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Esel in Mauretanien

Nachstehend ein Projekt, das beispielgebend dafĂŒr ist, wie die Zusammenarbeit von TierschĂŒtzern mit einheimischer Bevölkerung – hier Mauretanien in Westafrika – zum Wohle von geschundenen Tieren gelingen kann. Lesen Sie die Erfolgsgeschichte von Thomas Putzgruber, dem Initiator und BegrĂŒnder des Vereins RespekTiere:

Esel in Mauretanien
Ein Tier-Drama unvorstellbaren Ausmaßes, lange im Schatten des Interesses der Weltöffentlichkeit, spielt sich jeden Tag aufs Neue in weiten Teilen Westafrikas ab.
RespekTiere begab sich aufgrund von vielen Augenzeugenberichten ĂŒber unvorstellbare Mißhandlungen an den so genannten „Zug“tieren im Dienste der Menschen deshalb schon im Dezember 2005 auf eine Recherche-Reise nach Mauretanien, wo die Situation als besonders schlimm dargestellt worden war. Zum besseren VerstĂ€ndnis der Problematik möchte ich Ihnen aber zuerst einige Fakten zum Land selbst benennen, denn nur wenn man die niederschmetternde Situation im Allgemeinen kennt, kann und darf man sich ein ehrliches Urteil bilden!
Mauretanien ist ein WĂŒstenstaat an der WestkĂŒste Afrikas, eingerahmt vom Atlantik, der Westsahara, Mali und dem sĂŒdlichen Senegal. Über die Jahrhunderte hinweg nahezu vergessen, zĂ€hlt das Land heute zu den Ă€rmsten Gebieten der Erde. Die Analphabetenrate betrĂ€gt um die 50 %, die Lebenserwartung 54 Jahre. Vom Rest der Welt bis dato nahezu unbeachtet, gerĂ€t das Dritte-Welt-Land aber seit einigen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen, nĂ€mlich dann, wenn seine Menschen, im Versuch, der erdrĂŒckenden Armut zu entfliehen, zu Hunderten in winzigen Booten die fast 1.000 Kilometer lange Seestrecke zu den Kanarischen Inseln zu bewĂ€ltigen versuchen, um dort ans vermeintliche Paradies, Europa genannt, anzuklopfen. Inzwischen sind nahezu alle großen Hilfsorganisationen im Land vertreten, um den Kampf gegen die Armut aufzunehmen.

Tiere, die Stiefkinder der Entwicklungshilfe
Allerdings die Tiere, das schwĂ€chste und fragilste Glied in der Kette der Gesellschaft, wurden dabei einmal mehr völlig vergessen. Nicht anders als bei Entwicklungshilfestrategien allgemein ĂŒblich, wurde auch in Mauretanien das unermeßliche Tierleid zum Stiefkind der Hilfsprojekte erkoren. So verrichten unter der gnadenlos sengenden Sonne hunderttausende Esel und Pferde, weder beachtet noch beweint, unter schier herzzerreißenden UmstĂ€nden ihren stets unbedankten Dienst an den Menschen. Besonders mit den Grauohren meint es das Schicksal dabei schlecht — sie sind nicht umsonst als die „Tiere, die man schlĂ€gt“ bekannt.
Extrem dramatisch prĂ€sentiert sich die Situation in Nouakchott, der Hauptstadt des Landes. Diese, erst 1960 am Reißbrett entstanden und damals fĂŒr 15.000 Menschen konzipiert, entwickelte sich in rasendem Tempo zur Millionenstadt. Allerdings konnte die Urbanisierung mit dem schier unglaublichen Wachstum in keinster Weise Schritt halten: Es gibt fast keine Kanalisation, Schmutz und MĂŒll in nicht gekanntem Ausmaß beherrschen das Straßenbild. Wasserleitungen – zum ĂŒberwiegenden Teil Fehlanzeige! So werden rund 60.000 Esel allein nur fĂŒr die Wasserversorgung herangezogen, sie mĂŒssen die kostbare FlĂŒssigkeit zu den Haushalten schleppen; zigtausend weitere schuften tagein tagaus in allen möglichen anderen Transportbereichen. Neben der irrsinnigen Belastung durch das AufbĂŒrden von Waren bis zu einer Tonne an Gewicht, also fast dem 5-fachen Körpergewicht, traktieren die Wagenlenker die armen Esel auch noch ohne Unterbrechung, manchmal selbst im stillstehenden Verkehr, mit permanenten StockschlĂ€gen. So trifft man kaum einen dieser so unglaublich genĂŒgsamen LasttrĂ€ger, der nicht mit Narben oder offenen Wunden geradezu ĂŒbersĂ€t ist. GeschwĂŒre, BrĂŒche, eitrige, von Fliegen befallene EntzĂŒndungen sind – unter den gegebenen UmstĂ€nden wenig verwunderlich – an der Tagesordnung. Die Lebenserwartung betrĂ€gt fĂŒr die Tiere meist nur wenige Jahre, unter guten Bedingungen könnten sie 50 Jahre und Ă€lter werden

