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Jahresbilanz 2015: Tierschutzlabel entwickelt sich stetig positiv

tierschutzlabelDer Deutsche Tierschutzbund zieht eine positive Jahresbilanz für sein Tierschutzlabel „Für Mehr Tierschutz“. Im Jahr 2015 fanden neue landwirtschaftliche Betriebe, Vertriebspartner und weitere Markenlizenznehmer den Einstieg ins Tierschutzlabel. Damit stieg auch die Zahl der Verkaufsstätten, in denen Produkte mit dem Tierschutzlabel erhältlich sind. Der Deutsche Tierschutzbund wird das Labelprogramm Anfang dieses Jahres auf Legehennen ausweiten und auch die Milchkühe sollen in den nächsten Monaten ins System integriert werden. Zudem wertet der Verband den Labelprozess auch als politischen Erfolg, weil mit der Einführung des Labels die Debatte um Kennzeichnung und gesetzliche Haltungsvorschriften als Rahmen „katapultartig zugenommen habe“.
„2015 sind wir mit dem Tierschutzlabel weitere wichtige Schritte gegangen“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Wir freuen uns, daß viele Handelsunternehmen diesen Weg mit uns gehen, sich zu unserem Label bekennen und damit auch ein Signal an die senden, die bisher mit Zurückhaltung auffallen. In der Breite ist der Handel bisher noch zu zögerlich, dem Label offensiv Platz einzuräumen. Dabei zeigt uns die positive Resonanz der Verbraucher und der Landwirte, daß es sich lohnt weiterzumachen. Auch wenn wir uns eine schnellere Entwicklung in der Breite gewünscht hätten, das Angebot als Kaufalternative für Verbraucher steigt beständig, die Politik und auch der Handel reagieren. Das zeigt, wir gehen den richtigen Weg, unser Ausblick für das Labeljahr 2016 stimmt uns optimistisch.“
Neue Vermarkter und Markenlizenznehmer
Neben den bestehenden Lizenzpartnern und Vermarktern gibt es mit Albfood einen neuen Markenlizenzpartner. Mit Bell und Ludwigsluster Wurst- und Fleischwaren stellen zwei namhafte Hersteller erste Wurstprodukte mit dem Tierschutzlabel her. Auch für das Unternehmen Tönnies sind die Vorbereitungen für den Einstieg ins Labelprogramm weiter fortgeschritten: Ab Januar werden erste Schweinemastbetriebe besucht, so daß im Laufe des Jahres 2016 mit ersten Betriebsumstellungen begonnen werden kann.
Premiumstufe erweitert
Aufgrund der breiten Verbraucherakzeptanz konnten die Handelsunternehmen Edeka Südwest und Edeka Minden-Hannover ihr Angebot von Schweinefleisch der Premiumstufe mit dem Tierschutzlabel im Laufe des Jahres 2015 weiter ausbauen. Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe, die nach den Kriterien der Premiumstufe arbeiten, stieg auf insgesamt 15 Mastbetriebe. Bei Edeka Südwest verdreifachte sich die Zahl der Betriebe von anfangs zwei zu Beginn des Jahres auf aktuell sechs. Weitere Betriebe befinden sich in der Umstellung. Mittlerweile wird das Fleisch in über 90 Filialen an der Frischetheke verkauft, ein weiterer Ausbau ist geplant. Edeka Minden-Hannover legte nach Einführung der Einstiegsstufe zum Labelstart Mitte dieses Jahres mit der Premiumstufe im Sortiment nach. Mittlerweile konnten neun Bio-Mastbetriebe zusätzlich auf die Premiumstufe des Tierschutzlabels umgestellt werden und beliefern somit rund 600 Edeka-Filialen in der Region Minden-Hannover.
Einstiegsstufe Mastschwein und Masthuhn
Die Zahl der Mastbetriebe im Einstiegsbereich blieb über das Jahr 2015 weitestgehend konstant. Derzeit arbeiten sechs Schweinemastbetriebe nach den Kriterien der Einstiegsstufe, davon vier für Vion sowie jeweils ein Betrieb für LFW und Albfood. Die Masthühner der Einstiegsstufe aus den Privathof-Betrieben sind bundesweit erhältlich, unter anderem bei Lidl und Netto. Aktuell produziert Wiesenhof in 27 labelzertifizierten Masthuhnbetrieben. Ein weiterer Ausbau ist geplant.
Insgesamt stehen folgende Vertragspartner aktuell fest: VION, Wiesenhof, Ludwigsluster Wurst- und Fleischwaren, Edeka Minden-Hannover/Bauerngut, Edeka Südwest, Tönnies/Reisinger und Albfood. Im Lebensmitteleinzelhandel sind die Produkte daneben auch verfügbar bei: Lidl, Kaiser´s Tengelmann, famila, MARKANT, CITTI, Netto, real, Hit, Edeka Nord und NP Discount. Außerdem Vermarktung an Transgourmet für den Bereich Gemeinschaftsverpflegung. Eier mit Tierschutzlabel werden in Kürze bei Globus, Hit, famila, Lidl und Edeka Südwest erhältlich sein.
Legehennen neu im Labelprogramm
Der Übergang von „KAT Tierschutzgeprüft“ ins Label „Für Mehr Tierschutz“ konnte 2015 abgeschlossen werden. Der Deutsche Tierschutzbund und der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V., kurz KAT, haben einen Kooperationsvertrag abgeschlossen und werden hinsichtlich der Zertifizierung und Kontrolle der Legehennenbetriebe eng zusammenarbeiten. Betriebe, die ihre Eier bislang unter „KAT Tierschutzgeprüft“ vermarktet haben, können nun das Label des Deutschen Tierschutzbundes führen. Das Angebot von tierischen Produkten aus Einstiegsstufe (Bodenhaltung) und Premiumstufe (Freilandhaltung) steigt damit rasch. Details stellt der Verband auf einer Pressekonferenz am 15. Januar 2016 im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin vor.
Ausblick 2016: Ausweitung des Programms geplant
Im neuen Jahr plant der Deutsche Tierschutzbund, das Tierschutzlabel auch auf weitere Tierarten auszuweiten. Neben den Legehennen kommen Milchkühe – und damit ein Label für Milch und Rindfleisch – in das Programm. Derzeit werden in einem Stakeholder-Prozess die Standardsetzungen für Milchkühe und die Rinder Einstiegs- und Premiumstufe erarbeitet.
Pressemeldung vom 7.1.2016
Deutscher Tierschutzbund e.V. Bonn

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Datum
10.01.2016

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