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Tierversuchsfreies Studieren ermöglichen

Labormaus

Im neuen saarländischen Hochschulgesetz wird die Möglichkeit eines tierversuchsfreien Studiums eingeräumt und zudem den Hochschulen die Förderung der Entwicklung tierversuchsfreier Methoden zur Aufgabe gemacht. Auch wenn das Einräumen einer Möglichkeit noch nicht heißen muß, daß von einer gegebenen Möglichkeit auch Gebrauch gemacht wird, ist es zumindest als ein Schritt in die richtige Richtung zu sehen. Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche hat sich mit wesentlichen Forderungen in diesen Prozess eingebracht. „Umwelt & Aktiv“ hofft nun, daß dieses Beispiel Schule macht und sich auch andere Bundesländer daran orientieren. Insbesondere das von einem angeblich „grünen“ Ministerpräsidenten geführte Baden-Württemberg sollte seinen Handlungsbedarf endlich erkennen. Mit einem jährlichen „Verbrauch“ von 469.605 Tieren und damit fast 17 % der Gesamtzahl von 2,8 Millionen belegt Baden-Württemberg laut einer Auswertung der Ärzte gegen Tierversuche im Bundesländervergleich Platz Eins der Negativrangliste zu Tierversuchen („Umwelt & Aktiv“ hat hierzu bereits berichtet: http://www.umweltundaktiv.de/tierschutz/baden-wuerttemberg-fuehrt-negativrangliste-bei-tierversuchen-an/).

„Seit Jahrzehnten quälen unzählige Studenten Gewissenskonflikte, denn obwohl es bereits innovative Methoden gibt, ist studieren ohne dafür getötete Tiere in den Studiengängen Biologie, Human- und Tiermedizin kaum möglich. Das Saarland hat jetzt Fakten geschaffen – dies muss in den anderen Bundesländern Schule machen!“, äußerte sich Dipl.-Biol. Silke Strittmatter, Sprecherin der Ärzte gegen Tierversuche, anerkennend zur Gesetzesreform im Saarland. Im nun verabschiedeten Hochschulgesetz des Saarlands ist als Aufgabe der Hochschulen in einem neuen Passus explizit die Förderung der Entwicklung von Methoden, die die Verwendung von lebenden oder eigens hierfür getöteten Tieren verringern oder ganz ersetzen können, festgeschrieben. Zudem ist es Studierenden auf begründeten Antrag möglich, ihre Prüfungsleistungen tierverbrauchsfrei zu absolvieren. Immerhin gibt es längst zielführende Lehrmaterialien, wie beispielsweise Hightech-Computer-Simulationsprogramme, Plastinate, filmische Darstellungen und nicht zuletzt auf natürlichem Weg verstorbene Tiere.

„Umwelt & Aktiv“ wird sich an die übrigen Landesregierungen wenden und diese mit Verweis auf Artikel 20a des Grundgesetzes, in dem der Tierschutz zum Staatsziel erklärt wird, auffordern, ihre Hochschulgesetzgebung mit dem Ziel des Verzichts auf Tierversuche gemäß dem Beispiel des Saarlandes ebenfalls zu reformieren.

Gerhard Keil

Bildquelle: 406726_web_R_K_B_by_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.de

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