Allein in Nouakchott sind nach offiziellen Angaben mehr als 80.000 der wunderbaren Tiere im Dauereinsatz, die Dunkelziffer liegt noch weit höher, schĂ€tzungsweise mindestens 100.000. Aber selbst unter den gar so schlecht Behandelten an den Wasserstellen, wo die meisten schuften, gibt es noch eine Steigerung – mit irrwitzigen Massen von GĂŒtern auf den Karren getĂŒrmt, schleppen sie sich durch die Verkehrshölle der mit einem sprunghaft angestiegenen Fahrzeugaufkommen völlig ĂŒberforderten Stadt. Der Gipfel des Irrsinns: Wir sahen einen Esel, dessen Fuhrwerk mit gut 1.000 kg Anstreichfarbe beladen wurde; nebenbei war ein Pick-Up-Truck geparkt, mit der HĂ€lfte an KĂŒbeln auf der LadeflĂ€che. Darauf bedacht, das imagetrĂ€chtige Auto nur ja nicht zu ĂŒberfordern, mußte der Esel das Doppelte an Gewicht schleppen als der mindestens 1,5 Tonnen schwere und 100 PS starke GelĂ€ndewagen

Seit dem Wissen um diesen ausufernden Wahnsinn arbeitet RespekTiere unermĂŒdlich an einem sehr ehrgeizigen und inzwischen dem Himmel sei Dank auch sehr erfolgreichen Projekt – wir betreiben inmitten der Metropole eine mobile Klink fĂŒr diese Arbeitsesel!
Unsere Einsatzgebiete sind dabei in erster Linie die Wasserstellen. Gut 60.000 Esel leiden tagtĂ€glich an besagten Quellen – Wasser ist im WĂŒstenland naturgegeben besonders rar, in Fakt verkörpert Mauretanien sogar das Land mit den wenigsten Trinkwasserreserven der Welt! Wasserleitungen gibt es selbst in der Hauptstadt nur an ausgewĂ€hlten PlĂ€tzen, etwa im Botschaftsviertel. Weil es kaum Lieferfahrzeuge gibt, diese auch viel zu teuer im Betrieb wĂ€ren, wird die wertvolle FlĂŒssigkeit mittels Eselkarren zu den Haushalten gebracht, wobei man je zwei der riesigen 200-Liter-FĂ€sser mittels Gurten und Seilen auf die ohnehin an Eigengewicht schon viel zu schweren Eisenfuhrwerke befestigt. Zusammen mit dem Gewicht des Fahrers (Frauen verrichten diese Arbeit nicht) werden den armen Tieren auf diese Art und Weise weit ĂŒber 500 kg an Last zugemutet!
Esel kommen ĂŒberall dort zum Einsatz, wo gearbeitet wird – ob am Bau, am Strand (Fischtransport), bei der Belieferung von GeschĂ€ften oder in der (spĂ€rlichen) Landwirtschaft. Es sind die Grauohren, welche die Arbeit verrichten. Da die Motorisierung des Schwerverkehrs noch nicht vorangeschritten ist, bewĂ€ltigen die armen Tiere bis zu 80 % der Beförderung aller Waren! Und sie mĂŒssen dabei wahrlich Unvorstellbares leisten; bei sengender Hitze (es hat selbst im ,Winter‘ kaum unter 30 Grad, im Sommer bis zu 45 Grad und mehr!) schleppen die Tiere wahnwitzige Gewichte hinter sich her – eine fortwĂ€hrende, unfaßbare Tortur an 365 Tagen im Jahr, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang 

Wir haben nun mittlerweile vier TierĂ€rzte/Tierarzthelferlnnen angestellt, welche mit einer mobilen Klinik durch die Stadt pilgern und die Tiere, die unter den genannt schrecklichen Bedingungen leben und sterben, völlig kostenlos fĂŒr deren Besitzer behandeln.
Die Eselhalter selbst, Angehörige der ethischen Gruppe der Haratin, also Nachfahren ehemaliger schwarzafrikanischer Sklaven, könnten sich eine medizinische Betreuung ihrer Tiere wohl niemals leisten. Sie verdienen wenige Euro am Tag und gehören zur Àrmsten Bevölkerungsschicht, wohlgemerkt in einem der ohnehin Àrmsten LÀnder des Planeten.

