hält allerdings viele in Frankreich keineswegs davon ab, diesen – wenngleich auch illegal – nach wie vor zu kulinarischen Zwecken zu jagen. Er kommt (noch!) in ganz Europa vor und zieht Ende August/September für den Winter nach Nordafrika.

„Umwelt & Aktiv“ empfiehlt daher die winterliche Vogelfutterstelle noch nicht abzubauen, sondern vielmehr zu reinigen und großzügig aufzufüllen, um einen Beitrag für eine vielversprechende und zukunftsfrohe Vogelschau zu leisten.

Gerhard Keil

Bildquelle: 504741_web_R_K_by_Karl Dichtler_pixelio.de

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