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Die deutsche Vogelspinne – selten und schön!

Vogelspinne

Sie zählt zu den sehr seltenen Spinnen, insbesondere in Deutschland: Die Rote Röhrenspinne. Ihr Verbreitungsgebiet befindet sich in Mittel- und Südeuropa. In Deutschland ist sie laut Wikipedia z. B. im Rheintal, im Nehetal, in der Lüneburger Heide und in Brandenburg zu finden. Doch gibt es sie auch in Bayern, und zwar am den trockenen Hängen im Unteren Altmühltal. Sie lebt bevorzugt an sonnigen, trockenen Stellen. Häufig ist sie dort anzutreffen, wo fast vegetationsfreie Stellen an Gebüschränder angrenzen und dadurch windgeschützte, der Sonne ausgesetzte Nischen entstehen. Männliche Tiere werden zwischen 8 und 11 Millimeter groß, Weibchen erreichen Größen von 10 bis 16 in südlichen Gefilden teils bis zu 20 Millimeter. Der Vorderkörper des Männchens ist schwarz behaart mit vereinzelten weißen Haaren und einem roten Saum an den hinteren Seitenrändern. Der Hinterkörper ist scharlachrot. In seiner Mitte befinden sich vier runde, schwarze Flecken, die weiß umsäumt sein können. Die Rote Röhrenspinne lebt in einer fünf bis zehn Zentimeter tiefen, schräg in den Erdboden hinabführenden Röhre. Diese Röhre erreicht einen Durchmesser von zirka einem Zentimeter und ist mit Gespinst ausgekleidet. Häufig findet man am Netzrand eingewobene Reste von Beutetieren. Darunter befinden sich Teile von Tausendfüßern und verschiedenen Käfern wie beispielsweise Mistkäfern, Sandlaufkäfern.

Das Männchen zieht zur Fortpflanzung beim Weibchen ein. Es lebt in der Folge mit ihm zusammen und frisst gemeinsam mit dem Weibchen an der im Netz gefangenen Beute. Von Zeit zu Zeit finden Paarungen statt. Hierzu kriecht das Männchen unter das Weibchen und führt seinen Taster ein. Einige Wochen darauf verschließt das Weibchen sein Gespinst zu einem geräumigen, linsenförmigen Kokon. Hier erfolgt die Eiablage. Nach dem Schlüpfen versammeln sich die Jungtiere vor dem Mund der Mutter und werden mit vorverdauter Nahrung gefüttert. Durch die große Produktionsmenge von Verdauungsenzymen scheint sich die Mutter allmählich selbst in Nahrungsbrei zu verwandeln. Nach wenigen Tagen stirbt sie. Die Jungtiere besteigen nun den toten Körper und beginnen ihn auszusaugen. Die jungen Spinnen überwintern im mütterlichen Gespinst. Danach zerstreuen sie sich und bauen in unmittelbarer Nähe ihre eigenen Netze. Dadurch erklärt sich auch das eng benachbarte Auftreten solcher Gespinste.

Die Rote Röhrenspinne gehört zu den schönsten und markantesten Spinnen Europas. Sie ist eine Verwandte der Vogelspinne. Ihr Gift ist zwar für den Menschen harmlos, kann jedoch als schmerzhaft empfunden werden. In der schleswig-holsteinischen Stadt Owschlag mußte sogar schon einmal eine frisch ausgebaute Landstraße wieder zurückgebaut werden, nachdem sich Naturschützer durchsetzen konnten, die seltene Röhrenspinne vor dem Verkehrstod zu retten. In Bayern setzt sich aktuell der Kelheimer Landschaftspflegeverband VöF für die reizende kleine Spinne ein.

Gerhard Keil

Bildquelle: 616505_web_R_K_B_by_pogobuschel_pixelio.de

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Datum
13.04.2017

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