Schreckliche Bedingungen
Um eine Vorstellung von der Tragweite der Folgen der Eselmißhandlung zu bekommen, genĂŒgt die ErwĂ€hnung einer Tatsache: Es gibt in einigen der einheimischen Dialekten nicht einmal ein Wort fĂŒr Esel, sie werden oft nur als „die Tiere, die man schlĂ€gt“ bezeichnet! TatsĂ€chlich fĂŒhrt nahezu jeder der Eselhalter einen Schlagstock mit sich, und dieser kommt monoton zum Einsatz; praktisch im Minutentakt lassen ihn die Tierhalter auf den RĂŒcken der Ausgelieferten niederknallen, manchmal wohl auch nur, um damit die alles verzehrende Monotonie des Alltages zu bekĂ€mpfen. Selbst in endlosen Staus des tĂ€glichen Verkehrs und eingekeilt zwischen den Stoßstangen von Fahrzeugen vor und hinter sich: FortwĂ€hrende SchlĂ€ge, ganz so, als ob sie auf Grund der SchlĂ€ge vielleicht doch noch auf wundersame Weise schneller vorwĂ€rts kommen könnten.
So haben sie furchtbare Wunden, es gibt kaum ein Tier, das nicht blutige und offene Verletzungen am ganzen Körper aufweist. Ein Teil der Blessuren stammt zudem vom billigst zusammengeflickten Zaumzeug, welches bei jedem Schritt scheuert – den Eseln werden, wie bereits erwĂ€hnt, viel zu schwere Lasten aufgebĂŒrdet zusĂ€tzlich zum massiven Eisenkarren und dem Gewicht des Fahrers; und dies ĂŒber heißen Asphalt oder durch WĂŒstensand. GefĂŒttert werden die Tiere – so unglaublich das klingen mag – viel zu oft nur mit zerkleinerten Kartons, ab und dann „gestreckt“ mit ein paar Körnern; wie sie unter solchen Konstellationen ĂŒberhaupt ĂŒberleben können? Hier wird den Tieren ihre unfaßbare AnpassungsfĂ€higkeit an widrige UmstĂ€nde zum VerhĂ€ngnis, denn Esel verfĂŒgen – anders als Pferde – ĂŒber eine enorme RohfaseraufnahmekapazitĂ€t, und die in Kartonagen enthaltene Zellulose hilft ihnen tatsĂ€chlich, den Wahnsinn durchzustehen, irgendwie bei KrĂ€ften zu bleiben. Des Nachts werden die Esel von ihren Haltern meist freigelassen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, im MĂŒll nach Eßbarem zu suchen; der Preis fĂŒr diese einzige Freiheit ist allerdings erneut ein immens hoher: Um Diebstahl vorzubeugen, sie unmißverstĂ€ndlich zu kennzeichnen, werden ihnen nĂ€mlich Ohren abgeschnitten, gespalten, Erkennungsmerkmale ohne jegliche BetĂ€ubung in den Körper geritzt. Abgesehen davon finden sich im Abfall einer Gesellschaft vor allem PVC-Reste – wie viele der Esel an schweren Magenkoliken oder Verstopfungen durch den Verzehr dieser qualvoll verstorben sind, ist nirgendwo festgehalten.

