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EU-Recht versagt beim Verbot von Tierversuchen!

Labormaus

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Die Zahl der Versuchstiere in deutschen Laboren liegt seit Jahren bei nicht stolzen, sondern vielmehr beschämenden etwa 2,8 Millionen. Und wenngleich zwar zumindest in der Kosmetik-Industrie Tierversuche seit 2013 laut EU-Verordnung verboten sind, zeigen TTIP-Verhandlungsdokumente, dass die Vereinigten Staaten bei manchen Kosmetika auch weiterhin Tierversuche vorschreiben wollen, um etwa Krebsrisiken abzuklären. Jedoch stellte der Krebsforscher und Leiter der Abteilung fĂĽr Lebensstatistik am Roswell Park Memorial Institute von New York Dr. Irwin D. J. Bross fest: „Nicht ein einziges Medikament zur Behandlung von Krebs am Menschen wurde ursprĂĽnglich durch einen Tierversuch gefunden…“ Doch auch das EU-Tierversuchsverbot bezieht sich lediglich auf Inhaltsstoffe, die ausschlieĂźlich fĂĽr Kosmetik verwendet werden, sprich alle anderen Substanzen, die ebenso in anderen Produkten wie Wandfarben, Haushaltsreinigern oder Medikamenten enthalten sind, dĂĽrfen auch nach geltendem EU-Recht weiter an Tieren getestet werden. Dies trifft auf etwa 90 % der Substanzen zu.

Der EU-Chemikalienverordnung zufolge besteht sogar die Verpflichtung, alte vor 2007 noch nicht ausreichend geprĂĽfte Chemikalien bis spätestens 2018 nachträglich – mitunter aufgrund von Tierversuchen – auf ihre Giftigkeit zu testen. Erst jĂĽngst anläßlich des Internationalen Tags zur Abschaffung der Tierversuche am 24. April forderten die drei Tierschutzorganisationen TASSO, Ă„rzte gegen Tierversuche und Bund gegen Missbrauch der Tiere mit ihrer aktuellen Kampagne „Schwimmen bis zur Verzweiflung“ ein Verbot qualvollster Tierversuche ohne jegliche Leidensbegrenzung. Der deutschen Regierung werfen die Organisationen vor, bei Umsetzung der EU-Richtlinie zusätzlich noch ein Schlupfloch genutzt zu haben, um das grundsätzliche Verbot schwerstbelastender Tierversuche zu umgehen, womit auch gegen das im Grundgesetz verankerte Staatsziel Tierschutz verstoĂźen werde. „Umwelt & Aktiv“ empfiehlt mit Hinweis auf den nachfolgenden Weltnetzverweis, sich an einer diesbezĂĽglichen Petition der Organisationen zu beteiligen:

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/helfen/aktionen/2085#petition

Wer sichergehen möchte, dass einem Produkt keine Tierversuche zugrundeliegen, darf sich nicht auf die gültige EU-Verordnung verlassen, sondern ist gefordert, sich über bestimmte Prüfsiegel auf der Verpackung zu informieren. „Umwelt & Aktiv“ beschreibt in diesem Zusammenhang an dieser Stelle vier der als die gängigsten geltenden Logos:

Kontrollierte Naturkosmetik – BDIH:

Das PrĂĽfzeichen schlieĂźt Tierversuche bei der Herstellung, Entwicklung und bei der PrĂĽfung von Rohstoffen und Endprodukten aus.

Hase mit schĂĽtzender Hand:

Das Symbol vergibt der Internationale Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik.

Springender Hase:

Das Logo versichert, dass die Human-Cosmetic-Standart-Richtlinien eingehalten wurden und der Hersteller keine Tierversuche durchgefĂĽhrt oder in Auftrag gegeben hat.

Vegan-Blume:

Das Siegel der Vegan Society in GroĂźbritannien garantiert, dass keine Tierversuche stattgefunden haben.

 

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 406726_web_R_K_B_by_Stephanie-Hofschlaeger_pixelio.de_.jpg

 

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Datum
01.06.2016

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