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Feldhamster – Der Letzte seiner Art!

Feldhamster

Feldhamster

Der Feldhamster mit dem zoologischen Namen Cricetus cricetus ist nicht nur die einzige Art der Gattung Hamster in Europa, sondern leider auch eines der am meisten gefährdeten Säugetiere in ganz Westeuropa. Das niedliche, bunteste europäische Pelztier erreicht bei einem Gewicht von bis zu 650 Gramm eine Größe von 20 bis 34 Zentimeter, wozu noch ein 4 bis 6 Zentimeter langer, beinahe haarloser Schwanz kommt. Die Fellfärbung ist variabel: die häufigste Form ist eine gelbbraune Oberseite und eine dunkle, fast schwarze Unterseite. An den Flanken befinden sich mehrere weiße Flecken, auf der Wange, vor und hinter den Vorderbeinen. Die Region um die Schnauze und um die Augen ist rötlichbraun gefärbt, die Füße und die Nasenspitze sind wiederum weiß.

Die fast nur in Löss- und Lehmböden vorkommenden Tiere sind typische Bodenbewohner, die bis zu einem Meter tiefe weit verzweigte in Wohn- und Vorratskammer getrennte Erdbaue herstellen. Dadurch, daß der Feldhamster unterhalb der Bodenoberfläche Humus anhäuft, ist er in der Lage – zumindest, solange es ihn gibt – zur Bildung von Schwarzerde beizutragen. Schwarzerden gehören zu den weltweit fruchtbarsten Standorten überhaupt. Das hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktive Tier ist ein territorialer Einzelgänger, der zur Erhaltung seiner Art krautreiche Feldraine und mehrjährige Kulturen benötigt, in denen er ausreichend Deckung, Nahrung und Wintervorräte findet. Der Feldhamster gehört zu den nach Anhang IV Buchstabe a) geschützten Tierarten des Artikels 12 der sogenannten FFH-Richtlinie und wird auch als streng geschützte Art in der Berner Konvention genannt.

Die industrielle Feldbewirtschaftung, die zunehmende Bebauung sowie die Isolation und Zerschneidung der Lebensräume, die Umstellung von Sommer-auf Wintergetreide, der Einsatz von Pestiziden und die schnelle Bearbeitung mit sehr großen und effizienten Maschinen läßt dem Feldhamster nur noch wenige Möglichkeiten zu überleben. Wildkräuter oder bei der Ernte übrig gebliebene Körner findet er kaum noch. Auch der Flächenverbrauch stellt eine nicht unerhebliche Bedrohung dar. In weiten Teilen Deutschlands ist der Feldhamster vom Aussterben bedroht und in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gilt er zwischenzeitlich sogar als ausgestorben. Jedoch können Landwirte durch eine angepaßte Bewirtschaftung, Ernteverzicht und Stoppelruhe die Bedingungen für den Feldhamster verbessern. Und mithilfe von Züchungs- und Auswilderungsprogrammen kann der niedliche Nager vielleicht doch noch eine Zukunftschance erhalten…

Gerhard Keil

Bildquelle: 233027_web_R_K_B_by_Sybille Daden_pixelio.de.jpg

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