Hilfestellung fĂŒr die Halter
Die Eselhalter allein fĂŒr die Misere verantwortlich zu machen, wĂ€re wohl viel zu einfach und nicht zielfĂŒhrend. Es ist diese Mischung aus Trost- und Hoffnungslosigkeit, einem ununterbrochenen Überlebenskampf und ein aus all diesen Bestandteilen gewachsenes Nichtvorhandensein eines Zukunftsdenkens, welche eine derart breit akzeptierte, in Fakt gar nicht als solche erkannte TierquĂ€lerei ermöglicht.
Wir haben einen Lösungsansatz zur Problematik in der Herstellung von Halftern gefunden, mit denen sich die Esel sicher durch den explosiven Verkehr der Hauptstadt fĂŒhren lassen. Nun hat der Lenker ZĂŒgel in seinen HĂ€nden und keinen Schlagstock mehr, so die Idee. Bisher konnten wir einige tausend solcher Halfter verteilen, welche allesamt aus einem Projekt im Projekt stammen. Wir fanden eine Gruppe von Frauen aus dem Armenviertel, die das Zaumzeug in gemeinsamer Handarbeit fĂŒr uns knĂŒpfen und die, so neben dem angenehmen sozialen Aspekt ihren Familien ein sicheres, vielleicht sogar ĂŒberlebenswichtiges Einkommen bescheren!
Tierschutz ist immer auch Menschenhilfe, nie konnte dies deutlicher gemacht werden als bei unserem Projekt „Esel in Mauretanien“! Derzeit sind die Frauen damit beschĂ€ftigt, im großen Stil Wundauflagen zu fertigen, die dann auf geschundene EselrĂŒcken eine unentbehrliche Barriere bilden.
Weiters haben wir Plakate entworfen und gedruckt, versehen mit dem fĂŒr unsere Sache so bedeutenden Koranspruch „Wer Gnade am Tier ĂŒbt, an dem wird Allah Gnade ĂŒben!“ Obwohl Mauretanien ein 100 % muslimisches Land ist, weiß tatsĂ€chlich ein Großteil der Menschen nichts von solchen Suren – aufgrund des weit verbreiteten Analphabetismus, nicht nur unter Eselhaltern.
Eingerahmt von Abbildungen leidender Esel erlangte das Bildnis innerhalb kĂŒrzester Zeit beinahe Kultstatus. Es ziert mittlerweile alle unsere Behandlungsorte sowie die BĂŒros verschiedenster Organisationen. Als Aufkleber produziert kleben wir es zudem an die WasserfĂ€sser der Eselkarren, fĂŒr jeden nun sofort sichtbar.

PrÀvention
Unsere TierĂ€rzte kommen wĂ€hrend der tĂ€glichen EinsĂ€tze und neben dem Behandeln auch noch anderen, mindestens ebenso wichtigen Aufgaben nach, nĂ€mlich dem Betonen des Allerwichtigsten, daß die Esel nicht mehr mißhandelt werden dĂŒrfen! Genauso klĂ€ren sie ĂŒber diverse ZusammenhĂ€nge (zum Beispiel MangelernĂ€hrung/ Arbeitsleistung) auf und beraten die Eselhalter darĂŒber, wie sie solche neuen Aspekte in Zukunft besser in ihre Arbeit einfließen lassen können. Wir haben zudem einen Spot fĂŒr das mauretanische Radio verfaßt, wo ein hoher Geistlicher den Zuhörerlnnen nahelegt, daß der Koran an mehreren Stellen eindeutig besagt, es ist ein Vergehen gegen Allah selbst, Tiere zu schlagen. Der Spot wurde bereits zweimal ĂŒber jeweils mehrere Monate hinweg in den vier Landessprachen ausgestrahlt mit großer Resonanz. Nebenbei, es war vielleicht der erste Tierrechtsspot Afrikas, ganz sicher aber Mauretaniens!
Bei jedem persönlichen Einsatz vor Ort, etwa zweimal jĂ€hrlich, vergeben wir kleine Preise (wie etwa Transistorradios) an jene Menschen, deren Esel wenige oder gar keine Wunden aufweisen, so daß diese als gutes Beispiel hervorgehoben werden und als Vorbild fĂŒr die anderen dienen.
Ein weiterer Aspekt ist die Sicherheit der Eselkarren. Abends und des Nachts kommt es durch die komplett unbeleuchteten Karren immer wieder zu schweren UnfĂ€llen mit motorisierten Fahrzeugen – eine enorme Gefahr fĂŒr Mensch und Tier. Deshalb bringen wir zu jedem Einsatz RĂŒckstrahler mit, ebenso fluoreszierende Aufkleber, welche wir gleich vor Ort an die Eisenkarren befestigen, wo sie dann ein kĂŒnftiges Gesehenwerden garantieren. Auch Warnwesten fĂŒr die Lenker selbst verteilen wir zu Hunderten.

