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Nichts übertrifft die Wildbienen bei der Bestäuberleistung!

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Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau veröffentlichte ein überarbeitetes Faktenblatt über die Bedeutung von Wildbienen für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen und der diesbezüglichen Vorteile einer biologischen Landbewirtschaftung. Darin wird herausgestellt, daß ein Verlust der vielfältigen Ökosystemdienstleistungen der Wildbienen in Folge auch zu erheblichen Verlusten in der Landwirtschaft führt. Der wirtschaftliche Wert der Bestäuberleistung durch Bienen in der Landwirtschaft wird weltweit auf 153 Mrd. € jährlich geschätzt, wobei die in etwa 740 Bienenarten Mitteleuropas die wichtigste Bestäubergruppe bilden. Einer englischen Untersuchung zufolge erbringt in Großbritannien die Honigbienenpopulation maximal ein Drittel der gesamten Bestäuberleistung, die restlichen zwei Drittel erledigen überwiegend die Wildbienen. Insbesondere deren Artenvielfalt mit ihren unterschiedlichen Blütenpräferenzen, Flugzeiten, Witterungsverträglichkeiten macht sie für viele Pflanzen unersetzlich. Auch ließ sich wissenschaftlich nachweisen, daß bei allem Fleiß der Honigbienen ihre wilden Artgenossen häufig um ein vielfaches effizienter in ihrer Bestäubungsfunktion sind.

Man möchte meinen, daß sich eine Förderung der Lebensgrundlagen von Wildbienen geradezu aufdrängen müßte, doch das Forschungsinstitut für biologischen Landbau sieht die diesbezüglichen Potentiale bei Weitem nicht ausgeschöpft. Der Verlust von Nahrungs- und Nistressourcen sowie nicht zuletzt negative Auswirkungen des chemischen Pflanzenschutzes führten zu deutlicher Reduzierung der Vielfalt. Bedauerlicherweise gelten in Mitteleuropa mittlerweile je nach Land und Region zwischen 25 % und 68 % aller Wildbienenarten als gefährdet. Wichtigste Faktoren für eine Förderung des Wildbienenbestandes sind eine ausreichende Blütenvielfalt mit einem kontinuierlichen Blütenangebot, nicht gemähte Flächen mit Stengelstrukturen und leeren Schneckenhäusern sowie Kleinstrukturen für den Nestbau, wie beispielsweise Totholz. Vor allem aber der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel! – Noch ist es Zeit, bei Ihrer diesjährigen Gartengestaltung darauf Rücksicht zu nehmen!

Sehr begrüßenswert ist aus Sicht von „Umwelt & Aktiv“, daß im Rahmen des Projektes „Förderung der Wildbienen auf Landwirtschaftsbetrieben“ das FiBL Schweiz, das Büro Natur Umwelt Wissen in Zürich, die TU München und die Universität Basel in den nächsten zwei Jahren untersuchen werden , wie die Wildbienen auf Landwirtschaftsbetrieben nachhaltig gefördert werden können. Eines der Ziele des Projektes ist die Entwicklung von Förderkonzepten auf Betriebsebene und eines Maßnahmenkataloges für die landwirtschaftliche Praxis.

Gerhard Keil

 

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Datum
20.04.2016

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