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Vorsicht im Umgang mit Jungvögeln!

junge Meise

junge Meise

In den kommenden Wochen kann es durchaus passieren, daß man bei seinen Streifzügen in freier Wildbahn oder auch im eigenen Garten auf Jungvögel stößt, die auf den ersten Blick zuweilen einen verlassenen Eindruck hinterlassen können, was jedoch nur in den selteneren Fällen tatsächlich zutrifft. Oftmals hüpfen noch nicht ausgewachsene Vögel durch die Büsche und fordern mit ihrem herzzerreißenden Gezwitscher nur Fütterung durch ihre nicht weit entfernten Eltern. Sollte einem die Unsicherheit oder das schlechte Gewissen bzw. die Sorge um so einen Jungvogel übermannen, ist es angebracht, sich unbedingt die Zeit zu nehmen, den jungen Vogel mindestens eine Stunde zu beobachten, ob nicht doch eine Fütterung erfolgt. Ein ggf. kurz aufgenommener Jungvogel, etwa um diesen nach Verletzungen zu untersuchen, kann ohne Probleme wieder zurück in einen dem Fundort nahegelegenen Busch gesetzt werden, da Vogeleltern verloren gegangene Jungvögel bis zu 24 Stunden lang suchen.

Besonders jung erscheinende und womöglich noch unzureichend befiederte Tiere, die aus dem Nest gefallen sind, sollten vorsichtig dorthin zurückgesetzt werden. Nimmt man, weil nach Abwägung aller Aspekte für nötig erachtet, einen Jungvogel auf, sollte als Transportbehältnis ein angemessen großer Karton, aber kein Vogelkäfig gewählt werden. Vor allem darf nie vergessen werden, daß handaufgezogene Vögel in der Regel schlechtere Überlebenschancen gegenüber der Naturaufzucht aufweisen. Um eine tiergerechte Aufzucht zu gewährleisten und auch zur Vermeidung der Gefahr einer Fehlprägung, welche zu Lasten einer späteren Wiederauswilderung ginge, sollten Jungvögel zwingend in eine anerkannte Auffangstation oder Vogelpflegestation gebracht werden. Ein umgehendes Telefonat mit Landesvogelbund, NABU, den kommunalen Naturschutzbehörden Zoologischen Gärten oder auch bei Tierärzten oder Tierschutzvereinen ist anzuraten, wenn ein Jungvogel aufgenommen wird.

„Umwelt und Aktiv“ empfiehlt allen Spaziergängern und Wanderern mit Verantwortungsbewußtsein für unsere gefiederten Mitgeschöpfe, sich zur Frühjahreszeit einmal über nachfolgenden Weltnetzverweis etwas kundig zu machen:

http://www.wildvogelhilfe.org/

Darüber hinaus kann man sich über den ebenfalls zur Kenntnis gegebenen Weltnetzverweis hinsichtlich Auffangstationen und Pflegestationen für Vögel nach Postleitzahlen geordnet informieren:

http://www.tiernotdienste.de/tierauffangstationen_voegel.php

Aus eigener Erfahrung weiß der Autor dieses Berichts, daß die genannten Auffangstationen, deren Besuch durchaus lohnenswert ist, stets für Futterspenden oder Geldzuwendungen dankbar sind – und die Vögel letztendlich auch.

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 717689_web_R_K_B_by_Thomas Max MĂĽller_pixelio.de.jpg

 

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Datum
31.03.2016

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