Schritt fĂŒr Schritt
2012 begleitete uns erstmals ein deutscher Tierarzt zum Projekt, um dort seine Erfahrungen als Tropenmediziner weiterzugeben. Die (ehrenamtliche) Involvierung Dr. Facharani‘s stellte sich sehr bald als DER GlĂŒcksfall schlechthin heraus, ist er doch nicht nur ein begnadeter Tierarzt, sondern spricht nebenbei auch noch Arabisch.
Es war das erste Mal in der Geschichte des Projektes und vielleicht sogar Mauretaniens selbst, daß ein deutscher Tierarzt seine afrikanischen Kollegen mit der mobilen Klinik begleitete! Die ehrgeizige Aufgabe bestand fĂŒr die Ärzte anfangs darin, aus dem modernen medizinischen Wissen – gepaart mit der Erfahrung vor Ort – selbst gemeinsame Strategien zu entwickeln, um unsere Eselhilfe noch effektiver gestalten zu können! Ebenfalls mit uns kam damals die promovierte Biologin Sylvia Reiter, die genaue Statistiken zum Medikamentenverbrauch, zu Krankheitsbildern, zu Behandlungserfolgen erstellte – Daten, die sich zukĂŒnftig als enorm wertvoll, ja als nahezu unentbehrlich, fĂŒr uns herausstellen sollten!
Außerdem setzten wir nun auch einen langgehegten Plan in die Tat um: die Hufpflege, ein unfaßbar wichtiger Beitrag zur Eselhilfe, denn die Tiere bekamen noch niemals eine derartige Behandlung und in denkbar schlechtem Zustand befanden sich dann auch die allermeisten Hufe! FĂŒr Hunderte Tiere bedeutete nicht behandelte Huferkrankungen einen immer besonders schrecklichen Tod, da sie so lange schuften mußten, bis sie sich nicht mehr fortbewegen konnten.

Hand in Hand
Ende 2013 erfolgte der nĂ€chste Schritt fĂŒr uns: Eine staatlich geprĂŒfte Hufschmiedin. Heute begleitet Zappa, der erste mauretanische Hufschmied, tĂ€glich die mobile Klinik, womit wir eine völlig neue Ära einleiten konnten!
Dr. Matthias Facharani kommt nun einmal jĂ€hrlich mit vor Ort; dabei lehrt er den Ärzten neue Techniken im zum Beispiel WundvernĂ€hen, bringt neueste Medikamente mit und arbeitet weiter an einem besseren VerstĂ€ndnis fĂŒr Sauberkeit und Hygiene bei allen Behandlungen.
Wir produzieren und verteilen nebenbei auch noch bebilderte BroschĂŒren, die den richtigen Umgang mit den Eseln erklĂ€ren und hĂ€ngen große Hinweisschilder an allen „unseren“ Wasserstellen aus; die Tafeln zeigen, wann das RespekTiere-Team vor Ort ist, wohin man sich an anderen Tagen im Falle von Problemen wenden kann und in Bildschrift, warum das Schlagen des Esels der Vergangenheit angehören muß.

Blick in die Zukunft
Der Erfolg gibt unseren Anstrengungen mehr als Recht. Zugegeben, wir stehen in Mauretanien noch immer vor einer dramatischen Situation, aber unsere Initiativen haben ohne jede Frage bereits einen in dieser Dimension kaum möglich geglaubten Unterschied zur Ausgangslage von 2005 gebracht! RespekTiere behandelt heute mindestens 1.000 Esel im Monat und etablierte mit dem Projekt „Esel in Mauretanien“ auch den Tierschutz im fernen WĂŒstenland.
DarĂŒber hinaus möchten wir das Projekt „Tierschutz im Unterricht“ starten sowie eine AufklĂ€rungskampagne ĂŒber die richtige Haltung von Haustieren. Kastrationen wĂŒrden ebenfalls anstehen, um das in Mauretanien ĂŒbliche, periodische Töten von Straßentieren auf Sicht zu beenden. Auch ĂŒber die Möglichkeit von Tollwut-Impfungen denken wir nach, denn Tollwut ist eine immer prĂ€sente Gefahr in Nouakchott.
Ein weiteres großes Ziel fĂŒr die Zukunft wĂ€re der Ankauf eines GrundstĂŒckes und Bau eines Tierschutzzentrums, welches spĂ€ter als Anlaufstelle fĂŒr alle Tierschutzinteressierte und alle Tiere in Not dienen soll! Es gibt also noch viel zu tun. Doch nach all den Investitionen gilt es als höchstes Anliegen, den Standard erst einmal zu halten und dann weiter auszubauen.

Weitergehende Informationen:
Verein RespekTiere, Gitzenweg 3, A-5101 Bergheim/Salzburg; www.respektiere.at sowie verschiedene Videos zum Projekt „Esel in Mauretanien“ auf www.youtube.com/respektiere

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Datum
16.10.2017

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7 Kommentare zum Artikel “Esel in Mauretanien”


  1. Ulrich Dittmann meint:
    17.10.2017 um 17:58


    DANKE an Umwelt & Aktiv fĂŒr die Einstellung dieser so wichtigen Dokumentation ĂŒber die Situation der Tiere, hier beispielhaft der Esel, in Afrika.

    Wenngleich fĂŒr Spezies Mensch sich die Lebensbedingungen mittlerweile dort sehr verbessert haben – Tiere vegetieren allgemein dort nach wie vor als minderste Kreaturen gequĂ€lt und elend vor sich hin, wie vor tausend Jahren.-

    Wehe uns, wenn von dort immer mehr Menschen nach hier einwandern, den Islam im „KulturgepĂ€ck“. Siehe u.a. betĂ€ubungsloses Abmetzeln, SchĂ€chten von Tieren.

    Wer halb Afrika aufnimmt, rettet nicht Afrika, sondern wird selbst Afrika.-

  2. Florian Breitwieser meint:
    26.10.2017 um 11:50


    Respektiere ist fĂŒr mich persönlich eine der aller, aller besten Tierrechtsorganisationen Europas! Sie arbeiten holistisch und effektiv fĂŒr unschuldige und wehrlose Tiere. der hochinteressanten, tierethischen Zeitschrift Umwelt und aktiv ist herzlich zu danken, dass sie diesen sehr wichtigen artikel nun veröffentlichen. vielen herzlichen dank(im Namen der tiere)LG

  3. Marlene Hug meint:
    26.10.2017 um 15:40


    Danke fĂŒr die wunderbare Doku ĂŒber den Verein Respektiere von Österreich, der sich fĂŒr die armen Esel in Mauretanien so sehr einsetzt und ein Netz von TierĂ€rzten aufgebaut hat, um wenigstens die Lebensbedingungen einiger der geschundenen Kreaturen zu verbessern und medizinische Hilfe zu leisten fĂŒr unzĂ€hlige verletzte Tiere. Ein Megaprojekt!

  4. Karin A. Facheris meint:
    26.10.2017 um 17:09


    Toll das ihr diesen Bericht veröffentlicht. Der Verein RespekTiere ist ein grossartiger Verein und hilft Tieren und Menschen. Es lohnt sich solche Organisationen zu unterstĂŒtzen . Danke an die Redaktion und das Team von RespekTiere.
    Liebe GrĂŒsse
    Karin aus der Schweiz :-)

  5. Denise Das meint:
    27.10.2017 um 16:14


    Danke fĂŒr diesen wunderbaren Artikel.Der Verein RespektTiere macht eine wunderbare Arbeit und verdient zu 100% die Anerkennung.Ihr Artikel bestĂ€tigt das.Ganz herzlichen Dank :-)

  6. Maria BergmĂŒller meint:
    29.10.2017 um 13:13


    Der Bericht ist fesselnd, berĂŒhrend…. Ich finde es unglaublich großartig, was das RespekTiere Team alles geleistet hat und welche erfreulichen VerĂ€nderungen sich im bitterarmen WĂŒstenstaat Mauretanien bereits abzeichnen.
    Mit eurem unermĂŒdlichen Einsatz konntet ihr so vielen Tieren helfen, sowie das Bewusstsein und die SensibilitĂ€t der Menschen in eine so positive Richtung lenken. Ich wĂŒnsche euch weiterhin von Herzen ganz viel Kraft und Erfolg fĂŒr eure so großartigen, wertvollen EinsĂ€tze! Danke-danke-danke!!!

  7. Ilse Willinger meint:
    30.10.2017 um 16:01


    Danke fĂŒr diesen wunderbaren Bericht. Kenne RespekTiere seit langem, eine der wichtigsten Tierschutzorganisationen, bringen Grossartiges zustande. Besonders anerkennenswert, dass sie sich sogar in so gefĂ€hrliche Gebiete, wie Mauretanien wagen, da braucht es viel FingerspitzengefĂŒhl und Mut. Wichtig auch, wie sehr sie bei den Einheimischen den Stellenwert der Tiere verĂ€ndern; de4nn ohne Einsicht hĂ€tte das alles keine Nachhaltigkeit. Solche Organisationen mĂŒssten einmal vom Staat/Regierung ausgezeichnet und auch finanziell unterstĂŒtzt werden.
    Ilse Willinger